Das MKH aus der Vogelperspektive Foto: Stefan Krill/Bergisch Schön

Dass es so kommt war seit einigen Wochen klar, jetzt ist es Fakt: Die Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius hat das Marien-Krankenhaus und das Rehazentrum Reuterstraße an die Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO) abgegeben.

Ein entsprechender notarieller Vertrag zwischen GFO, St. Laurentius und der Marien-Krankenhaus gGmbH wurde heute unterzeichnet. Teil der Übereinkunft ist ein Wechsel in der Geschäftsführung.

Das teilten GFO-Chef Ingo Morell und Kreisdechant Norbert Hörter am Montag schriftlich mit. St. Laurentius ziehe sich aus der Trägerschaft zurück, weil damit die Krankenhausversorgung in Bergisch Gladbach langfristig besser gesichert und weiterentwickelt werden können.

MKH-Geschäftsführer Benedikt Merten hatte im Vorfeld der Entscheidung im Interview mit dem Bürgerportal erläutert:

Die Franziskanerinnen betreiben 40 Einrichtungen mit insgesamt 8000 Beschäftigten, das MKH hat bei 320 Betten 700 Mitarbeiter. Im Verbund können wir in den Verhandlungen mit den Krankenkassen, der Bezirksregierung und auch der Politik ganz anders auftreten. Und das wird in diesen Zeiten immer wichtiger.”

Das Marien-Krankenhaus wird nun in die GFO mbH eingegliedert. Die GmbH, die bislang das Marien-Krankenhaus getragen hat, wird aufgelöst. Die Reha-Zentrum Reuterstraße Geriatrische Klinik gGmbH bleibt in der Rechtsform zunächst so bestehen, aber hier wird die GFO Hauptgesellschafter.

Das MKH betont, dass der neue Träger alle bestehenden Arbeitsverträge übernimmt. In Zukunft sollen das MKH und das Vinzenz-Pallotti-Hospital, das bereits zur GFO gehört, verstärkt zusammenarbeiten.

Benedikt Merten, seit 2009 MKH-Chef

Benedikt Merten, der das MKH seit 2009 führt, wird diese Stelle zum 1. März abgeben und „andere Aufgaben für die GFO übernehmen”, heißt es in der Mitteilung. Seine Aufgaben wird Karl Geßmann mit übernehmen, einer von drei Geschäftsführer der GFO und Regionaldirektor für das „Bergische“.

Merten wird aber weiterhin die Marienberg Service GmbH sowie das Reha-Zentrum Reuterstraße gemeinsam mit Geßmann führen.

Sowohl die Katholische Kirchengemeinde und die GFO dankten Benedikt Merten ausdrücklich „für seine geleistete Arbeit und seine Bereitschaft den Übergang zu begleiten”.

Karl Geßmann, Geschäftsführer der GFO und künftig auch Chef des MKH. Foto: Screenshot gfo-online.de

Der neue Geschäftsführer Karl Geßmann war 1997 nach dem BWL-Studium beim Diözesan-Caritas-Verband Köln in das Referat „Betriebswirtschaft in Krankenhäusern“ eingestiegen. Der 63-Jährige hatte 31 Jahre lang, bis zum vergangenen Herbst, das Sankt-Josef-Hospital in Troisdorf geleitet – und dort unter anderem eine Palliativstation, eine onkologische Schwerpunktpraxis, eine Strahlenklinik und ganz zum Schluss auch ein Hospiz eingerichtet.  Er lebt in Niederkassel -Rheidt. (Mehr Infos zur Person: Rhein-Sieg-Anzeiger).

Geßmann ist ein Kritiker der Abrechnung per Fallpauschalen. Sie erzeugten einen sehr großen Verwaltungsaufwand und erschwerten die Behandlung von älteren Patienten, die mit mehreren Erkrankungen ins Krankenhaus kommen. In Troisdorf wurde Geßmann von der dortigen Pflegedirektorin mit folgendem Satz verabschiedet: „Die Mitarbeiter haben sich bei ihm immer sicher gefühlt.“

Mehr Informationen: 
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Website des MKH  – Facebook
Website der GFO

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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