Renate Zanders starb im Alter von 97 Jahren

Renate Zanders ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Damit verlieren wir eine bedeutende Persönlichkeit des Bergischen Landes.

Ihren 95. Geburtstag hatte sie mit einer Orgelmatinee im Altenberger Dom gefeiert. Dabei wurde ihr für ihr großes Engagement an der Spitze des Altenberger Domvereins gedankt.

Noch wenige Wochen vor ihrem Tod hielt sie in der Villa Zanders den mit großem Beifall bedachten Festvortrag zum 125.-jährigen Bestehen der Chorgemeinschaft Zanders, deren Vorsitzende sie 37 lange und erfolgreiche Jahre war.

Ihre Kindheit hatte die Tochter des Rittmeisters und Gutsherren von Hake auf dem elterlichen Gut Beiroda in Thüringen verbracht. Nach dem Abitur lernte sie in Berlin  bei einer Jugendfreundin den Diplom-Ingenieur Karl Richard Zanders kennen.  Ostern 1936 verlobte sich das junge Paar.

Nach der Hochzeit im Juni 1936 zogen die Eheleute zunächst in das heutige Kulturhaus Zanders und dann in die „gelbe“ Villa gegenüber der Alten Dombach.

Im Februar 1942 fiel Karl Richard Zanders als Oberleutnant und Kompaniechef in Russland. Die junge Mutter von zwei Söhnen heiratete im Jahr 1943 ihren noch ledigen Schwager Dr. Johann  Wilhelm Zanders.  An der Seite des unvergessenen Firmenchefs und Bergisch Gladbacher Ehrenbürgers wurde das Unternehmen neben der Familie ihr Leben.

Dieses Leben stellte sie vor harte Prüfungen. So fielen alle ihre Geschwister dem Krieg zum Opfer. Und zwei ihrer drei Söhne verunglückten tödlich.

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Sie gestaltete die stürmische Entwicklung der weltbekannten Feinpapierfabrik mit und fand der Familientradition entsprechend außerdem noch Zeit und Kraft für die ehrenamtliche Tätigkeit an der Spitze der Chorgemeinschaft Zanders und des Altenberger Domvereins. Sie engagierte sich für den Ausbau des Evangelischen Krankenhauses ebenso wie für die Restaurierung der „Gnadenkirche“, half immer wieder Menschen in Not und förderte die Pflege des Brauchtums.

Ihr Haus auf dem Igeler Hof, den die Familie 1939 von ihrer Tante Anna Zanders geborene von Siemens geerbt hatte, und in dem heute Renate Zanders Sohn Hans Wolfgang mit seiner Frau Sylvia lebt, wurde wie die Villa der Maria Zanders  zum Ort der Begegnung namhafter Künstler und Persönlichkeiten der Zeitgeschichte.

Renate Zanders blieb bis zuletzt die gute Seele der Chorgemeinschaft Zanders, die aus dem von Maria Zanders 1885 gegründeten „Cäcilienchor“ hervorgegangen war. Sie half auch in wirtschaftlich schwieriger Zeit, dass Niveau hoch zu halten.

So bekannte Renate Zanders noch vor kurzem in einem Interview:

Es ist ein wunderbares Gefühl, ein musikalisches Werk mitgestalten zu können. Wenn man den Erfolg erleben kann, ist es doppelt schön.

Weitere Informationen:

Beileidsbekundungen und Reaktionen

Die ersten spontanen Beileidsbekundungen gingen per Facebook ein. Nutzen Sie bitte das Kommentarfeld unten.

  • Auch wenn mir die Entwicklung rund um die Firma Zanders nicht zusagt, ist es sehr traurig das schon wieder ein Stück Bergisch Gladbach gestorben ist…:(
    Ulrich Mehlis
  • Sie war eine bewundernswerte Frau !
    Marga Müller
  • Die Chorgemeinschaft Gladbach war ihr ein wichtiges “Kind”. Ich wünsche Renate Zanders, dass sich ihr Wünsch erfüllt und der Chor auch nach ihrem Tod noch einen festen Zusammehalt erfährt und die Unterstützung der “Erben”. Den Agehörigen spreche ich mein Beileid aus.
    Helga Niekammer
  • Renate Zanders hat als Vorsitzende und Präsidentin der Chorgemeinschaft Bergisch Gladbach, später Chorgemeinschaft Zanders Bergisch Gladbach großartiges geleistet. Ihre Unterstützung – nicht nur finanzieller Art als Mäzenin, sondern vor all…em intellektueller Art war bewundernswert. Schwierigste Fragestellungen hat sie in kürzester Zeit erfasst und pragmatische Antworten gefunden. Ihre Lebensweisheit half ihr, dem Chor in manch einer schwierigen Situation bescheiden aber entscheidend zu helfen, immer das Ganze und die Zukunft im Blick. Auch mein Wunsch ist es, dass der große und innige Wunsch von Renate Zanders in Erfüllung gehen wird, dass der Chor in ihrem Sinne weiter besteht. Bergisch Gladbach und die von ihr unterstützten Vereine und Institutionen verlieren eine großartige, warmherzige Freundin.

    Bram Getjen

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2 Kommentare

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  1. Auch wenn ich zu den vielen Gladbachern gehöre, die nie eine Chance hatten, Renate Zanders kennenzulernen: ihr Lebenslauf und die Tatsache, dass sie bis ins hohe Alter so viel Engagement für ihre Mitmenschen zeigte, verdient großen Respekt.

  2. Renate Zanders war die Grande Dame Bergisch Gladbachs. Ihr ausserordentliches Engagement für unsere Stadt, ihre Leidenschaft für die Musik und ihr besonderer Charakter wird für immer ein wichtiger Teil unserer Stadtgeschichte sein und bleiben.