Die Hauptstraße vor dem Quirls bleibt ein Nadelör. Ab dem Sommer soll es besser werden.

Manche Autofahrer und Passanten haben den Eindruck, dass auf Bergisch Gladbachs Baustellen und Straßen nichts vorangeht, doch der Eindruck täuscht. Zwar gab es in der Startphase zum Teil erhebliche Verzögerungen und Verkehrsbelastungen, räumen Martin Wagner (Projektleiter und Geschäftsführer des Strundeverbands) und Sebastian Höller (Baustellenmanager der Stadt) am Stammtisch des Bürgerportals offen ein. Dennoch komme man voran, am Ende werde alles gut.

Die Grundlagen, die Details

Die einzelnen Bauabschnitte. Ein Klick vergrößert das Bild.

„Strunde hoch 4″ besteht aus vier Bestandteilen (Hochwasserschutz, Regenwasserreinigung, Kreisverkehr Schnabelsmühle, Regionale 2010) und ist in sieben Bauabschnitt eingeteilt, die sogenannten Lose, erläutert Martin Wagner vorab.

Weil sich alle Projekte in der östlichen Innenstadt abspielen war von Anfang an klar, dass es Sinn macht, sie in einem Gesamtkonzept anzugehen und die gleichen Straßen nicht immer wieder neu aufzureißen. Dann habe die Stadt vor der Wahl gestanden, das Ganze in Ruhe über sechs Jahre zu strecken oder es in 2,5 Jahren durchzuziehen – und entschied sich für die Hauruckaktion.

Ende 2016 ist das Schlimmste überstanden

Mit den Folgen müssen die Bergisch Gladbacher jetzt leben, vor allem in diesem Jahr gibt es auf der Odenthaler Straße, der Hauptstraße, an der Buchmühle, im Forumpark und entlang der Schnabelsmühle sowie Gohrsmühle erhebliche Belastungen, unter denen der gesamte Autoverkehr der Stadt und viele Anwohner im weiteren Umkreis leiden.

Aber, und das ist die erste gute Nachricht von Wagner, ab dem Sommer wird es besser, gegen Ende des Jahres ist das Schlimmste überstanden.

Das Baustellenschild der Belkaw auf der muss immer mal wieder aktualisiert werden. Erst im März wird der Versorger hier mit der Verlegung der Leitungen fertig

Allerdings müssen die Planer aktuell einige Tiefschläge wegstecken.

  • Bei Los 1 (Hebborner Flutgraben, Odenthaler, Buchmühle) ist die Belkaw mit ihren vorbereitenden Arbeiten um einige Monate im Rückstand; statt im Dezember können die Bauunternehmen frühestens im März mit dem Bau des Hochwasserschutzkanals quer durch den Buchmühlenpark beginnen; so lange bleibt der Parkplatz dort erhalten.
  • Beim Los 2 (Forumpark) blockiert ebenfalls die Baustelle der Belkaw den Start der eigentlichen Arbeiten, die Umlegung der Gas- und Wasserleitungen an der Kreuzung Hauptstraße/Buchmühle ist weit komplexer als erwartet. Zu Karneval wird die Baugrube komplett mit Sand gefüllt und abgedeckt; wenn der Karnevalszug durch ist macht die Belkaw weiter, aber frühestens im April können hier die eigentlichen Arbeiten starten.
  • Beim Los 3 (Schnabelsmühle) läuft es wie am Schnürchen. Die neue, ampelfreie Verkehrsregelung funktioniert besser als der Ausgangszustand, die Erdarbeiten für den Bau eines Regenwasserbeckens und den Hochwasserkanal sowie für den geplanten Kreisverkehr laufen auf Hochtouren.

Diese Verzögerungen sind für das Projekt aus zwei Gründen problematisch, erläutert Wagner. Erstens könnten Fördermittel aus der Regionale verloren gehen, wenn die Stadt zu spät fertig wird; zweitens sind viele Teilbaustellen eng miteinander getaktet, es droht ein Dominoeffekt.

Projektleiter Wagner ist aber sehr zuversichtlich, dass die Fristen entweder gehalten oder zur Not nachverhandelt werden können: „Wir müssen jetzt richtig Gas geben, aber wir sind guter Dinge, das Enddatum ist nicht gefährdet”.

Die Abbiegespur in die Odenthaler Straße fehlt schmerzlich; ab Sommer sollen hier alle Baustellen verschwinden.

Fertigstellungsfristen

Konkret heißt das: Im Forumpark (Los 2) sollen die Baufirmen laut Vertrag im September 2016 fertig sein; da gebe es womöglich „minimale” Verzögerungen. Im November sollen die Tiefbauarbeiten an der  Odenthaler Straße und im Buchmühlenpark abgeschlossen werden, im Dezember der Kreisverkehr an der Schnabelsmühle stehen.

Für den Verkehr soll ab dem Sommer eine Entlastung geben, verkündet Baustellenmanager Höller die zweite gute Nachricht. Denn dann werden die Baustellen an der Kreuzung vor dem Waatsack abgebaut werden und die Linksabbiegerspur auf der Hauptstraße in die Odenthaler Straße wieder frei – womit das wohl größte Nadelör beseitigt wird.

Alle muss hier durch: Die Einfahrt zum Mühlenweg. Im März wird die Einbahnstraßenrichtung umgedreht

Fahrtrichtung auf dem Mühlenweg wird gedreht

Die Anwohner des (Voll-)Mühlenwegs müssen sich allerdings noch länger gedulden, die Einbahnstraßenregelung bleibt bis September oder Oktober bestehen. Die Fahrtrichtung wird allerdings im März umgedreht – wodurch sich der Durchfluss verbessern soll.

Zwar wird es Ende des Jahres besser, zu Ende sind die Bauarbeiten dann aber noch lange nicht. Es folgen bis Juli 2017 die Gebiete von

  • Los 4: Kreisverkehr Schnabelsmühle bis Zanders
  • Los 5: Schnabelsmühle bis Kreisverkehr
  • Los 6: Zandersgelände

Ganz zum Schluss wird es noch einmal kompliziert, dann wird der Hebborner Bach unter der Kreuzung von Buchmühlen- und Hauptstraße an das neue Netz angeschlossen, dabei handelt es sich um

  • Los 7: Buchmühle bis Hauptstraße

Dieser Abschnitt wird noch einmal ziemlich aufwendig ist und soll bis April 2018 gemeistert werden. In dieser Zeit soll die Hauptstraße vor der Stadtbücherei als Einbahnstraße befahrbar sein, auch für die Marktbeschicker. Die Buchmühle selbst wird dann jedoch wieder gesperrt.

An nur einem Tag wurde die neue Verkehrsführung eingerichtet. Sieht wild aus, funktioniert aber

Großes Lob für die Baustellenplanung Schnabelsmühle

Soweit konnten die Teilnehmer des Stammtischs folgen, wenn auch etwas Skepsis angesichts der Zeitpläne aufkam. Die Nachfragen bezogen sich dann vor allem auf die Verkehrsführung.

Dabei bekamen die Planer erst einmal ein einstimmiges Lob: Die Regelung an der Schnabelsmühle / Bensberger Straße funktioniere wunderbar (sofern man die Bedeutung eines Stoppschilds kenne), ohne Ampeln und besser als zuvor. So gut, dass sich einige Teilnehmer wünschten, man solle alles lassen wie es jetzt ist.

Kann dieser Kreisverkehr funktionieren?

Die Planung

Denn der geplante komplexe Kreisverkehr trifft auf Skepsis. Zum Beispiel in Sachen Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Aber auch hier plädierten die Planer für Gelassenheit: die Fußgänger müssten in Zukunft ohne Zeitdruck nur jeweils eine Fahrbahn kreuzen, die Radwege seien gut geplant (und fallen nicht etwa weg, wie befürchtet).

Der Fußgängertunnel vom Parkplatz Schnabelsmühle zur Innenstadt fällt übrigens völlig weg; er war ohnehin niemandem zumutbar.

Ein typisches Bild von der Parkpalette an der Buchmühle

Parkplatznot? Welche Parkplatznot?

Das heiß umstrittene Thema Parkplätze ist nach Ansicht der Stammtisch-Teilnehmer gar kein Thema, es gebe reichlich Parkhäuser, die in der Regel kaum ausgelastet sind. Die neue Parkpalette an der Buchmühle steht regelmäßig leer – wobei das derzeit auch noch mit der mangelnden Bekanntheit und schlechten Erreichbarkeit zu tun hat.

Das könnte sich mit der Sperrung des Buchmühlenplatzes ab März jedoch ändern; Höller versprach, sich noch einmal für ein großes blaues Hinweisschild zur Parkpalette stark zu machen. Vertreter der Händler im Laurentiusviertel waren nicht zum Stammtisch erschienen.

Ein leidiges Thema: Die Stationsstraße

Nicht direkt im Zusammenhang mit „Strunde hoch 4″, indirekt aber schon steht ein weiteres intensiv diskutiertes Thema: die nicht funktionierende Stationsstraße vor der RheinBerg Galerie und dem S-Bahnhof.

Die gemischte Zone leide grundsätzlich darunter, dass sich viele Fußgänger immer wieder ein Vorrecht vor dem Autoverkehr erzwinge und an allen möglichen und unmöglichen Stellen über die Straße liefen. Das ist grundsätzlich ein Problem, führt beim derzeitigen massiven Baustellen-Vermeidungsverkehr aber immer wieder zum Kollaps.

Auch in er Stadtverwaltung, das verriet Höller, gebe es Stimmen, die gerne wieder Fußgängerampeln aufstellen wollten. Aber ändern werde sich wohl nichts. Auch hier bleibt wohl nur die Hoffnung, dass sich der Verkehr gegen Ende des Jahres wieder zurück verlagert.

Weitere Fragen?

Alle Beiträge zu „Strunde hoch vier”

Informationen zu „Strunde hoch vier“ können auch im Baustellenbüro in der Buchmühle erfragt werden, mittwochs und freitags  von 10 bis 12 Uhr. Ein Runder Tisches finde jeden 2. Donnerstag im Monat von 18 bis 20 Uhr statt.

Kontakt Baustellenbüro Strundeverband:
Martin Wagner, Michael Kremer
Buchmühlenstraße 6, Tel.: 02202-141345
www.strundehochvier.de, Mail: info@strundehochvier.de

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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