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Sie nennen sich RadRitter, Windschatten, Schlammschleuder oder Asphaltjunkie und sind Mountainbiker von ganzem Herzen. Viele von den Stollenreifenfans sind aber auch im Alltag mit dem Fahrrad (meistens einem ganz normalen) unterwegs. Der Trend geht zum Ganzjahresbiker.

Seit dem 5. November sind viele ganz besonders motiviert. Denn seit  zwei Wochen läuft der “Winterpokal” der Internet Bike Community, einer Onlineplattform für Mountainbiker. Fünf Leute bilden bis Ende März 2013 ein Team und notieren online jede Bike- und Sportaktivität im Netz. Von den deutschlandweit 586 Teams und 2604 Teilnehmern kommen viele auch aus dem Köln-, Leverkusen-, Bergisch-Gladbacher-Raum.

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Wie viele genau lässt sich schwer sagen, jedenfalls hat die Mitgliederkarte der Onlineplattform rund um Köln einen deutlichen Schwerpunkt. Mit MTBRB in Bergisch Gladbach gibt es einen Verein für Mountainbikesport, der Mitglieder weit über die Stadtgrenzen hinaus hat.

Ansteckender Fahrradvirus

Der Winterpokal motiviert ungemein. Einmal dabei, will man sein Team nicht hängen lassen. “Fahrt zur Arbeit plus Schleifen am Fühli bis die Stunde voll ist”, schreibt Mela aus Köln. Ein Biker aus Schildgen dreht dem Winterpokal zuliebe eine “15km Asphaltrunde” zum “Spikereifen einfahren”.

Schnell entwickelt sich auch ein besonderer Ehrgeiz, befreundete Teams zu überrunden. Der derzeit Führende mit dem sympathischen Nicknamen “axelschweiss” hat in den ersten dreizehn Tagen des Winterpokals schon rund 90 Stunden auf dem Sattel verbracht – krass!

Mit einer Stunde pro Tag kommt man im Einzelranking derzeit etwa auf Platz 500. Das gibt ein Gefühl dafür, wie engagiert viele Winterpokal-Teilnehmer sind.

Laub und Licht machen Laune

Wer möchte, kann noch bis zum 19. November beim Winterpokal einsteigen. Die dazu erforderliche Anmeldung auf mtb-news.de ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten. Gründe, den Drahtesel nicht einzumotten, gibt es genug – gerade jetzt, wenn der November den goldenen Oktober mimt.

Im besten Fall wird die Frühtour von Bergisch Gladbach ins Kölner Büro zu einem kleinen Urlaub vor dem Job. Von Nussbaum aus sieht man schon das Ziel, den Dom, der seine Spitzen durch den Dunst nach oben reckt. Hinter dem Kombibad malen die bunten Bäume um die Wette. Laub und Licht machen Laune.

Mit dem Streiflicht der Sonne zeichnet der Lattenzaum ein interessantes Schachbrettmuster auf den Weg. Die Wiese nebenan fasziniert mit dem ersten Reif des Jahres. Wenig später wabert der Nebel über dem Höhenfelder See, Nordic-Walker und Hundebesitzer grüßen freundlich. Tack, tack, tack.

Schon schiebt sich ein großes Frachtschiff über den Rhein bis schließlich, nach rund 45 bis 60 Minuten Fahrt (je nach Tempo und Fotostopps), die Schlösser auf der Hohenzollernbrücke um die Wette glitzern. So glanzvoll ist die Tour nicht immer, aber der fast tägliche Wechsel von Natur und Wetter im Winterhalbjahr ist von ganz besonderem Reiz.

Tipps zu Reifen, Licht & Klamotten

Mit dem richtigen Fahrverhalten und Ausrüstung macht Radfahren jedenfalls auch in der kalten Jahreszeit Spaß. Bei Temperaturen unter drei Grad Celsius muss man mit Glatteis rechnen, besonders auf Brücken und in Waldstrecken. Ist die Fahrbahn nass oder friert die Nässe, kommt man schnell ins Rutschen. Dann gilt es das Tempo zu reduzieren, einen größeren Abstand zu halten und besonders in Kurven nicht abrupt zu bremsen.

Sind benutzungspflichtige Radwege nicht geräumt oder gestreut, braucht man sie auch nicht benutzen. Dann sollte man auf der Fahrbahn fahren. Es hilft auch, den Luftdruck auf den Mindestdruck abzusenken. Dann liegt der Reifen mit einer größeren Fläche auf der Straße auf. Es gibt auch spezielle Winterreifen z.B. von Continental und Schwalbe.

Fährt man viel auf vereisten oder verschneiten Strecken kann man auch Winterreifen mit Spikes montieren. Besonders wichtig ist auch die richtige Beleuchtung. Beim Fahrradclub ADFC Köln (www.adfc-koeln.de) – zuständig auch für Bergisch-Gladbach – gibt es “Licht Check Tage”, an denen kostenlos die Beleuchtung geprüft wird und bei denen man sich informieren kann und weitere Tipps erhält.

Ein Nabendynamo fürs Licht hat viele Vorteile, funktioniert eigentlich immer und lässt sich für unter 100 Euro auch nachrüsten. Gute Bremsen sind im Winter besonders wichtig. Fährt man viel durch Nässe und Schmutz, muss die Kette öfters gereinigt und geölt werden. Die richtige Winterkleidung die bei Wind und Kälte schützt gibt es in vielen Variationen. Bei Regen schützen wasserdichte Jacken und Überziehhosen sowie Überschuhe. Bewährt hat sich das Zwiebelprinzip. Nur so viel anziehen, dass man nach fünf Minuten Fahrt nicht friert.

Weitere Informationen:

  •  Wie fahrradfreundlich Bergisch Gladbach? Noch bis zum 30.11.12 sind alle aufgerufen an der deutschlandweiten Umfrage von ADFC und Bundesverkehrsministerium teilzunehmen. Nutzen Sie die Online Möglichkeit
  • Viele Tipps zum Radfahren und Tourenangebote, die auf Nichtmitgliedern offen stehen, gibt es in der gerade frisch erschienen Zeitschrift “FahrRad!”. Infos und ältere Ausgaben als PDF gibt es unter www.adfc-koeln.de im Internet.
  • Am 29.11.12 wird die neue ADFC-Geschäftsstelle in Köln eröffnet, die Bevölkerung ist dazu eingeladen. Weitere Infos unter www.adfc-koeln.de und im neuen Mobilitäts-Informations-Center (MIC) im Mauritiussteinweg 11 in Köln.
  • Auch als Transportmittel ist das Fahrrad geeignet. Im Dezember startet die Aktion: Ich kaufe per Fahrrad ein! Mehr unter www.koelner-fahrrad-netzwerk.de.
  • Das nächste ADFC-Aktiventreffen für Bergisch Gladbach ist in der neuen Kölner Geschäftsstelle am 17. Dezember geplant. Im Anschluss steht ein Besuch des Weihnachtsmarktes auf dem Programm.

Mitarbeit: Sven Bersch

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