Die Jugendlichen beladen den Gemeindebus

Wenn die Jugendlichen aus der Kirche zum Heilsbrunnen seit acht Jahren einmal im Monat zum Appellhofplatz in Köln fahren, dann sind sie bestens ausgerüstet mit etlichen Sprudelflaschen, frisch belegten Brötchen, Kuchen,Obst und Teilchen; im Winter auch mit Mützen, Schals und Handschuhen. Denn in der evangelischen Kirche zum Heilsbrunnen gibt es eine Gruppe von rund 15 älteren Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen, die Obdachlosen beistehen und ihre Menschenwürde anerkennen wollen.

Die Gruppe nennt sich „Pray and change“, bete und verändere etwas. Ulrike Lüdorf, die Diakonie der Kirche zum Heilsbrunnen hat dabei die jungen Erwachsenen ebenso im Blick wie die Obdachlosen. Es gehört auch etwas dazu, sich sozial zu engagieren. Die jungen Leute geben die Brötchen aus, hören sich Lebensgeschichten an, fühlen mit und erkennen, wie Obdachlose in ihre Situation der Heimatlosigkeit und Not kommen. Bereits mehrere junge Mitfahrer haben hinterher gesagt, dass sie das Gefühl hatten, zum ersten Mal in ihrem Leben etwas wirklich sinnvolles gemacht zu haben.

Bäcker sind mit Spenden dabei

Die Bäckerei Theißen und ein Biobäcker aus Bergisch Gladbach spendieren die Brötchen und Brote. Ein weiterer Bäcker spendet regelmäßig Kuchen und Teilchen. Für den Aufschnitt und das Obst wird in den Gottesdiensten gespendet. Die jungen Erwachsenen fahren mit dem Gemeindebus zum Appellhofplatz. ( Der Bus ist übrigens von der Rundschau Altenhilfe gespendet worden! )

Dort finden sich auch beispielsweise Mitarbeiter katholischer Organisationen ein, die eine heiße Suppe mitbringen, und auch das Gesundheitsamt ist vor Ort mit einem Rettungswagen, in dem ein Arzt kostenlos die Obdachlosen behandelt. Die Gladbacher jungen Leute ergänzen also das Angebot anderer diakonisch caritativer Gruppen.

Einsatzort Appellhofplatz

Die Gruppe hat auch schon einmal unsere Feuerwehr, die Polizeidienststelle, Krankenhausstationen und unseren ehemaligen Bürgermeister Klaus Orth besucht. Ganz erstaunt waren die Besuchten, dass die Gruppe „Pray and Change“ keine Bitten vorbrachte, sondern einfach mal „Danke“ sagen wollte für die aufopferungsvolle Arbeit.

Asylbewerber brauchen Kontakte

Kürzlich hat die Gruppe die Asylbewerber in Voiswinkel und Gladbach besucht. Da wartet noch einiges an Arbeit und Anteilnahme auf die Gruppe. Diakonin Ulrike Lüdorf ist ganz optimistisch, dass auch die kleinen Zeichen, die die Gruppe geben kann, den Asylbewerbern gut tun und ihre Lebensqualität verbessert.

Vielleicht gibt es auch andere Gruppen in unserer Stadt, die sich in diesen sozialen Belangen engagieren wollen.  Allein schon die Asylbewerber brauchten eine bessere Ansprache und Integration.  Es sind vielfach Männer, die sich nach ihren Familien sehnen, und hier ohne soziale Kontakte sind.

Achim Dehmel

Pfarrer der Kirche zum Heilsbrunnen, 4. Pfarrbezirk der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach.

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