In Refrath wird gebaut. Refrath ist nämlich als Wohnort sehr beliebt. Es ist grün, liegt nah an mehreren Waldgebieten, hat einen hohen Naherholungsfaktor und ist trotz alledem zentral gelegen, in unittelbarer Nähe zu Köln. Ich wohne hier gern.

Das traurige Vorbild: Bergisch Gladbachs Innenstadt

Bergisch Gladbach war auch mal schön. Damals, als die grüne Ladenstraße eröffnet wurde, da gab es kleine aber feine Läden, hübsche Eisacafés und ich fand es schön, durch die Stadt zu tingeln. Es gab ein großes Kaufhaus, das brauchte man, wenn man Unterwäsche, Spielzeug, Haushaltswaren oder Lebensmittel kaufen wollte. Und es gab praktischerweise mitten in der Stadt eine kleine Aldi-Filiale.

Bis plötzlich irgendwelche Stadtplaner von einem bis heute unheilbaren Größenwahn-Virus angefallen wurden. C&A wurde in einem der hässlichsten Gebäude der Stadt untergebracht – und ging wieder unter. Neben dem grottenhässlichen Busbahnhof mit Parkhaus stand nun dieses C&A-Gebäude herum. Immer mehr Läden standen pötzlich leer und wurden mit Billigketten, die sich durch eine besonders hässliche Leuchtreklame auszeichneten, aufgefüllt. Bergisch Gladbach erhielt nach und nach den Charme eines trostlosen tschechischen Randgebietes. Jedenfalls stelle ich mir ein tschechisches Zonenrandbiet genauso vor.

Gekrönt wird das Ganze nun von zwei traurigen Größenwahnmolochen, diesem Teil, da, wo einmal der alte hässliche Busbahnhof war und der Rhein-Berg-Galerie, die kein Mensch braucht, außer zum Eis essen im Winter.

Refrath: Ort der Millionäre – und Optiker

Refrath, dem beliebten Ort NRWs mit der höchsten Millionärsdichte – Millionäre wollen es auch mal schön haben – droht nun ein ähnliches Schicksal. Neben gefühlten 20 Bäckern gibt es hier ebenso viele Optiker. Entweder wird man vom Brötchenessen blind oder man bekommt vom Brille kaufen Hunger auf Brötchen – anders kann ich mir diese Häufung nicht erklären.

Daneben wird Schlimmes in den ehemals hübschen Wohngegenden getrieben. In Refrath gibt es viele schöne Häuser mit wundervollen Gärten. Wird ein solches Haus verkauft, so kann man davon ausgehen, dass das schöne große Grundstück geteilt wird und im ehemaligen Garten noch ein Haus gebaut wird. Aus Eins mach Zwei, der hohe Grundstückspreis ist schuld.

Fall der Baumschutzordnung öffnet alle Tore

Seit dem Fall der Baumschutz-Verordnung kein Problem mehr. Mit diesem Geniestreich hat der Bergisch Gladbacher Stadtplanungsgrößenwahn sich freie Bahn für Bauvorhaben aller Art geschaffen. Jeder noch so kleine Vorgarten, jede Parzelle wird bebaut. Komisch, plötzlich ist es gar nicht mehr so schön grün hier. Vom Brandroster aus wird nun eine Stichstraße in die Hasselstraße, eine schüchterne kleine Sackgasse gebaut. 40 Grundstücke sollen hier entstehen. Eine riesige Pappel musste dafür weichen, die LKWs kamen sonst nicht durch. Das gleiche Spiel gegenüber.

Sogar die Grünen freuen sich darauf, Klein-Entenhausen mit 20 bis 30 Ein- und Mehrfamilienhäusern auf der Pferdekoppel zwischen Beningfeld und Alter Marktstraße zu bauen. Die wähle ich auch nicht mehr!

Was bedeutet das für die Hausbesitzer der Alten Marktstraße? Es handelt sich schließlich um eine kleine, beschauliche Sackgasse am Waldrand, auf der täglich eine Menge kleiner zukünftiger Steuerzahler mit ihren Bobbycars hin- und herflitzt. Was bedeuten ca. 60 Autos mehr für so eine kleine Straße? Interessiert die Stadt doch nicht, jeder Grashalm auf der Pferdewiese ist einen Euro wert, da hat man für die Lebensqualität der Bürger nur noch ein Schulterzucken übrig.

Dass diese Wiese in unmittelbarer Nähe des Klärwerks steht, dass die Anwohner der Häuser in der Alten Marktstraße die Geruchsbelästigung durch das Klärwerk nur ertragen, weil sie hier ansonsten so herrlich naturnah wohnen, dass das Klärwerk eine Flut von Schadensersatzforderungen der neuen Vorstadthölle-Hausbesitzer befürchtet, die letztendlich der Steuerzahler begleicht – das alles interessiert die Stadt Bergisch Gladbach auch nicht. Warum? Na, das Klärwerk gehört doch der Stadt! Großes Kino, allerfeinstes Schildbürger-Niveau. Ja, ihr neuen Häuslebesitzer, baut hier ruhig, auf der schönen Wiese, wo jetzt noch die Pferde grasen und morgens der Bussard spazieren geht und seine Mäuse frühstückt. Aber wundert euch nicht, wenn’s hier bei schlechtem Wetter und im Winter stinkt.

Mein Traum: Stadtplanung jenseits von Profitgier

Ich habe einen Traum: Eine Stadtplanung, die aus ihren Sünden gelernt hat, die nicht nur von Profitgier und Größenwahn regiert wird, eine Stadtplanung, die auch und vor allem die Lebensqualität ihrer Bürger im Auge hat, die einen alten Baumbestand schützt, die auch mal zu einer Bebauung nein sagt. Ein schöner Traum, er wird wohl nicht wahr werden.

Schöne Grüße, Birgitte Linzenich

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15 Kommentare

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  1. Schön, Herr Franz, dass dieser Artikel sie 3 Jahre später noch in Wallung bringt. Und schön, dass Sie eine passende Kategorie für mich gefunden habe, Sie haben recht: Mittlerweile dürfen Sie mich sogar in die Schublade NOPE stecken ( http://bit.ly/s2rlG8 ).

    Und Sie so? DAKAMANIMA? Da kann man eh nix machen? Resignierter Bürger, der alles hinnimmt?

    Im Ernst: Mich interessiert nicht nur meine unmittelbare Nachbarschaft, ich setze mich auch für globale Dinge ein. Und ja, ich fand Bergisch Gladbach früher schöner als jetzt. Ganz unverklärt. Isso! ;)

  2. Ich frag mich jetzt ob das ein klassischer Fall von NIMBY ist oder schon BANANA – ich glaube der Artikel ist eher BANANA – denn früher war ja sowieso alles besser und Gladbach war mit seiner schnuckeligen grünen Ladenstraße wunderschön – man muss die Vergangenheit schon sehr verklären um so einen Stuss zu schreiben:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nimby

  3. Ich finde es auch nicht gut, das ein Badeverbot am Heitkamper-Lückerather Baggersee
    ausgesrochen wurde. Aber das der See immer mehr zugebaut wird, ist auch nicht im
    Sinn des Naturschutz, erst die ehemalige Belgische-Kaserne, und jetzt auch noch die
    ehemalige Tankstelle ( Blumenladen), hier versucht ein Immobilienhändler die Vermarktung der Immobilie. Es ist doch lächerlich, das über diese Wald und See Parzellen
    noch über Schützenswerter Naturschutz gesprochen wird. Schaut mann sich alle Parzellen
    vom Baggerloch bis zum Saaler See an,sind sie immer mehr zerstückelt worden, der Naturschutz hängt aber mit dem Tierschutz zusammen. Den Waldtieren muß es
    ermöglicht werden, zwischen den Parzellen Wandern zu können, das ist schon nicht mehr
    Möglich. Sprechen die Kommunalpolitiker in Bergisch-Gladbach von Naturschutz, meinen
    sie es nicht ernst, ich würde dann sagen, das sie auf wählerfang sind!.
    MfG Helmut Leih

  4. In Gladbach ist es immer noch lebenswert, mit Ausnahme von der Innenstadt, denn die wurde in den letzten Jahrzehnten richtig häßlich und das, weil einige der vergangenen Bürgermeister sich mit Gewalt ins Geschichtsbuch verewigen wollten, indem jeder Projekte umsetzte, die unsinnig waren wie etwa der Tunnel zur Verkehrsanbindung nach leverkusen…na klar, da fahren ja täglich Millionen hin und mit 50 Millionen Mark war er für eine Stadt wie Gladbach schon ein Luxusprojekt.
    Immerhin dürfte dieses Landei von Bürgermeister damals dem Blüm die Hand schütteln, die er sich bestimmt bis heute noch nicht gewaschen hat.

    Was sollte eigentlich der Bau des Marktkaufes an der Joh.-Wil.-Lindlar Str. mit den extrem häßlichen Betonbauten-Überbauten und erst recht das neue Einkaufsmekka ?
    Gebe ich nun mehr Geld aus wie vorher…?…nein, eigentlich nicht.
    Denn wenn ich solche Lädchen sehe, in denen im Fenster angestaubte Puppen stehen, oder die vor lauter Kunst eine so vornehme Leere ausstrahlen, daß ich es erst gar nicht wage, nach etwas zu fragen, was dort sowieso nicht zu sehen ist, dann ist der Charme, den das ganze ausstrahlt vergleichbar dem Stadtrat während einer Sitzung.
    Wie aufregend.

    Nichts gegen Kunst bzw. Kultur, im Gegenteil, doch wenn ich die mickrigen Figuren stehen sehe etwa die an der Post, wo um ein Loch im Boden genannt Brunnen ein paar sehr wertvolle Persönlickeiten wie Maria Zanders oder Max Bruch aufgeklebt sind, dann frage ich mich, was sich einer dabei gedacht hat, als er dieses Projekt realisiert hat.

    Diese Persönlichkeiten etwa auf dem anderen Brunnen am Markt in Form einer klassischen Kunst-Statue von 3 oder 4 Meter Höhe, das wäre erhabene Kunst, liebe Banausen im Rathaus.
    Aber bitte nicht einem Brunnen in die Tiefe, sondern hübsch nach oben bauen, ja.

    Zum Schluß noch etwas, was die Grube Cox, auch Heidkamper Baggerloch genannt anbelangt.
    Dieses Gebiet ist zum Naturschutzgebiet erklärt worden, was an sich ein gutes Ding ist, aber der Mensch ist wichtiger als ein paar Viecher, denn dieses Gebiet war das einzige, in dem sich die Jugendlichen im Sommer zwanglos hinlümmeln konnten.
    Nun gibt es in ganz Gladbach nicht einen einzigen Flecken mehr, wo sich der Mensch zwanglos in die Natur begeben kann, ohne sich bewegen zu müßen und dazu noch ein Gewässer in Reichweite.
    Hier an dieser Stelle sage ich : Scheiß Naturschutz !
    Kein Wunder, daß die Jugend heutzutage so agressiv ist, weil ein paar weltfremde Spinner in den Rathäusern die Lebensqualität der Menschen mehr und mehr beschneidet und dann noch von “Zukunftsmessen” reden.
    Wo hat man den eigentlich irrtümlich laufen laßen ?

  5. Frank Zäuner hat die wichtigsten themen angesprochen! es fehlt aber das Thema Koruption?. Ich habe den eindruck,das die verkauften Grundstücke alle zu billig verkauft
    wurden,und Frage mich wer und warum den Nutzen hat.

  6. Lutz Urbach ist noch nicht lange im Amt,ich kann nur hoffen das er es besser macht!.
    Rot-Grün hat es nicht besser gemacht, ich habe mal Klaus Orth als SPD Kandidaten mit
    zum Bürgermeister gemacht!,darüber bin ich heute nicht mehr stolz.Der Schuldenberg wurde größer,und es wurden noch mehr Grundstücke verkauft,Jedes Grundstück was verkauft wird ist ein Armutszeugnis für diese Stadt.

  7. Liebe Frau Linzenich,

    vielen Dank für Ihr engagiertes Statement und auch die damit verbundene Kritik. Bevor ich hier einen “Roman” schreibe (und ohnehin gleich zum nächsten dienstlichen Termin muss), schlage ich vor, dass wir uns einfach auf der Zukunftsmesse, zu der ich auch hingehen werde, “live” einmal sprechen, wenn Sie mögen.

    Herzliche Grüße
    Peter Baeumle-Courth

  8. Hat sich einer von den Forenschreiber überhaupt einmal ,die Entwürfe des Kino angesehen.Ich habe den Plan gesehen,das ist mal wieder so was von Größtenwahn!.
    Geht doch einmal alle ins Rathaus Bensberg zum Planungsausschuss,so viel ich weiß
    ist der auch Öffentlich!.Ihr könnt auch eine schriftliche Auskunft einholen.
    Auch hat sich Frau Helene Hammelrat im Planungsauschuss damit befasst,ich selber war
    mit anwesend,ich denke das Frau Hammelrat auch gern eine Auskunft gibt,da sie auch mal
    den Vorsitz hatte, oder noch hat.

  9. Sehr geehrter Herr Baeumle-Courth,

    so ganz kann ich Ihr halbherziges Bekenntnis nicht verstehen. Sie schreiben: “Daher empfinde ich es als besonders wichtig, die sog. Außenbereiche vor weiterer Bebauung / Zersiedelung zu schützen.” Warum haben dann die Grünen einer Bebauung der Pferdeweide Alte Marktstraße/Im Holz zugestimmt?

    Vor wenigen Jahren noch erzählte uns der damals zuständige Sachbearbeiter, dass eine Bebauung höchstesn in Verlängerung der beiden Straßenfronten erfolgen sollte. Dafür fand sich aber anscheinend kein Investor. Klar, es lohnt sich nicht, so ein großes Grundstück nur zu einem Drittel zu bebauen. Warum die Stadt und auch die Grünen jetzt einer flächendeckenden Bebauung zustimmen, da kann man nur mutmaßen … man ist wohl vor einem Investor und einem mehrstelligen Sümmchen dankbar auf die Knie gefallen.

    Außerdem finde ich es abenteuerlich, das Kino in Bensberg als sinnvolles Bauprojekt zu bezeichnen. Sie schreiben: ” … aber ein Kino in Bensberg gehört für mich zu dem, was man versuchen muss, wenn man nicht gleich “aufgeben” möchte.”

    Solche “Versuche” findet man in Bergisch Gladbach zuhauf. Sie stehen als hässliche Mahnmale des Gladbacher Größenwahns in der Gegend herum und dümpeln vor sich hin. Löwen- Center, dann dieses Ding da, wo einmal der Busbahnhof war, das Kaufhaus in Bensberg – ich habe schon vergessen, wie es hieß. Wie oft werden diese Gebäude wohl den Besitzer wechseln, bis sie hoffentlich irgendwann einmal von einem Team aus ökologisch-ökonomisch denkenden Stadtplanern mit Gefühl für Ästhetik und der Vision von einem ansprechenden und einladenden Gesamtbild einer Stadt abgerissen werden.

    Ein großes Kino in Bensberg, joa, versuchen wir mal, wenn’s nicht läuft, kann man das Ding ja immer noch an so eine Ramschkette verkaufen, die haben ja auch immer so schöne Leuchtreklamen. KIK, zum Beispiel (Könnt Ich Kotzen). Aber ja, versuchen wir’s, kost ja nix.

    Gerade von den Grünen hätte ich mehr Einsatz für eine der letzten, wenn nicht DIE letzte atmende Grünfläche in Refrath erwartet. Aber versuchen wir’s einfach: Lassen wir einen Investor mal 20 bis 30 Ein- und Mehrfamilienhäser bauen. Mal sehen, ob jemand einzieht. Ebenso 40 neue Häuser am Brandroster/Hasselstraße. Brauchen wir bestimmt!

    Da bin ich doch gespannt auf die “Zukunftsmesse” am 15. September. Da gehe ich auf jeden Fall hin, obwohl ich ein bisschen Angst habe!

    Herzliche Grüße,
    Birgitte Linzenich

  10. Liebe Kommentar-Schreiber/innen,

    so vieles kann ich sehr gut nachvollziehen. Und ich bin überhaupt nicht glücklich mit der Mehrheitspolitik in Bergisch Gladbach. Gleichzeitig muss man fairerweise aber auch sagen: man kann es schlichtweg nicht allen recht machen.

    Daher empfinde ich es als besonders wichtig, die sog. Außenbereiche vor weiterer Bebauung / Zersiedelung zu schützen.
    In den Innenbereichen, v.a. der Hauptzentren der Stadt, ist m.E. vor allem wichtig, dass es “sinnvolle” Bauprojekte sind, die man beschließt. Darüber darf und kann trefflich gestritten werden, aber ein Kino in Bensberg gehört für mich zu dem, was man versuchen muss, wenn man nicht gleich “aufgeben” möchte.

    Und leider können wir heute auch nicht verleugnen, dass die Stadt Bergisch Gladbach aufs Geld schauen muss. Wer sich in den Haushaltsplänen einmal ein wenig umgeschaut hat, weiß, dass es nicht nur mit mehr Sparen getan ist. Wir müssen, davon bin ich überzeugt, dringendst auch die Einnahmeseite verbessern. Was schon wieder mit (heftigen) Kompromissen verbunden sein wird!

    Ich würde mich über – natürlich auch kritische – Dialoge sehr freuen!

    Herzliche Grüße
    Peter Baeumle-Courth [peter.baeumle-courth4@gruene-gl.de]
    Stadtratsmitglied

  11. Ich bin jetzt 13 Jahre alt und finde es doof )=
    Ich und meine Freunde fliegen öfters mit unseren Modellflugzeugen auf der Wiese.
    Und fotografieren da.
    Ich fände es doof komische Häuser zu fotografieren.
    Die sind einfach kein schönes Motive .
    Also fangt erst nicht an

  12. Bergisch Gladbach, einst eine wunderschöne Stadt.
    Fahre ich heute von Refrath nach Bergisch Gladbach,möchte ich am Finanzamt schon wieder drehen und in die hoffentlich bald Stadt Refrath fahren, denn die Parteien CDU und auch SPD, haben aus Bergisch Gladbach ein Dreckloch gemacht.
    Auch der Bahndamm ist keine Lösung, die an dem Bahndamm gelegenen Grünstücke werden zwar nicht unbewohnbar, aber es wird zu laut. Der Naherholungwert wird dahin sein. Refrath wird in Zukunft eine dreckige Kloake werden, denn Refrath grenzt mit der Saaler Mühle als Naherholungsgebiet an den Bahndamm !!!. Die ehemalige Planung der CDU aus den 70/er und 80/er Jahren, an der Saaler Mühle und am Golfpatz Hochhäuser zu bauen, wird dann sicherlich auch wieder in die Planung kommen. Also wird Refrath dem dreckigen Bergisch Gladbach angeglichen, und die Ruhe wird vorbei sein. MfG Helmut Leih

  13. Als Kind habe ich im Sommer auf dieser Weide meinen Bücher gelesen und Grashüpfer gesammelt.
    Vor sechs Jahren bin ich gemeinsam mit der Verfasserin dieser klugen Zeilen auf die Weide gestürmt, um die Fällaktion der 12 wunderschönen alten Eichen zu stoppen. Leider ohne Erfolg.Unsere und die Kinder der Straße standen im Kreis um die bis dahin noch stehenden Bäume und haben mit uns versucht, das Fallen der Letzten zu verhindern. Machtlos und traurig mit vielen Tränen.
    Wir kamen uns vor wie Retter, hatten Hoffnung, weil kurzfristig unterbrochen wurde, Landschaftsschützer kamen, die keine Möglichkeit hatten etwas zu tun, weil die Bäume auf “Weideland” standen, wo angeblich besondere Rechte gelten.
    Das Versprechen von dem Besitzer an die Kinder “BIS HIER GEBAUT WIRD, SEID IHR ALLE SCHON ERWACHSEN”, hörte sich damals schon unehrlich – jetzt gerade zu verlogen an.
    Spaziergänger/Radfahrer erfreuen sich täglich an diesem schönen Fleckchen. Kinder und Hunde tollen über die Fläche und morgens liegt eine Ruhe auf dem Feld, wenn man aus seinem Fenster schaut.
    Als Naturliebhaber dreht es mir den Magen um mit anzusehen,wie aus allem Geld gemacht, jeder Grashalm vergoldet wird. Irgendwann wir es keinen Flecken mehr geben, wo man einfach noch Vögel hört, ein Pferd auf der Weide grast, die Kinder im Winter einen großen Schneeman bauen können.
    Handtuch große Gärten mit Ein/Mehrfamilienhäusern.
    2o-30 STÜCK!!!
    Wahrscheinlich werden auch die Kraniche demnächst noch eine andere Route nehmen, wenn sich das Landschaftsbild weiter ändert. Die fliegen nämlich immer genau über diese Weide.
    Na ja,wir haben ja die Erinnerung!?
    “Wisst ihr noch-früher….”
    Aber vielleicht fährt der Streudienst ja weiterhin nicht in die Straße, dann kann man wenigstens den Schnee vom neuen Asphalt nehmen. Für den Schneemann.

    Ich hoffe, dass wir all dies wirklich so lange hinauszögern können, bis alle Kinder dieser Straße,immerhin 38!!!!, erwachsen sind.

  14. Gratulation. Die Stadtplanung in Bergisch Gladbach ist wirklich ein Trauerspiel.
    Traurig ist dies vor allem , weil z.B. Refrath immer mehr zu einem Retortenvorort ohne Charakter verkommt. Es hat was von der “Truman Show” , falls jemanden Film gesehen. Als ehemaliger Kölner würde ich hier noch nicht mal einen Kaffee trinken, zu langweilig und gesichtslos, aber bisher zumindest grün. Mit der genialen Idee, die Baumschutzordnung aufzuheben, ist dies nun auch vorbei. Es ist wirklich traurig , wenn man mit anschaut, was in den letzten Jahren seit dem an altem Baumbestand gefällt wurde. Mit der Begründung, Bäume machen Schmutz, versperren die Sicht, geben keine Licht und was auch immer.
    Zum Thema Baumschutzordnung und Weide der Alten Marktstrasse. Und die Partei Die Grünen in Bergisch Gladbach sind so naturverbunden und Öko interessiert wie ein Parteifunktionär in China. Ich habe damals jede Menge Korrespondenz an die Grünen versendet, ohne jemals ein Feedback zu erhalten.
    Die Stadt beauftragt eine Geruchsgutachten zum angrenzenden Klärwerk und dies wird sinnigerweise im Winter durchgeführt. Upps da hat einer aber in Physik nicht aufgepaßt oder wann stinkt es am häufigsten, sicherlich dann wenn es warm draußen ist ?! Oder steckt da etwa Absicht dahinter!

  15. Stadtplanung, die sich an den Menschen orientiert? Sowas kennt Bergisch Gladbach nicht. Tatsächlich wird wilder Aktionismus betrieben oder man wartet auf einen Investor, vor denen man dann auf die Knie fallen kann.

    Die Stadt und Stadtrat hat nur ein Auge für die Entwicklung der Stadtmitte und hat die Quartiere aus dem Blick verloren. Besonders deutlich wird dieses am Wohnpark Bensberg und dem Hermann Löns Viertel. Dringend notwendige Maßnahmen werden aus angeblichen Geldmangel auf den Nimmerleinstag verschoben.

    Bürgermeister Lutz Urbach macht es seinem Vorgänger von der SPD nach, denn statt sich wie versprochen um alle Stadtteile zu kümmern, werden im Nothaushalt zunächst mehr als 11 Millionen € in der Stadtmitte vergeudet. Für andere Stadtteile bleibt nichts übrig, denn es ist schon alles in der Stadtmitte verplant. Fast alle Parteien inkl. GRÜNE feiern sich für diesen Größenwahn mit Sekt und Schulterklopfen. Lediglich die LINKE und die BFBB scheren da aus und fordern den Stopp des Größenwahns und mehr Investitionen und die Quartiere.

    In der Schlossstr. in Bensberg verliert man den Verstand. Es wird viel gejammert, aber nichts getan. Statt sich selbst zu helfen, wartet man auf den reichen Onkel aus Amerika, der es richtet. Dafür will man alles tun und sogar die Fußgängerzone wieder auflösen. Der reiche Onkel kommt aber nicht um Bensberg glücklich zu machen. Nun will auch noch ein profitorientierter Kinokonzern bauen und fügt dem eh schon gebeutelten Stadtbild in Bensberg eine weitere Bausünde hinzu. Wieder verschließt man die Augen, denn wenn man genau hinschauen würde, würde man selbst nicht verstehen, warum man applaudiert. Eigentlich sollte man meinen, dass man aus der Baukatastrophe Schlossstr. gelernt hat. … wieder geirrt!

    Bürgermeister Urbach und der Mehrheit im Stadtrat fehlt es an einer Vision für die Zukunft dieser Stadt. Der einzige “rote Faden” der zu erkennen ist, ist der planlose aber stetige Verkauf und die Privatisierung von Grundstücken, um die Kassen zu machen.