In einem großen Zahlenwerk hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein versucht auszurechnen, wie sich die Versorgung der Bevölkerung mit Menschen in den nächsten 17 Jahren entwickeln könnte. Wohlgemerkt könnte – denn die Zahlen der Ärztevertreter basieren auf vielen Annahmen, die weder sicher noch vollständig sind. Das räumt die KV auch selbst ein.

Auf der Basis dieses Versorgungsreports droht der ganzen Region Nordrhein ein Hausärztemangel. Wenn sich die Niederlassungszahlen weiter so entwickleln wie in den vergangenen fünf Jahren, dann würden in der ganzen Region im Jahr 2030 rund 1700 Hausärzte fehlen, so das Fazit. Und natürlich die Fachärzte, die für die Senioren besonders wichtig sind.

In den einzelnen Städten und Kreisen fällt das Ergebnis aber ganz unterschiedlich aus. Schauen wir uns das Material mal an.

Je dunkler die Farbe, desto mehr Ärzte je 1000 Einwohner

Zunächst hat die KV die sogenannte Ärztedichte angeschaut, auf der Basis von Zahlen von 2010. Demnach landet der Rheinisch-Bergische Kreis in der zweitobersten von vier Klassen und ist mit einem Hausarzt pro 1700 Einwohner relativ gut versorgt. Auch die Zahlen der Fachärzte aller Richtungen sind durchweg gut.

Ähnlich positiv sieht es mit dem Durchschnittsalter der Ärzte in Bergisch Gladbach aus, dass bei 53,34 Jahren liegt. In Kürten und Odenthal sind die Ärzte jedoch deutlich älter. Schlecht schneidet Rhein-Berg dagegen beim sogenannten Niederlassungsindex ab, der die Attraktivität einer Region messen soll. Hier landet unser Kreis im letzten Viertel. Diese Daten sind von 2008.

Je dunkler die Farbe, desto größer der Ärztemangel

Interessant auch der sogenannte Risikoscore, der den durchschnittlichen Behandlungsbedarf der Bevölkerung in einer bestimmte Region widergeben soll. Derzeit liegt der Risikofaktor in RheinBerg im bundesdeutschen Durchschnitt, bis 2025 soll er auf 106 Prozent klettern. Merkwürdig ist hier nur, dass nach den Daten der KV nahezu alle Kreise und Städte dann über dem Durchschnitt liegen sollen. Eine Rechnung, die nicht aufgeht.

Zum Schluss kommt die KV zur entscheidenden Frage: Wieviele Ärzte werden im Jahr 2030 fehlen? Und welche?

Laut Studie kommt RheinBerg ganz gut davon. Insgesamt werden auf Basis dieser Daten in 17 Jahren zwischen 30 und 72 Hausärzte fehlen, damit liegen wir im unteren Mittelfeld der am stärksten betroffenen Regionen. Ähnlich sieht es bei nahezu allen Facharztrichtungen aus.

Unter dem Strich lautet das Fazit für RheinBerg: mit der alternden Bevölkerung werden die Ärzte knapper. Aber offenbar nur ein wenig.

Datix

Zahlen, Tabelle, Grafiken sind mein Metier. Weil mich interessiert, was sich hinter dem ganzen Datensalat verbirgt.

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1 Kommentar

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  1. Danke für die lokale Auswertung, genau dafür ist das Online-Datenmaterial gedacht!
    zum Risikoscore: Die Prozentzahlen der Modellrechnung für die Jahre 2020 bis 2030 beziehen sich immer auf den Durchschnitt im Basisjahr 2010. Damit kann man nicht nur erkennen, wie sehr sich die Kreise voneinander unterscheiden, sondern auch, ob der Behandlungsbedarf bis 2030 steigt oder sinkt (letzteres ist tatsächlich in Gebieten der Fall, die von starker Abwanderung betroffen sind, z.B. Duisburg oder Wuppertal).
    Gruß
    Miguel Tamayo, KV Nordrhein