Facebookseite der Feuerwehr GL

Bergisch Gladbachs Feuerwehr gehört zu den größten Sympathieträgern der Stadt. Wo sich Verwaltung oder Polizei schon mal mit herber Kritik herumschlagen müssen, da schlägt den haupt- und ehrenamtlichen Kräften der Feuerwehr jede Menge Wohlwollen entgegen. Das lässt sich beim Auftritt in den sozialen Netzwerken ablesen: auf Facebook sammeln die Einsatzkräfte regelmäßig Lob und Likes, auch bei Google+Twitter und Youtube sind sie vertreten.

Dazu trägt die offensive (Selbst-)darstellung der Feuerwehr kräftig bei. Der Brand des leerstehenden Einfamilienhauses in Refrath vor wenigen Tagen ist ein Paradebeispiel:

Nach der ersten Twitter-Meldung gibt es auf Facebook rasch ein erstes Hinweisfoto, kurz darauf die Warnung, angesichts des starken Rauchs Türen und Fenster geschlossen zu halten. Nach der Löschung des Feuers kann man im Feuerwehr-Blog den detaillierten Einsatzbericht nachlesen – und dann gibt es noch einen Bericht in Form einer Video-Slideshow:

Sehr routiniert nutzt der ehrenamtliche Pressesprecher Elmar Schneiders alle Kanäle, um über die Gefahrenlage zu informieren – und auch, um für die Feuerwehr Werbung zu machen. „Mit Facebook verbinden wir eine ganze Reihe von Zielen,” erläutert Schneiders, „Bürgernahe und schnelle Kommunikation, Warnung der Bevölkerung, transparente Behörde, Mitgliederwerbung, aber auch Gefahrenvorbeugung und -prävention.”

Das Profilfoto von Elmar Schneiders

Die Feuerwehr GL reagiert damit auf Veränderungen beim Medienverhalten der Menschen: wenn es irgendwo brennt, bekommt man das nicht mehr per Radio oder Sirene mit, sondern oft über die sozialen Medien. Und immer häufiger wenden sich Bürger mit akuten Fragen über Facebook an die Feuerwehr, sagt Schneiders. Dann könne man schnell reagieren und in der Regel für rasche Beruhigung sorgen.

Wie sehr die Bürger an Informationen dieser Art interessiert sind, zeigt sich bei Großbränden – wie zuletzt in der Bensberger Schlossstraße oder bei beim Großbrand bei Zanders. Und in beiden Fällen wurde sie gut versorgt.

Knapp 2000 Fans hat die Feuerwehr bereits auf ihrer Facebook-Seite. Immerhin erreichen die Bergisch Gladbacher im bundesweiten Facebook-Ranking Platz 23.

Damit es aber noch mehr Bergisch Gladbacher im Fall der Fälle rasch erreicht werden, hat die Feuerwehr einen informellen kleinen Wettbewerb aufgelegt: wer diesen Beitrag auf der Facebook-Seite der Feuerwehr GL mit einem „Like” versieht, hat die Chance, eine Spezialführung durch die Feuerwache in Paffrath zu gewinnen.

Natürlich bedeutet die Pflege der Facebook-Seite für die Feuerwehr auch Aufwand. Und der besteht neben dem Erstellen der Inhalte vor allem aus der Überwachung der Seite: bei Rückfragen und auch bei böswilligen Unterstellungen sollte man schnell zur Stelle sein. Aber dafür ist die Feuerwehr ja gut aufgestellt, rund um die Uhr.

Allerdings hat auch die Feuerwehr GL ihren kleinen „Shitstorm“ erlebt: als sich eine Feuerwehrfrau leicht bekleidet für einen Feuerwehr-Kalender ablichten ließ, schritt die Leitung ein und sprach eine Verwarnung aus. Nicht aufgrund der Bekleidung, sondern weil Model und Fotograf ohne Genehmigung historische Fahrzeuge der Feuerwehr mit GL-Kennzeichnung verwendet hatte. Diese Entscheidung wurde der Feuerwehr von einigen Leuten übel genommen.

„Die Reaktionen nach dem Express-Artikel, der den Sachverhalt falsch dargestellt hatte, waren schon erschreckend”, räumt Schneiders ein. Mansche der zum Teil sehr persönlichen Beleidigungen seien unter die Gürtellinie gegangen und hätten Nerven gekostet.

Dennoch stellte Schneiders einen Beitrag aus dem KSTA mutig auf die Facebook-Seite, gab damit der Diskussion ein Ventil und erntete eine Rekordzahl an Kommentaren:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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