Foto: Dolorix

Offenbar denken Stadtverwaltung und Rat der Stadt Bergisch Gladbach über eine neue Steuer nach: Eine sogenannte Kultur- oder Übernachtungssteuer in Höhe von 2,50 bis fünf Euro pro Kopf und Nacht könnten 500.000 bis 700.000 Euro in das leere Stadtsäckel fließen lassen. Entsprechende Pläne werden im Rat durchgespielt, erfuhr BergGladbach aus Oppositionskreisen im Finanzausschuss.

Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Steuersenkungspläne der Bundesregierung auch für die Stadt Bergisch Gladbach zu weiteren Einnahmeausfällen führen. Sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel wie gerade erst bekräftigt an ihren Plänen festhalten könnte das für Bergisch Gladbach einen Verlust von drei Millionen Euro bedeuten, heißt es. Ein schwerer Schlag für die Stadt, die ohnehin längst dem Korsett eines Nothaushaltes unterworfen ist und massiv sparen muss.

Vorbild der neuen Pläne ist Köln. Auf Betreiben der SPD soll dort eine Übernachtungssteuer eingeführt werden. Die Grundidee: Die zahlreichen Besucher der Stadt profitieren von dem auch mit öffentlichen Geldern subventioniertem Kulturbetrieb – dafür sollen sie in Form einer “Kurtaxe” zur Kasse gebeten werden. In Weimar gibt es ebenfalls solche Pläne.

Die Idee, den Hotelbesitzern und ihren Gästen auf die Pelle zu rücken, liegt nahe. Hatte die Bundesregierung diesen Personenkreis ja gerade erst durch die Halbierung der Mehrwertsteuersätze deutlich entlastet – wofür nun die Kommunen zum Teil aufkommen müssen.

Doch was für Köln mit seinen vier Millionen Übernachtungen und für die Goethestadt Weimar Sinn machen könnte sieht in Bergisch Gladbach etwas anders aus. Die Stadt prunkt nicht gerade mit einem Kultur-Programm, dass auch überregionale Anziehungskraft entwickelt. Im Gegenteil – Bergisch Gladbachs Hotels profitieren stark von den Kultur- und Konsummöglichkeiten sowie den Messen und anderen Veranstaltungen, die in Köln, Bonn und Düsseldorf stattfinden.

Schlosshotel Lerbach Foto: Dolorix

Gäste des Schlosshotels Bensberg oder des Hotels Lerbachs wird eine Kurtaxe von fünf Euro nicht weiter schmerzen. Im Kampf um die Messegäste dürften die anderen rund 100 Herbergen mit ihren etwa 2.000 Betten in Bergisch Gladbach durch die Einführung einer Übernachtungssteuer jedoch einen Wettbewerbsnachteil erleiden – es sein denn, neben Köln ziehen auch die anderen Städte in der Umgebung nach.

Fotos: Dolorix Bergisch Gladbach bei Flickr

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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