Aktualisierung 15.1.2014: Die Kreispolizei gibt vorläufig Entwarnung. Sie habe den Sachverständigenbericht geprüft, daraus hätten sich keine Hinweise in Richtung einer Manipulation ergeben, teilte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage mit. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Aktualisierung 14.1.2014: Die Bergische Landeszeitung zitiert in ihrer aktuellen Ausgabe Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden: „Es ist mir jetzt bekannt geworden, dass wir diese Probleme im Rheinisch-Bergischen Kreis mehrmals hatten. Außerhalb gab es sie bisher nach meinen Erkenntnissen nicht. Das ist schon seltsam. Wir tappen im Dunkeln.“

Allerdings stimmt es nicht, dass diese Fälle woanders nicht vorgekommen sind. Seit Jahren berichteten zum Beispiel Polizisten, Bundeswehrangehörige und auch Feuerwehrleute von gelösten Radmuttern – oft auch an Privatfahrzeugen. (2011, Düsseldorf, Brühl, Hürth; 2012, Berlin)

Die Kreispolizei nimmt die Vorfälle sehr ernst und ermittelt, Ergebnisse will sie frühestens Mittwoch mitteilen.
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Der ursprüngliche Beitrag vom 13.1. mit dem Titel Radmuttern fehlen: Feuerwehr überprüft Rettungswagen

Die Schlagzeile des Kölner Express ist dramatisch: „Radmuttern gelockert – Rettungsfahrer haben Angst vor Anschlägen“. Tatsächlich hatte die Kölner Feuerwehr ihre Fahrer gewarnt, nachdem ein Bergisch Gladbacher Rettungswagen ein Rad verloren hatte – doch die Bergisch Gladbacher Feuerwehr glaubt nicht an einen Anschlag. Aber die Polizei ermittelt.

Die Fakten: Am vergangenen Donnerstag hatte ein Bergisch Gladbacher Einsatzfahrzeug einen Patienten ins Krankenhaus in Holweide gebracht. Kurz vor der Notaufnahme knickte ein Rad ab, weil die Muttern verschwunden waren. Daraufhin gaben die Kölner eine Warnung heraus – und die Bergisch Gladbacher entdeckten bei der Kontrolle aller Wagen, dass in einem weiteren Fall eine Mutter gelockert war.

Dennoch, so Feuerwehr-Sprecher Elmar Schneiders, gehe man nicht davon aus, dass es sich um eine Aktion gegen die Feuerwehr handelt, sondern um einen technischen Defekt oder ein Wartungsproblem.

Die Stellungnahme der Feuerwehr im Wortlaut:

Am Abend des 09. Januar 2014 kam es im Rahmen eines Rettungsdiensteinsatzes zu einem Schaden an einem Rettungswagen (RTW) der Feuer- und Rettungswache Nord.

Der Rettungswagen der Feuerwehr Bergisch Gladbach war am Donnerstagabend mit einem Patienten an Bord auf dem Weg in ein Krankenhaus in Köln. Kurz vor dem Krankenhaus stellte der Fahrer Unregelmässigkeiten an der Spur des Fahrzeuges fest. Kurz darauf blockierte das betreffende Rad am Rettungswagen. Die Fahrt konnte aufgrund eines abgeknickten Rades nicht mehr fortgesetzt werden und ein weiterer Rettungswagen wurde über die Leitstelle zur Übernahme des Patienten angefordert. Der weitere Rettungswagen verbrachte den Patienten ins Krankenhaus. Der Gesundheitszustand des Patienten wurde durch diese Maßnahme nicht tangiert.

B- und A-Dienst der Feuerwehr Bergisch Gladbach wurden verständigt und prophylaktisch die zuständige Polizeidienststelle über den Vorfall informiert.

Die Polizei hat die Ermittlungen wegen eventuellen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen. Ob eine bewusste Manipulation, ein technischer Defekt oder ein organisatorisches Defizit vorliegt, ist Gegenstand der Ermittlungen der Polizei sowie der Überlegungen von Wehrleitung und Sachgebiet Technik.

Der A-Dienst hat noch am Abend bzw. in der Nacht umgehend die Überprüfung aller Fahrzeuge der Feuerwehr Bergisch Gladbach veranlasst. Bei der täglichen Kontrolle und Übergabe der Fahrzeuge sind die Angehörigen der Feuerwehr angewiesen, ein besonderes Augenmerk auf die Radbolzen zu richten.

Eine bewusste Manipulation an Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr Bergisch Gladbach ist nicht auszuschließen, aber auch nicht sehr wahrscheinlich. Unsere Einschätzung begründet sich darin, dass in der Vergangenheit bereits bei anderen Dienststellen an den von ihnen betriebenen Rettungswagen identische Defekte aufgetreten sind. Der Fahrzeughersteller ist in die Ursachenfindung einbezogen.”

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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