Das Entre der Stadt: Untere Hauptstraße

Der Eingang zur Stadt: Untere Hauptstraße

Die noch vor kurzem präsentierte Ausstellung von Klaus Hansen in der VHS zeigte in großer Deutlichkeit auf, welche städtebaulichen Abgründe sich bei genauem Hinsehen in unserer Stadt entdecken lassen. Doch nicht nur der Künstler leidet an diesen Scheußlichkeiten, auch einige der hier ansässigen Architekten haben sich bereits vor einigen Jahren entschlossen, das Thema offensiv anzugehen.

Aus diesem Grunde sind momentan 11 Architektinnen und Architekten zum „Arbeitskreis Baukultur“ zusammen geschlossen und versuchen seit geraumer Zeit, Einfluss zu nehmen auf baukulturelle Entscheidungen der Stadt. Konkret wurden in der Vergangenheit mit dem Bürgermeister, dem Stadtbaurat, den politischen Entscheidungsträgern, den Mitarbeitern der Stadtplanung sowie der Öffentlichkeit intensive Gespräche geführt.

Neben ganz direkten Änderungsvorschlägen und Entwürfen hat der Arbeitskreis bereits mehrfach die Forderung nach einem Gestaltungsbeirat gestellt. Dieses unabhängige Gremium kommt auf Einladung einer Stadt zusammen und gibt bei Stadtbild prägenden Neubauten eine Empfehlung für Rat und Verwaltung ab. Viele Städte in NRW nutzen inzwischen dieses Instrument (lt. Architektenkammer in NRW aktuell 37 Kommunen) und setzen nicht ausschließlich auf die „Kreativität“ der Investoren und ihrer Architekten.

Bürgermeister unterschiedlichster Kommunen befürworten diese Entscheidungshilfe ausdrücklich und die Mitglieder mancher Planungsausschüsse treffen ihre Abwägung nur noch unter Einbeziehung des fachlichen Ratschlags. Dass damit auch für die Bürgerinnen und Bürger einer Stadt die häufig sehr komplexen Zusammenhänge einer städtebaulichen Fragestellung transparenter werden versteht sich fast von selbst. Auch die Architektenkammern sowie der Bund deutscher Architekten (BDA) sprechen von einem „Boom“ der Beiräte.

In der Stadt Regensburg beispielsweise ist die Prüfung durch den Beirat so etwas wie ein Marketinginstrument geworden: Investoren verweisen mit Stolz auf das Prädikat „Vom Gestaltungsbeirat positiv begutachtet“, und auch Architekten erfahren, dass diese Art der öffentlichen Auseinandersetzung mehr Aufmerksamkeit bringen kann.

Die Alte Feuerwache an der oberen Hauptstraße

Die alte Feuerwache an der oberen Hauptstraße

Ob auch in Bergisch Gladbach zukünftig unabhängige Fachleute zumindest eine Empfehlung abgeben dürfen oder ob hier weiterhin die Investoren das Sagen haben entscheidet sich eventuell in Kürze. Nachdem der Arbeitskreis Baukultur seine Forderung nach einem Gestaltungsbeirat für Bergisch Gladbach als Bürgerantrag bereits 2013 beim zuständigen Ausschuss für Anregungen und Beschwerden eingebracht hat, wird nun eine Podiumsdiskussion veranstaltet.

Am 12. Juni um 18 Uhr darf im Rathaus Bensberg unter der Moderation von Stadtplaner Prof. Dieter Prinz diskutiert werden, ob dem Thema Baukultur in unserer Stadt zukünftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Kompetente Referenten sitzen auf dem Podium, so z. B. der Kölner Architekt Paul Böhm, Jochen König von der Architektenkammer NRW oder die Bürgermeisterin der Stadt Wesel, die seit Jahren gute Erfahrungen mit einem Projektbeirat hat.

Private Baukunst an der Bensberger Straße

Private Baukunst an der Bensberger Straße

Man kann nur alle Bürgerinnen und Bürger einladen, sich an dieser öffentlichen Diskussion zu beteiligen. Nicht zuletzt von solchen Maßnahmen hängt letztlich die bauliche Entwicklung und somit die Zukunft unserer Stadt ab – die Ratsmitglieder sollten sich einer solchen Hilfe nicht weiter verschließen!

Der Arbeitskreis Baukultur: Corts, de Lamboy, Franken, Grede, Kreft, Reuschenbach, Selbach, Selbach, Unrath, Voigtländer, Wendling

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2 Kommentare

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  1. Ihr könnt Häuser mit Gold-Kante bauen, aber es müssen erst die grundlegenden Probleme angegangen werden . Da wäre zb. Die Fußgängerzone. Wenn ich Besuch aus anderen Städtenbbekomme, , fragt jeder warum soviel Dreck am Boden liegt, warum man Vormittags alles voller Autos ist und die Polizei dem Problem nicht Herr wird. Und von den Radfahrern dieddie Fußgänger als Slalomstangen benutzen. Kleine Kinder darf man nicht frei laufen lassen weil sonst ernsthafte Verletzungen die Folge wären. Und seit wir diese hochgelobte „Galerie“ haben, stirbt der Rest von Bergisch Gladbach. Touristen und Kunden können wir so vergessen.

  2. Ich darf kurz anmerken: die o.e. Diskussion findet (natürlich) am 12.Juni 2014 um 18 h im Bensberger Rathaus statt.

    Und ob ein förmlicher Gestaltungsbeirat oder eine andere Art und Weise, externen Sachverstand hinzuzuziehen, bevorzugt wird, darf und soll selbstverständlich diskutiert werden.

    Wir sehen uns…