Foto: Privat

Nachdem zum Jahreswechsel zunächst die Container und dann gefühlt die halbe Stadt von leeren Flaschen überschwemmt worden war, hat sich die Lage deutlich beruhigt. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Altglas-Container voll laufen und mit hunderten Flaschen umstellt werden. Was ist da los?

Die Glasflut direkt nach Silvester war, so die Erkenntnis der Stadtverwaltung, die Folge einer Verkettung unglücklicher Umstände – und nach einigen Wochen abgearbeitet. Dennoch treffen seither in der Redaktion immer wieder Meldungen von erneut überfüllten und verwahrlosten Container-Standorten ein. Zuletzt wurden es wieder mehr.

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Die eingesandten Fotos sprechen eine deutliche Sprache, daher haben wir noch einmal bei der Stadt nachgefragt.

Wer ist für die Leerungen verantwortlich?

Wie üblich ist das nicht so einfach. Die Stadt hat einen Vertrag mit dem Systembetreiber, also mit dem Dualen System (DSD). Das wiederum beschäftigt andere Unternehmen (wie Remondis oder Revea) als „Leerungsdienstleister“. Die wiederum sind verpflichtet, die Container mindestens alle 14 Tage und nach Bedarf zu leeren, erläutert die Stadt.

Auch wenn die Stadt selbst keinen Vertrag mit diesen Subunternehmen hat, gebe es einen engen Austausch. Überfüllungsmeldungen würden daher „schnellstmöglichst“ weitergegeben.

Reagieren die Dienstleister auf Meldungen?

Offenbar ja. Wir hatten der Stadt drei Standorte gemeldet, die dann tatsächlich in kurzer Zeit angefahren und geleert wurden.

Wie erreicht man die Dienstleister?

Auf vielen Glascontainern sind noch uralte Kontaktnummern angegeben. Aktuell ist die Hotline unter 0800 1223 255 (kostenlos) zu erreichen.

Die Stadt habe das Unternehmen aber auch bereits aufgefordert, aktuelle Nummern an den Standorten anzubringen.

Das Bild ist aktuell, die Angaben auf dem Container dagegen schon lange nicht mehr. Foto: Privat

Was können die Bürger:innen tun?

Eine wichtige Frage. Denn immer wieder werden volle Container rücksichtslos zugestellt – auf ihnen reihen sich die Flaschen und Gläser auf, ringsherum liegt soviel Glas, dass kein Durchkommen mehr ist. Damit dauert die Entleerung der einzelnen Container viel länger, weitere Standorte auf der Tour nicht mehr angefahren werden und sich das Glas dort ansammelt.

Was hilft? Die Flaschen wieder mitnehmen, einen anderen Standort bzw. den Wertstoffhof Kippemühle anfahren oder eine Überfüllungsmeldung abgeben und einige Tage später wiederkommen.

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Zudem sollte man prüfen, ob die Container tatsächlich voll sind. Nach Angaben der Stadt komme es vor, dass nur einzelne Behälter gefüllt sind und zugestellt werden, der benachbarte Container der gleichen Glasfarbe dagegen leer bleibe.

Nach wie vor wichtig: Die Hinweise auf die Glasfarbe sollten beachtet werden, denn Weiß-, Braun- und Grünglas müssen separat recycelt werde.

Welche Maßnahmen plant die Stadt gegen Müll-Vandalismus?

Nach wie vor hat die Verwaltung die Einrichtung von Videoüberwachungen bei den besonders problematischen Altglas- und Altkleider-Standorten auf dem Zettel. Welche Orte das sind, will die Stadt jedoch bewusst nicht nennen.

Zudem prüfe der Abfallwirtschaftsbetrieb weiterhin aktiv die Umstellung der Aktkleidersammlung – weg von Containern, hin zu einer vier- oder gar zweiwöchigen Straßensammlung. Sollte diese Prüfung positiv ausfallen, werde dem Stadtrat ein entsprechender Vorschlag vorgelegt, mit dem Ziel, die Sammlung zum 1.1.2027 umzustellen.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Das Problem mit überfüllten Glascontainer zu Weihnachten und Neujahr gibt es jedes Jahr. Das größere Problem ist das die Glascontainer mittlerweile als Sperrmüll und Abfall genutzt werden. Deswegen braucht es dringend die Video Überwachung. Und die dagegen sind sei gefragt wer kommt für die zusätzlichen Kosten auf um den Sperrmüll und Abfall zu abtransportieren?

    Ich gehe täglich an der oberen Hauptstraße an den Glas und Altkkeider Container vorbei, es ist, nein man muss sich schämen als Bürger meiner Heimatstadt sowas zu sehen und die Politik schaut zu.

  2. Was wahrscheinlich überhaupt keiner auf dem Schirm hat: Die Glascontainer werden mit LKW der Größe 30 – 40-Tonner angefahren und entlehrt – bis in die letzten Winkel jeder Wohnsiedlung…

    Wurden diese Extrembelastungen beim Bau dieser Straßen bereits konstruktiv berücksichtigt? Mit Sicherheit nicht! Dass jetzt gewaltige Kosten wegen Straßenreparaturen auf die Bürger zugekommen sind, sind nicht der NeverEndingMantraLüge “der Frost macht die Straßen kaputt” zu verdanken, sondern LKW-Rädern, welche im Dauerbetrieb dem Asphalt erst Mikrorisse und später Schlaglöcher produzieren. Welcher Frost übrigens?

    Wenn diese Erkenntnis nur mit einem Schulterzucken wahrgenommen wird, haben die Bürger es nicht anders verdient… Den Abgfallunternehmen kann das Ganze ja egal sein, Hauptsache die Kasse stimmt.

    1. Es gibt allerdings auch Straßen, die von sehr wenigen (unter 5 pro Woche) LKW befahren werden. Der Zustand der Straße ist auch nicht besser. Sie können natürlich kleinere LKW fordern, dann braucht man aber mehr Fahrzeuge und Personal, was sich (indirekt) auf die Kosten und die Verkehrsbelastung insgesamt auswirkt.

      Wasser gefriert übrigens bei Null Grad und dehnt sich dabei aus, es braucht also keinen strengen Frost.

  3. Die erste Kamera habe ich bereits gesichtet. Mal sehen, ob sich an diesem Standort etwas ändert und ob Anzeigen erstattet werden.