Teilnehmer der Sitzung: Klaus Hansen, Vera Werdes, Patrick Graf, H.G. Ullmann, Marco Henrichs

An jedem dritten Montag im Monat lädt das Bürgerportal Bergisch Gladbach zur offenen Redaktionssitzung. Aus aktuellem Anlass stand an diesem Montag wenige Tage vor der Kommunalwahl die Nutzung sozialer Medien Fokus der sehr gemischten Teilnehmerrunde. Alle Anwesenden nutzen das Bürgerportal. Die einen als Leser zur Information, andere auch als aktive Bürgerreporter.

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Aber nicht alle nutzen Facebook, Twitter und Co. Olaf K. Marx, Klaus Hansen und Peter Baeumle-Courth verweigern sich derzeit gegenüber Facebook, Baeumle-Courth nutzt aber gerne Twitter, Pinterest und Blogs. Und zwar nicht nur aus Datenschutzgründen – sondern auch, um nicht zuviel Zeit sinnlos zu vertun. Alle anderen nutzen Facebook gerne und mehr oder weniger intensiv, die meisten sind in der offenen Facebookgruppe „Politik in Bergisch Gladbach”.

Die Teilnehmer:
Rainer Adolphs, Vorsitzender des Stadtsportverbandes
Peter Baeumle-Courth, Bürgermeisterkandidat der Grünen (und Bürgerreporter)
Patrick Graf, Propagandabeauftragter der Partei "die Partei"
Klaus Hansen, Fotograf, Designer (und Bürgerreporter)
Marco Henrichs, Organisator des Mukoviszidose-Laufs (und Bürgerreporter)
H.G. Ullmann, Sprecher der Partei "Demokrative 14"
Olaf K. Marx, Wahlkampfteam des SPD-Kandidaten Schubek (Bürgerreporter)
Vera Werdes, Wahlkampfteam des SPD-Kandidaten Michael Schubek
H.G. Ullmann, Sprecher der Partei "Demokrative 14", Bürgerreporter
Frau Wirrkopf, Bürgerreporterin
Georg Watzlawek und Werner Schmitz-Dietsch, "Macher" des Bürgerportals

So entstand eine lebhafte Diskussion über Vor- und Nachteile dieser Medien oder ob man sich nicht besser völlig davon distanzieren sollte. Alle waren sich aber einig, dass man zukünftig kaum noch umhin kann, sich mit sozialen Medien zu befassen, wenn man gut und schnell informiert sein möchte. Die Frage ist lediglich, welcher Platform man den Vorzug geben möchte, was wiederum davon abhängt, welches individuelle Ziel man erreichen möchte.

Ein weiteres Thema war die Frage, ob es seriös ist, als Autor von Beiträgen oder Kommentaren Pseudonyme zu benutzen. Wobei man sich sofort bei mir entschuldigte und mir versicherte, dass man mich nicht meine, was ich sehr nett fand.

Die Tendenz ging dahin, dass Anonymität eher als unseriös oder provokant betrachtet wird und man sich mit einem Pseudonym nicht unbedingt einen Gefallen tut. Wer eine Meinung vertritt, soll auch dafür gerade stehen. Es sei denn, man riskiert mit einer Aussage die eigene alltägliche Sicherheit, weil man evt. in einem Abhängigkeitsverhältnis einen unhaltbaren Zustand anprangert, oder Ähnliches. Andererseits kann ein Pseudonym auch einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangen, wodurch es unweigerlich mit einer bestimmten Person verbunden ist und die Anonymität verliert.

“Frau Wirrkopf” hat übrigens alle ihr Blogs und Facebook-Seiten mit einem Impressum versehen, wodurch sie inzwischen weniger anonym ist, als sie gut findet.

Peter Baeumle-Courth, Georg Watzlawek, Werner Schmitz-Dietsch, Vera Werdes

Hochinteressant auch die Frage: Was darf Satire? Anhand eines Facebook-Eintrages von Patrick Graf wurde dieses Thema heiß und gegensätzlich diskutiert. Muss man über einen satirischen Beitrag wirklich drüber schreiben “dies ist ein Witz” oder darf man davon ausgehen, dass gesunder Menschenverstand von selbst dahinter kommt, dass hier Ironie oder Zynismus versprüht wurde?

Zusammenfassend wurde wohl erkannt, dass man sich als Autor mit Satire auf eine Gratwanderung begibt und dass Administratoren ganz schnell mit dem Vorwurf der Zensur konfrontiert werden, wenn sie zweifelhafte Texte und Kommentare löschen.

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Evelyn Barth

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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1 Kommentar

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  1. In einem Leseerbrief (s. u.) zu einem Artikel des Ksta. unter der Rubrik “Junge Zeit” vom 06.02. “Wo bleibt die Jugend” habe ich meine Meinung zu diesem “Facebook-Wahn” deutlich gemacht. Ich bin froh das mein “soziales Leben” nicht auf einem 40 Zoll Bildschirm stattfindet.

    Liebe Frau Balsam (ist der Name Programm?), dieser Generation wurde nicht die Jugend geraubt, diese Jugend hat ihre Kindheit billig verkauft oder billig auf eBay versteigert. Für ein Handy, iPhone oder Hipp-Klamotten hat sie jede Eigenständigkeit aufgegeben. Widerstandslos und bereitwillig hat sie jeden Blödsinn mit gemacht. Sie ist jedem “Flatrat – und All in-Versprechen” hinterher gelaufen und hat diesem Unsinn geglaubt. Im Facebook-Wahn Freunde gesammelt wie Abziehbilder. Im Koma-Saufen den letzten Funken von Selbstbewusstsein weggespült. Und aus der Tief der Markenwelt nach Mama und Papa geschrien, wenn das iPhone drei Monate alt war. Bitte jetzt nicht diesen albernen Spruch, das diese böse Konsumgesellschaft, die doofen Eltern und Lehrer oder überhaupt die Umwelt diese arme Generation verführt hat und gar nicht versteht. Diese “Download-Generation” macht das alles mit, lässt das alles bereitwillig zu, weil es so einfach und so bequem ist. Widerstand, Rebellion, Aufstand oder Nein-Sagen? Fehlanzeige. Mit dem Strom schwimmen ist einfacher. Genau so dumm ist der Spruch meiner Generation (Jahrgang 51) früher war alles besser. Nichts war besser. Alles war genauso gut oder schlecht wie heute. Druck und Zwang gab es auch bei uns. Nur eins war anders. Wir hatten mehr Lust und Mut am Leben. Aufzustehen und nach zugucken, wie das Leben jenseits der Welt unserer Eltern war. Heute wie früher bestätigen die Ausnahmen die Regel. In diesem Sinne, viel Spaß beim Download des realen Lebens. Es lohnt sich immer noch.