Der Lageplan der Unterkunft in Lückerath

Die Entscheidung der Stadtverwaltung, auf Bedenken der Anwohner einzugehen und die geplante Flüchtlingsunterkunft in Lückerath von 500 auf 300 Plätze zu reduzieren, ist im Ausschuss für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr (AUKIV) auf große Zustimmung gestoßen. In konstruktiven Gesprächen sei ein sehr guter Kompromiss gefunden worden, sagten Vertreter aller Fraktionen – und billigten die 540.000 Euro teuren Erschließung des Grundstücks an der Gladbacher Straße einstimmig.

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Bereits heute begann die Stadtverwaltung mit den notwendigen Rodungsarbeiten, weil diese aus Naturschutzgründen nur bis Anfang März stattfinden können. Danach sollen auf dem sogenannten Carpark-Gelände drei zweigeschossigen Containeranlagen aufgebaut werden.

Blick auf die Helene-Stöcker-Siedlung und das Seniorenheim. Hier ist ein Wall geplant.

Im Ausschuss hatte Ko-Dezernent Bernd Martmann die Details der Kompromisslösung dargestellt. Die Stadtverwaltung habe sich in vielen Gesprächen von den Anwohnern überzeugen lassen, dass 500 Menschen an diesem Standort „wohl etwas zu viel” gewesen sei. Daher werden dort maximal 300 Flüchtlinge untergebracht, „es wird keine Überbelegung geben”, sagte Martmann.

Aus Rücksicht auf die Anwohner der direkt angrenzenden Häuser in der Helene-Stöcker-Straße hinter dem Seniorenheim „Lerbacher Wald” wird im Abstand von 50 Metern ein elf Meter breiter Erdwall aufgeschüttet. Erst dahinter werden die Container-Module aufgebaut. Die gesamte Anlage soll durch einen Zaun begrenzt werden, auch nach hinten zum Naturschutzgebiet der Grube Cox.

„Hier entsteht eine vernünftige Anlage, in der man Wohnungs-ähnlich leben kann – mit eigenen Küchen und eigener Versorgung”, sagte Martmann. Dazu gehören auch Freiflächen und ein Spielplatz. Die Anlage wird vom DRK betreut und von einem Wachdienst rund um die Uhr gesichert. Der Bezugstermin ist für den Frühsommer geplant.

Nach Möglichkeit will die Stadt in Lückerath Familien und alleinstehende Frauen mit Kindern unterbringen; die restlichen Plätze sollen aber auch mit „verträglichen” Einzelpersonen belegt werde.

Die Anlage besteht aus drei zweistöckigen Blöcken

Nutzungsdauer: Ende offen

Zur Kapazität gab der Ko-Dezernent eine Garantie ab, klare Prognosen zur Nutzungsdauer lehnte er aber ab. „Wir werden die Anlage mindestens fünf Jahre lang betreiben, sonst macht die Investition keinen Sinn. Und wenn wir Pech haben, dauert das auch zehn Jahre.”

Die Stadt hat das 12.300 Quadratmeter große Grundstück von der Eigentümer-Familie Meleghy zum ortsüblichen Preis für zunächst fünf Jahre gepachtet, mit einer Verlängerungsoption. Laut Martmann ist das Sonderbaurecht auf dem Gelände zwar auf drei Jahre begrenzt, er gehe angesichts des großen Flüchtlingsdrucks aber davon aus, dass diese Sonderregelung verlängert wird.

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Wieviele Flüchtlinge im laufenden Jahr zusätzlich nach Bergisch Gladbach kommen ist laut Martmann vollkommen unsicher: „Es wäre schön, wenn es nicht mehr als im vergangenen Jahr werden; aber wenn man die Zahlen des letzten Quartals 2015 zugrunde legt, können es auch doppelt so viele werden.” 1200 Menschen hatte Bergisch Gladbach im vergangenen Jahr aufgenommen.

Ko-Dezernent Bernd Martmann

Pläne für die BASt stehen bereits

Die Stadt bringe in fast 90 Unterkünften im Stadtgebiet die Menschen unter, sagte Martmann. Er räumte ein, dass es in Heidkamp relativ viele Heime gibt, in Bensberg keine und in Refrath relativ wenige – aber das hänge einfach von den örtlichen Gegebenheiten ab. Gesucht sind vor allem freie, ebene Flächen.

Daher lasse die Stadt nicht von den Versuchen, das Bundesverkehrsministerium doch noch dazu zu bewegen, Teile des Geländes der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) in Frankenfort zur Verfügung zu stellen. „Wir wissen auch schon, was wir da hinstellen werden”, sagte Martmann. Doch bislang blockiert Berlin.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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