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Die neue Radstation am S-Bahnhof in Bergisch Gladbach

Die neue Radstation am S-Bahnhof in Bergisch Gladbach

Immer wieder kosten öffentliche Bauprojekte am Ende mehr, als zunächst veranschlagt wurde. Gerade erst legte die Stadtverwaltung offen, dass eine gründliche Sanierung der Otto-Hahn-Schulen nicht 18 Millionen Euro, wie ganz am Anfang gedacht und geplant, erfordert – sondern wohl eher 27,25 Millionen Euro verschlingen wird. (Alle Infos dazu hier)

Bei der Fahrrad- und Umweltstation am S-Bahnhof, die am 15. Juni eröffnet wird, sieht es nicht so dramatisch aus. Dennoch wirft dieser Fall die Frage auf, was die Stadtverwaltung eigentlich unter „größere Kostenüberschreitungen” versteht.

Der offizielle erste Spatenstich zur Radstation am Ende des Bahnhof-Geländes

Der offizielle erste „Spatenstich” zur Radstation am Ende des Bahnhof-Geländes

700.000 Euro, so hatte die Stadtverkehrsgesellschaft als Bauherr noch Ende Oktober 2014 beim öffentlichkeitswirksamen ersten Spatenstich öffentlich verkündet, werde das ganze Projekt kosten, den Grundstückserwerb eingeschlossen.

Alle Informationen zur Radstation

Vor einigen Tagen hatten wir bei der Stadtverkehrsgesellschaft nachgefragt – und folgende Auskunft erhalten:

Wie bei den meisten Baustellen gab es auch bei der Fahrrad-Umwelt-Station ein paar kleinere Verzögerungen im Bauablauf, so dass die Eröffnung um rund zwei Monate von April auf Juni verschoben werden musste. Angesichts des vergleichsweise recht milden Winters konnte der Bau jedoch ohne größere Schwierigkeiten und Kostenüberschreitungen fertig gestellt werden.”

Heute, sechs Monate nach dem Spatenstich, lädt die Stadtverwaltung zur Eröffnung ein. Und teilt lapidar mir:

Angesichts des milden Winters konnte der Bau ohne größere Verzögerungen fertig gestellt werden. Die Baukosten lagen bei 830.000 Euro.

Von 700.000 auf 830.000 Euro. Das ist eine Differenz von 130.000 Euro. Oder 18,6 Prozent.

Die neue Radstation am S-Bahnhof in Bergisch Gladbach

Die neue Radstation in der Seitenansicht

Allerdings, die Stadtverwaltung rechnet etwas anders. Und kann auch sagen, wofür das zusätzliche Geld drauf gegangen ist. Auf Anfrage teilt sie zunächst mit, dass der ursprüngliche Ansatz 730.000 Euro betragen habe, brutto.

Dann seien ein paar unvorhergesehene Ausgaben aufgetreten: Die Verkehrsführung habe verändert werden, der Kanalanschluss anders umgesetzt werden müssen. Auch seien die Kosten für die Elektrik der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach nicht in den ersten Zahlen enthalten gewesen.

Und schließlich sei die Radstation besser ausgestattet worden, als noch vor sechs Monaten geplant: Teile der Fassade wurden verzinkt.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. … und schon wieder ein Planungsfehler, der auf mangelhafte Systemanalytik zurückzuführen ist. Wann wird endlich die Qualifikation der Verantwortlichen verbessert.