Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach

Der Bus nach dem Unfall am 7. März. Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach

Der Unfall am 7. März hatte die Stadt geschockt: ein Linienbus war am S-Bahnhof nach einem Halt nicht in den Verkehr eingeschwenkt, sondern geradeaus in die Menschen auf dem Bahnsteig gefahren, wo er sich verkeilte. Ein 17-Jähriger geriet unter den Bus und wurde an einem Bein sehr schwer verletzt. Er musste von der Feuerwehr befreit werden und befindet sich nach mehreren Operationen immer noch im Krankenhaus.

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Was dazu geführt hatte, war bislang rätselhaft. Nach einer sehr gründlichen Untersuchung und einer technischen Begutachtung des Bus schließt die Polizei jedoch einen technischen Defekt aus. Bei der Begutachtung seien keine Mängel festgestellt worden, teilte sie am Donnerstag mit. Auch habe der 47-jährige Busfahrer nicht unter Alkoholeinfluss gestanden. Für einen gesundheitlichen Blackout hat die Polizei offensichtlich ebenfalls keine Anhaltspunkte.

Unkontrolliert und ungebremst auf den belebten Bahnsteig

Statt dessen gehen die Experten der Polizei nun von einer „Verkettung unglücklicher Umstände“ aus, die in letzter Konsequenz jedoch von einem „Bedienfehler des Busfahrers“ ausgelöst worden sei. Wie erst jetzt bekannt wurde, waren unmittelbar vor dem Unfall die Fahrer ausgewechselt worden. Der 47-Jährige übernahm den Bus, redete dabei mit einer weiteren Person, die sich nach Angaben der Polizei im Fahrzeug befand.

Nachdem der Fahrer die Tür geschlossen hatte, habe sich der plötzlich und unkontrolliert in Bewegung gesetzt. Entweder, so die Vermutung der Polizei, weil der Fahrer eine Tasche im Fußraum unbeabsichtigt Richtung Pedale geschoben habe oder ebenso unbeabsichtigt auf das Gaspedal geriet.

Nach Schilderung der Polizei geriet der Fahrer in Panik, konnte den Bus nicht abbremsen und konnte auch nicht nach links ausweichen, weil dort ein anderer Bus stand.  Ohne Lenkbewegung und ungebremst fuhr der Bus ein Stück geradeaus auf den belebten Bahnsteig – und kam erst zum Stillstand, als er sich zwischen Haltestellendach und dem anderen Bus verkeilt hatte.

Die polizeilichen Ermittlungen seien „so gut wie abgeschlossen”, der Vorgang werde in den nächsten Tagen an die
Staatsanwaltschaft abgegeben.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Es ist unerträglich, das sich ein Busfahrer von einem Fahrgast ablenken lässt. Ich selber erlebe es jeden Tag, das irgendeine Person – die Aufmerksamkeit benötigt – sich neben dem Fahrer aufhält und ihn bis zum Aussteigen mit einem unerträglichen Sermus zutextet.
    Genauso wie Essen und Trinken in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten ist, muss auch die Ansprache des Busfahrers während der Fahrt verboten werden.

    Gruß

    Peter