Ein Bild aus besseren Tagen. Die bisherigen JUC-Mitglieder

Eine Übersicht aus besseren Tagen. Die bisherigen JUC-Mitglieder

Die Pressemitteilung ist kurz und lapidar: „Viele von uns haben das Motto des JUC eV. „Gemeinsam was bewegen“ über Jahre hinweg gelebt. Wir möchten Ihnen mitteilen, dass folgende Mitglieder des JUC eV. gekündigt haben.“

Sieben der 23 Mitglieder des traditionsreichen Junge Unternehmer Club (JUC) hätten den eingetragenen Verein verlassen, darunter  Gregor Gersdorf,  Siegfried Schmitter,  Henning Backhaus,  Henning Schmitz, Oliver Knigge, Klaus Sprenger sowie ein weiteres, nicht genanntes Mitglied seien ausgetreten, heißt es in der Mitteilung weiter.

Burkhardt Unrau sieht die Angelegenheit etwas anders, dazu weiter unten mehr.

Entschuldigung beim Bürgermeister

Der Anlass für die Kündigung ist die Art und Weise, wie der Gründer und Vorsitzende Burkhardt Unrau den JUC führt – und wie er den Verein zuletzt politisch in Stellung gebracht hat.

Zuerst hatte Unrau (der auch Geschäftsführer des Schaustellerverbandes der Stadt ist) den JUC an seinem Protest gegen den Protest gegen das Ponyreiten auf der Laurentiuskirmes beteiligt, später hatte der Verein per Pressemitteilung Kritik an der Stadtverwaltung geübt, die auf bürokratische Art und Weise das Engagement der Bürger bremse.

Die JUC-Spitze: Horst Steinfeld, Burkhardt Unrau, Markus Lüttgen

Die Spitze des JUC habe sich verselbstständig, „wir sind nicht mehr konform mit dem Vorstand”, begründet Henning Schmitz, Inhaber der Veranstaltungsagentur X-Dreams den Gruppenaustritt. Man habe Konsequenzen ziehen müssen – und sich bereits bei Bürgermeister Lutz Urbach für die kritische Pressemitteilung entschuldigt.

„Entweder geht der Vorstand – oder wir“

Zudem hatten die Kritiker den Vorstand vor die Wahl gestellt: „Wir haben gesagt, wenn der Vorstand nicht geht, gehen wir.”Als Ultimatum will Schmitz das allerdings nicht verstanden wissen, sondern als logische Konsequenz. Erst im Mai hatten die JUC-Mitglieder Burkhardt Unrau mit überwältigender Mehrheit für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.

Es sei der Eindruck entstanden, so Schmitz weiter, dass „wenn Unrau spricht, das die Meinung der 23 ist. Dem ist nicht so.“ Ob und in welcher Weise sich die ausgetretenen Mitglieder öffentlich engagieren wollen oder gar einen neuen Club gründen wollen, ließ Schmitz offen: „Das müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen.“

„Das war ein Putschversuch – und der ist gescheitert“

Burkhardt Unrau stellt die Angelegenheit etwas anders da. Ein kleiner Teil der Mitglieder haben „einen Putsch versucht – und ist gescheitert”. Da sei es jetzt „ganz normal und auch fair“, die Konsequenzen zu ziehen und auszutreten.

Zudem seien es nur fünf Austritte von Aktiven, Klaus Sprenger sei schon lang nur noch Ehrenmitglied, das nichtgenannte Mitglied überlege gerade, den Austritt zurückzuziehen, sagt Unrau. Er habe inzwischen mit allen anderen Mitgliedern gesprochen, die hätten auf solche Machtkämpfe keine Lust und blieben bei der Stange.

Daher mache er sich keine Sorgen um den JUC, im Gegenteil: „Wir haben einige Aufnahmeanträge vorliegen, wir werden starke neue Mitglieder bekommen.“ Unrau wolle jetzt nach vorne schauen und wieder neu klar machen, wofür der JUC stehe: „gemeinsam etwas bewegen – vor allem im sozialen Bereich.”

Auf die Frage, ob er selbst seine Kritik am Bürgermeister inzwischen anders bewertet, als vor einigen Wochen, will sich Unrau noch nicht festlegen. Dazu sei es zu früh, er  sei gestern erst von einem Auslandsaufenthalt nach Bergisch Gladbach zurück gekehrt.”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Unrau lebt in seiner eigenen Welt, und da ist das Verhalten seiner Ex-JUC-Mitglieder ein „Putsch“. Deutlicher kann man sich als Alleinherrscher nicht outen!