Ein möglicher Skandal um die ehemals stadteigenen Herrlische Lischt-,Kraff- und Wasserwerke (HeLKuW)  stolperte jetzt außer Plan und nur durch einen Zufall in die öffentliche Aufmerksamkeit, die sich seit dem grandios beendeten Plattenstreit wieder in ihre gewohnt herrlische Idylle gefunden hatte:

Twilight over Herrlisch Raubach – Die HeLKuW-Connection 1

Und eigentlich wollte eine diskret organisierte Ratsmehrheit auch eher nebenbei und ohne größeres Aufhebens den Beschluss fassen, Anteile der ehemals besessenen HeLKuW, die jetzt der mächtigen DomEnergie gehört, zurückzukaufen. Herrlisch Raubach hatte seine HeLKuW vor ein paar Jahren für einen weit geringeren Betrag an diese versilbert bzw. eher verblecht, um als Akteur auf den internationalen Finanzmärkten zu agieren.

Projekt „Goldregen“

Nach erster und leicht pikiert erfolgter Auskunft von Bürgermeisterbüro und Verwaltung sollen nun wohl wieder HeLKuW-Anteile von der DomEnergie zurück erworben werden.

Dabei gehe es um ein vom bereits bekannten Gutachter-Büro Krumm-LaTour mit absoluter Erfolgsgarantie ausgestattetes Finanzgeschäft der Stadt, das den leicht angespannten Haushalt Herrlisch Raubachs nicht nur rasant schnell und tödlich sicher vollständig entspannen, sondern der Stadtkasse darüber hinaus auch satte Zusatzeinnahmen in Ewigkeit bescheren soll. Inoffizieller Projektname: „Goldregen.“

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Auf diese Weise sollen übrigens auch Mittel generiert werden, um die bislang nicht genau bezifferbaren, in jedem Fall aber wohl neunstelligen Kosten für das besagte Landluft-Verkehrskonzept zu decken, dessen elftausendvierhundereinundreißig-seitiger Finanzierungsplan übrigens auf Antrag transparent in einem eigenen Raum des Rathauses eingesehen werden kann, sobald der Schlüssel zur leider vor einigen Wochen zugefallenen Tür wieder aufgefunden wird.

Aufnahme eines weiteren schlanken Kredits notwendig

Im Zusammenhang mit dem hier gegenständlichen Finanzgeschäft zwischen Herrlisch Raubach und der HeLKuW bzw. DomEnergie darf allerdings nicht vergessen werden, dass die Voraussetzung für ein Zustandekommen zunächst die Aufnahme eines weiteren schlanken Kredits durch die Stadt Herrlisch Raubach ist. Höhe: Etwa 80 Millionen EUR, d.h. Erdnüsschen im Vergleich zum Finanzierungsvolumen des Projekts „HR on Groundair“, wie aus dem Umfeld Trutz Altwassers verlautete.

Nun ist allerdings nicht dieser zu einer ebenso rasch vorübergehenden wie sich selbst tilgenden Neuverschuldung von über 20 Prozent der bereits bestehenden Verschuldung führende Kredit der dieses Mal plattenfreie Stein des Anstoßes, sondern es sind die möglichen Hintergründe und politischen Verwicklungen rund um den geplanten HeLKuW-Deal.

Ein Gesprächsprotokoll unter dem Tisch

Und hier war es die investigative Recherche des jungen Redaktionspraktikanten Gregor Platzdaweg bei der Netzpforte „in-HR“, einer innovativen Online-Zeitung, der besagten Stein ins Rollen brachte.

Denn der hatte, zu später Stunde auf Verdacht unter einem der Tische der Herrlisch Raubacher Traditionsgaststätte „Zum schwarzen Rock“ kauernd, ein leicht alkoholseliges Gespräch zwischen dem Fraktionschef der Schwarzen, Karl „Charly“ Dönekes und dem Fraktions-Pressesprecher Godehard Möring protokolliert.

Gegenstand dieses Gesprächs war die anscheinend ausgehandelte Zustimmung der hellroten Fraktion zur geplanten HeLKuW-Transaktion in einer Art Cross-Border-Dealing:

Die schwarze Fraktion befürwortet eine Verlängerung der Laufzeit des zum bekannten Verdruss Trutz Altwassers hellroten Stadt-Schatzkanzlers Johann Hochdrei, dafür unterstützt die hellrote Fraktion das größte Finanzgeschäft aller Zeiten. Darüber hinaus ging es wohl auch um die Zusicherung einiger Aufsichtsratsposten für verdiente Hellrote innerhalb der zwischen Dom-Energie und Herrlisch Raubach sodann neu strukturierten HeLKuW.

Vor diesem Hintergrund bekommt übrigens das nun im Zuge der ebenso ungewollten wie unerwarteten öffentlichen Diskussion eilig propagierte Motto von der „Versorgungszukunft in HR“ eine recht plastische und eher selektive Bedeutung.

Selektive Versorgungszukunft in HR

Der Artikel Gregor Platzdawegs hatte zunächst allerdings zu sofortig einhelligen Dementis geführt. So erklärte der hellrote Fraktionschef Claas Forsthauer umgehend:

„Wer zwischen der niemals zugesagten Unterstützung der schwarzen Fraktion für den aus unseren Reihen stammenden Stadt-Schatzkanzler und der ebenso niemals zugesagten Unterstützung der hellroten Fraktion für ein Finanzgeschäft, von dem wir im Übrigen nichts wissen, auch nur mutmaßende Zusammenhänge herstellt, der zeigt bloß, dass er von Kommunalpolitik keine Ahnung hat!“

Stante pede sekundierte auch der schwarze Fraktions-Pressesprecher Godehard Möring, nicht ohne einen via Splitter plazierten Seitenhieb auf das journalistische Ethos Gregor Platzdawegs:

„Wer unterm Tisch sitzt, sollte selber keine Schweißfüsse haben! – Davon abgesehen distanziert sich die schwarze Fraktion in aller Deutlichkeit von der niemals zugesicherten Unterstützung für den hellroten Stadt-Schatzkanzler gegen die niemals erfolgte Zusicherung einer Zustimmung der hellroten Fraktion zu einem Finanzgeschäft, von dem ich selber zum ersten Mal höre!“

Schutz- vor Informationspflicht: Denn Details können Bürger gefährden

Auch aus dem Büro des Bürgermeisters war in erster Reaktion ein klares Dementi erfolgt, von einer Schattendebatte die Rede, die, wie der Name schon sage, eben nur im Schatten geführt würde, dessen Licht nun einmal nicht jedem leuchte, weshalb solche Dinge auch im Dunkeln bleiben müssten, was bedinge, dass nicht jeder davon wisse, weshalb alle Spekulationen darüber nichts anderes als Schattendebatten seien. „Niemand hat die Absicht, ein solches Finanzgeschäft zu tätigen!“

Allerdings, so wurde wenig später dann doch relativierend erklärt, allerdings gebe es durchaus Überlegungen zu einer Neugestaltung der Eigentumsverhältnisse bei den HeLKuW. Und die seien, wenn überhaupt, zwar einzig und ausschließlich im Sinne der Bürger, zumindest einiger Bürger, aber in ihrer Komplexität auf keinen Fall allen Bürgern, ja nicht einmal allen Mitgliedern des Rates zuzumuten.

Hier stehe die Schutzpflicht gegenüber dem Bürger vor einer denselben gefährdenden Konfrontation mit Details, weshalb er, Trutz Altwasser, auch für eine schnelle Abwicklung ohne Verwirrung aller Bürger und sämtlicher Ratsmitglieder plädiere, sofern es denn überhaupt ein solches Geschäft gebe.

Befürchtete Verwirrung eingetreten

Durch die Berichterstattung der Netzpforte „in-HR“ ist nun aber leider sowohl die Verwirrung der Bürger wie auch der bislang wenig bis gar nicht über das von niemandem beabsichtigt gewesene Geschäft informierten Ratsmitglieder außerhalb der Schattendebatte innerhalb des Schattens groß.

Denn einzig die Angehörigen des um Trutz Altwasser gescharten „Denkkreises Herrlisch Raubach“ sind über die von niemandem geplante Transaktion, von der auch sie eigentlich nichts wussten, informiert und werben jetzt bei den wirklich wenig bis gar nichts Wissenden um Vertrauen für ihr Handeln auf der Grundlage wissenden Nichtwissens bzw. unwissenden Wissens, aber vor allem zum Wohle Herrlisch Raubachs.

Der Leiter des Bürgermeister-Büros, Blacky U. Decker, rief denn auch zu aktiver Unwissenheit auf: Die unwissende Aktivität aller zum Wohle Herrlisch Raubachs agierender Politiker verdiene jetzt den Ausspruch allgemeinen Vertrauens durch die aktive Unwissenheit der Bürger! „Nur der Bürger, der nichts weiß, kann das notwendige Vertrauen für die unwissende Aktivität seiner Repräsentanten aufbringen!“ Denn hier geht es um nichts weniger als um die Grundlagen einer funktionierenden kommunalen Demokratie.

Unkontrolliertes Wissen schadet der Funktion einer kommunalen Demokratie

Unterstützung erhielt diese Position von einem altgedienten Kämpen der hellroten Fraktion. So äußerte sich Dr. Wilhelm Friedrich Stiege wie üblich etwas mürrisch dahingehend, dass der wissende Bürger einen Widerspruch in sich darstelle „Aufgabe des Bürgers ist das periodisch gleichmäßige Wählen, nicht das ständig maßlose Wissen!“

Und zum Wählen brauche man kein Wissen, sondern nur einen Stift, so Stiege. Und der gehe ihm übrigens, wenn er an den wissenden Bürger denke. In seiner Fraktion gehöre eine vorbildgebend aktive Wissensbeschränkung mittlerweile zur guten Gepflogenheit, und da lasse man sich von den Schwarzen auch nicht den Schneid abkaufen.

Aber die Schattendebatte über das geplante HeLKuW-Geschäft ist nun unverhofft ins Licht geraten, in welchem nicht bloß alle zuvor schattenhaft Beteiligten nun wie bass erstaunte bis leicht verärgerte Lemuren umherirren und nach einer vorteilhaft repräsentativen Pose suchen.

Die Bürger Herrlisch Raubachs fragen sich, was wohl passiert, wenn das Licht wieder ausgeht, und ob es nicht vielleicht besser wäre, die Entscheidung über den Gegenstand der gewesenen Schattendebatte im Licht zu treffen statt im Schatten oder Zwielicht? Was steckt überhaupt hinter dem HeLKuW-Deal?

Doch keine Entscheidung im Zwielicht?

Denn unsere Geschichte um den geplanten HeLKuw-Deal ist noch nicht vollständig ausgeleuchtet. Der umtriebige Gregor Platzdaweg hat inzwischen weiter recherchiert und ist dabei auf geradezu Atemberaubendes gestoßen!

Mehr über die HeLKuw-Connection, den geheimnisvollen  111´er-Rat und darüber, was der Wirt von Trutz Altwassers Lieblingsitaliener, Luigi Lamborghese, mit all dem zu haben könnte, in „Twilight over Herrlisch Raubach – Die HeLKuw-Connection 2“.

H-G. Ullmann

ist gebührend ratloser Bürger, gelegentlicher Zaungast am Spielfeldrand, findet interessante Gespräche ohne Scheuklappen inspirierend und bewahrt sich den Reiz (manchmal auch fassungslosen) Staunens als Mittel geistiger Ausgeglichenheit.

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1 Kommentar

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  1. Herrlisches Kopfkino mit großartiger Verwirrung, also für mich genau rischtisch. Der erste Beitrag, der mein Unwissen und Unverständnis fördert. Ich hoffe, dass ich bis zur nächsten Wahl außer meinem Verstand nicht auch noch alle meine Stifte verloren habe.

    Der Redaktionspraktikant sollte auf jeden Fall befördert werden. Weiter so!