Gelb, blau und magenta markieren drei Varianten, für die die FDP einen Prüfantrag stellt, grün ist der Vorschlag für eine Radschnellweg.

Seit langem sind die Überlegungen, wie die Innenstadt von Bergisch Gladbach und die mit Durchgangsverkehr besonders belasteten Stadtteile wie Refrath, auch die im Kölner Osten wie Delbrück und Holweide, entlastet werden können und wie eine bessere Anbindung an die Fernstraßen gewährleistet werden kann, buchstäblich festgefahren.

Auf Bergisch Gladbach begrenzte Überlegungen haben in der Vergangenheit nicht weiter geführt. Daher hat sich die FDP mit den Kölner Kollegen zusammen getan und nach einer übergreifenden Lösung gesucht … und sie auch gefunden. [Tweet “Initiative der FDP #gl1 mit Köln zur Entspannung der festgefahrenen Verkehrsproblematik”]

Auf der Basis der gesammelten Erkenntnisse zu einer geeigneten Trassenführung haben die FDP-Fraktionen von Bergisch Gladbach und von Köln gemeinsam einen Antrag formuliert, der nun in beide Räte eingebracht werden soll.

Anträge auf Prüfaufträge in Bergisch Gladbach und Köln

Grenzübergreifende Probleme, gerade in der Verkehrspolitik, erfordern auch grenzübergreifende Lösungen, sprich: ein zwischen den betroffenen Kommunen in der Politik und der Verwaltung abgestimmtes Vorgehen. Daher stellen die Fraktionen der FDP in den Räten der Städte Köln und Bergisch Gladbach einen identischen Antrag, um ein seit Jahrzehnten bestehendes Verkehrproblem erneut aufzugreifen und einer Lösung näher zu bringen. Konkret: Einen Prüfauftrag bezüglich einer Ortsumgehung Dellbrück/Refrath/Holweide.

Der Verkehrsausschuss (in Köln) bzw. der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr in Bergisch Gladbach sollen die Verwaltung beauftragen, in Absprache mit der Verwaltung jeweils der Nachbarstadt ein externes Verkehrsgutachten zu vergeben. Ziel soll sein, eine Umgehungsstraße zwischen Bergisch Gladbach und Köln zu realisieren, um die Verkehrsbelastung auf den bestehenden Verbindungsstrassen in den jeweiligen Stadtteilen Dellbrück und Holweide (Köln) und Refrath (Bergisch-Gladbach) zu reduzieren.

Der Vorschlag im Detail: Vom Froschkönig nach Mehrheim

Ausgangspunkt der Trasse soll die Ortslage Bensberger Straße/Zum Froschkönig in Bergisch Gladbach sein – enden soll sie am Autobahnkreuz Merheim, dort mündet sie dann in die L286n.

Die Straße soll zweispurig sein (also mit jeweils einer Richtungsfahrbahn). Bestehende Straßen und Wege sowie freigehaltene Trassen sollen so weit wie möglich genutzt werden. Und sie soll einen optimaler Schallschutz bieten, ggf. auch durch eine Trog-Lage.

Da, wo andere Straßen verbunden werden müssen, soll das mit Kreisverkehren geschehen.

Ortsbesichtigung per Rad

Fahrradschnellweg mit Anbindung an das Kölner Netz

Auch an die Fahrradfahrer ist gedacht: Um den steigenden Fahrradverkehr zu berücksichtigen, soll eine Fahrradschnellstraße geplant werden, die parellel zur Straße verläuft und die an das Kölner Radwegenetz in der Höhe Schlagsbaumweg angebunden wird.

Die Finanzierung soll durch Landesmittel (Straßen.NRW) sichergestellt werden. Dabei kann auf Mittel der alten Planung der L286n unter der Nummer 24151 bei Straßen.NRW zurückgegriffen werden.

Was ist der Grund für diesen neuen Ansatz

Die Bürgerinnen und Bürger in Dellbrück, Holweide und Refrath warten nun seit Jahrzehnten auf eine Entlastung vom Autoverkehr. Alle bisherigen Maßnahmen der Regulierung oder der Reduzierung des Verkehrs sind gescheitert. So werden beispielsweise auch die Maßnahmen, die in der Bezirksvertretung Köln-Mülheim beschlossen wurden, die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner nicht entlasten.

Das sehen die beiden federführenden FDP-Kollegen Jörg Krell (Fraktionschef Bergisch Gladbach) und Reinhard Houben (Stellvertretender Vorsitzender der Kölner FDP-Fraktion) realistisch.

FDP-Fraktionschef Jörg Krell (BGL, rechts) und Vizefraktionschef Reinhard Hoben (Köln) skizzieren die Route

Skeptisch sind sie auch bezüglich der Annahme, die gewünschte Reduzierung des Individualverkehrs werde in den nächsten Jahren zu einer prozentualen Entlastung führen. Durch das erwartete Wachstum der Städte Köln und Bergisch Gladbach wird dieser Rückgang wieder konterkariert; die Anzahl der Kraftfahrzeuge wird auf lange Sicht im günstigsten Fall konstant bleiben.

Daher ist in den Augen der FDP der Bau einer neuen Trasse die einzige realistische Möglichkeit, die Menschen vor Ort spürbar zu entlasten. Eine zusätzliche Fahrradschnellstraße wird die Verbindung zwischen den beiden Städten zusätzlich verbessern.

FDP

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Anita Rick-Blunck, Parteivorsitzende. Mail: rick-blunck@fdp-bergischgladbach.de

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2 Kommentare

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  1. “Auch muss man über eine neue Förderungsstrategie in den Gewerbegebieten nachdenken, die moderne Dienstleistungsunternehmen anzieht, die weniger Fahrzeuge über unsere Straßen jagen.”

    Da sind sie die linken bereits außerordentlich erfolgreich drin, siehe Flüchtlingsindustrie.
    Am Ende ist DE Deindustrialisiert, wir alle Anlageberater, Unternehmensberater, Handyverkäufer oder Flüchtlingshotelie.
    Ich weis nur nicht ob das so gut für die Migrationsindustrie ist wenn die Neuen erfahren dass sie hier nicht Autofahren dürfen und die Beruflichen Karriereaussichten sich auf Berater beschränken. Naja was soll‘s, darauf erst mal einen Ouzo.

    Verschon mein Haus, zünd andere an bedeutet bei den linken, ich Fackel die Bude am liebsten selbst ab.
    Und das nur weil die FDP die Verkehrsbelastung besser zu verteilen sucht.
    Sehr bedenklich.

    “Dass die FDP sich mit Lösungen befasst ist “dümmlich nett” “.
    Passivität ist glücklicherweise nur bei den Linken zentrale Parteiideologie.:-))

    Noch nen schönen Tag allseits.

  2. Der Vorschlag der FDP ist eine politische Show und tatsächlich sachlich nicht durchdacht. Wenn man sich länger als 3 Minuten damit beschäftigt findet man schnell mehrere Punkte, die den Vorschlag als dass outen was es ist.

    – Die vorgeschlagene Trassenführung führt durch Naturschutzgebiet. Auch wenn es „nur“ am Rande ist, ist es Naturschutzgebiet. Um das Naturschutzgebiet im Gierather Wald liegen ansonsten Häuser, die man platt machen müsste, wenn man nicht an den Wald ran will. Selbst wenn man die Trasse auf dem Waldrand bauen würde, würden sich die dortigen Anwohner nicht sehr darüber freuen, wenn plötzlich eine von LKWs stark befahrene Straße an ihren Häusern vorbeiführen würde. Auch oder gerade weil dann eine 3 Meter hohe Schallschutzwand am Gartenrand stehen würde.

    – Ein weiteres Problem, was auf dem Plan erkennbar ist, ist der städtische Friedhof Gronau. Die Trasse führt direkt hindurch und über die Gräber hinweg. Das könnte man sicher politisch lösen, aber dieser Teil des Friedhofs ist erst kürzlich angelegt worden und auch die Angehörigen der Verstorbenen haben vertragliche zugesicherte Rechte, welche Jahrzehntelang wirken. Die FDP hat das bei ihrer Radtour offenbar übersehen, weil ja nicht mit dem Rad auf den Friedhof fahren darf. Brav!

    – Ein anderer Kritikpunkt liegt in Köln. Offenbar kennt in der FDP niemand die Verkehrssituation auf dem Gierather Straße in Dellbrück, auf dem der Trassenvorschlag liegt. Ich empfehle die Einkehr in der Gaststäte „Em Höttche“, Gierather Str. 10, Köln um den Blick mit ein paar Päffgenkölsch zu schärfen. Wie man dort und über die Hardthofstraße LKWs in zwei Spuren durchprügeln will, ist mir ein Rätsel. Da müsste man ganze Häuserreihen abbrechen, von dem ein Teil sogar unter Denkmalschutz steht. Man könnte ja die Gaststätte “Em Höttchen” nach Refrath “translozieren”. :-)
    Hinzu kommt dann noch ein Schallschutz, der bei derartigen Plänen und neuen Straßen zwingend vorgeschrieben ist und dort faktisch nicht realisierbar ist. Der Abrissbagger käme da schon durch, aber die Juristen und Planer würden sich dort die Zähne ausbeißen

    Dass die FDP sich mit Lösungen befasst ist “dümmlich nett”, aber die vorgelegten Lösungsansätze zeigen deutlich, wie rücksichtlos und wenig ortskundig man in der FDP denkt und ist. Das gilt nicht nur für den zugezogenen GLer und den Kölner FDP Chef, sondern offenbar für die gesamte Partei. Der FDP ist es egal, wenn man nicht auf den Interessen der dortigen Anwohner herumtrampelt.
    Anscheinend glaubt man, dass einem die „Welt gehört“ und man einfach wie „früher“ und wie eine Dampfwalze durch die Landschaft fahren kann, um einen Plan vom grünen Tisch umzusetzen. Doch die bürgerschaftlichen Widerstände gegen die Pläne werden erheblich sein. Wer einen solchen Plan angeht muss sich bewusst sein, dass wir hier über einen Planungszeitraum von mehr als 10 Jahre reden und dann noch mind. 15 Jahre Rechtsstreitigkeiten und Enteignungsverfahren anstehen. Die Bauzeit von 5 Jahren kommt dann noch hinzu.
    Diese 30 Jahre sollte man nicht weiter mit diesem sehr teuren Hingespinst verbringen und wie die letzten 30 Jahre auf andere warten. Man muss endlich mit einer alternativen Verkehrspolitik beginnen und dort Geld, Zeit und Planungsressourcen einsetzen, um mittelfristige Erfolge zu erzielen. Seit Jahrzehnten hat man genau das immer in die Zukunft verschoben und zugeschaut, wie sie die Situation verschärft, statt endlich neue Wege zu gehen. Die weitere Förderung des Autoverkehrs (PKWs und LKWs) ist für Bergisch Gladbach seit langem in eine Sackgasse geraten und für alle offensichtlich sichtbar der grundfalsche Weg.
    Wir brauchen eine neue ökologische und soziale Verkehrsstrategie für Bergisch Gladbach, die alle Interessen einbezieht. Statt mehr Autos müssen wir auf weniger Autos setzen! Wichtige Anknüpfungspunkte sind der ÖPNV, Bahn, Logistikcenter, Fahrräder, … Auch muss man über eine neue Förderungsstrategie in den Gewerbegebieten nachdenken, die moderne Dienstleistungsunternehmen anzieht, die weniger Fahrzeuge über unsere Straßen jagen.

    Das Wideraufleben einer Umgehungsstraße durch Köln bleibt ist ein propagandistischer Show der FDP, der einen uralten und unsinngen Plan aufgreift, der weder politisch noch juristisch durchsetzbar ist und mindestens hundert Millionen € Steuergelder verschlingen und verbrennen würde, die woanders in der Verkehrspolitik eingesetzt werden könnten. Als Autofahrerpartei vergisst die FDP dabei ökologischen Fragen und rammt mitten im Bürgermeisterwahlkampf Köln (2015) einen bürgerfeindlichen Vorschlag in den Boden, ohne dabei die Interessen der betroffenen Anwohner zu berücksichtigen. Wieder mal ein Konzept nach dem “Sankt-Florian-Prinzip”, welches die Probleme nicht löst, sondern nur wieder auf andere Menschen abwälzt, die bisher nicht davon betroffen waren. Die FDP sagt damit: “Verschon’ mein Haus / Zünd’ and’re an!”
    Unter dem Strich: Mist!