Auf dem Carpark-Gelände an der Gladbacher Straße wird eine Containerunterkunft gebaut

Bis zu 500 Flüchtlinge hatte die Stadtverwaltung ursprünglich auf dem ehemaligen Carpark-Gelände an der Gladbacher Straße unterbringen wollen. Eine Zahl, die bei den Anwohnern in Lückerath, aber auch bei einigen Lokalpolitikern und der Familie Meleghy als Grundstückseigentümer auf Bedenken stieß.

Nach vielen Gesprächen und einigen Verzögerungen bei der Unterzeichnung des Pachtvertrages lenkt die Verwaltung jetzt ein: Die Kapazität wird auf 300 Personen herunter gefahren, kündigt Bürgermeister Lutz Urbach in einem Schreiben an die Anwohner an. Details nennt eine Beschlussvorlage, über die der Infrastrukturausschuss bereits am Dienstag entscheiden soll.

In der Einladung für eine Bürgerversammlung am 10. März geht Urbach auf die „konstruktive Kritik aus Reihen der Bürgerschaft und der Politik” ein und bedankt sich für die „faire und fundierte Diskussion aus der Mitte der Gesellschaft über die Größe und die Lage einer Flüchtlingsunterkunft”.

Der neue Standort – an der Landstraße zwischen Heidkamp und Bensberg. Foto: GoogleMaps

„Dorfähnliche Strukturen” – mit Abstand und hinter einem Zaun

Er begründet den ursprünglichen Plan mit der Rechtslage: Die Kommunen seien verpflichte, die ihnen zugewiesenen Menschen unterzubringen und zu versorgen. „Angesichts der extrem hohen Zahl von Menschen, die uns zugewiesen werden, hat die Verwaltung darauf gesetzt, die Fläche jedes Standorts optimal zu nutzen – so auch im „Carpark“”, schreibt Urbach. Das Gelände ist immerhin 12.300 Quadratmeter groß.

Nach vielen Gesprächen und intensiver Prüfung wird der Standort jetzt jedoch deutlich kleiner. Die Gestaltung soll laut Urbach dafür sorgen, dass die mobilen Module eine „dorfähnliche Struktur” schaffen und maximal 300 Menschen beherbergen können.

Damit wäre die Unterkunft dennoch die größte in der Stadt, in der Menschen für länger Zeit wohnen sollen. In Paffrath sollen maximal 200 Menschen leben, die Erstaufnahme in der Feldstraße ist auf höchstens 290 Personen ausgelegt; nur in den Leichtbauhallen in Katterbach können bis zu 390 Menschen wohnen.

Der Lageplan der Unterkunft. Zwischen Container und Siedlung kommt ein Erdwall.

Zugeständnisse an die Anwohner

In seinem Schreiben macht Urbach weitere Zugeständnisse an die Anwohner. So werde es einen „deutlichem Abstand” zur aktuellen Bebauung geben.

Hinter dem Senioren-Heim Lerbacher Wald an der Gladbacher Straße waren in den letzten Jahren im neuen Wohngebiet Helene-Stöcker-Straße Einfamilienhäuser gebaut worden. Der Abstand zu der Containeranlage (drei zweistöckige Blöcke) soll 60 Meter betragen. Außerdem ist ein drei Meter hoher, bepflanzter Erdwall geplant. Diese Details gehen aus der Beschlussvorlage für den Infrastrukturausschuss (pdf) hervor, der am kommenden Dienstag entscheiden soll.

Bezug wird für den Juli angepeilt

Die Anlage besteht aus drei zweistöckigen Blöcken

Neben den Wohngebäuden sei eine Freizeitanlage und ein Aufenthaltsgebäude geplant. Auch diese Unterkunft soll (wie bereits in Sand, Katterbach, Heidkamp, Refrath und Frankenforst) vom Deutschen Roten Kreuz betrieben werden. Zudem werde ein Sicherheitsdienstes rund um die Uhr im Einsatz sein.

Die Wohnanlage soll durch „ausreichend hohe Stabgitterzäune” zum Naturschutzgebiet „Grube Cox“ und der Gladbacher Straße abgeteilt werde. Dadurch entstehe eine kontrollierbare Eingangs- und Erschlie-ßungssituation.

Die Erschließung soll möglichst Anfang Mai abgeschlossen werden, ein Bezug wäre frühestens Juli möglich, heißt es in der Beschlussvorlage.

Hohe Kosten

Allein für die Erschließung des Grundstücks plant die Stadtverwaltung 540.000 Euro ein. Der Ankauf von Containeranlagen war in einer Sondersitzung des Infrastrukturausschusses schon am 3. November 2015 beschlossen worden, in einem Gesamtvolumen von 5,6 Millionen Euro. Aus diesem Kontingent sollen auch die Container für Lückerath genommen werden.

Die Planung für Lückerath wird am 23. Februar im Infrastrukturausschuss des Stadtrates beschlossen werden. Da der Pachtvertrag erst nach Karneval unterschrieben worden sei wäre eine Informationsveranstaltung für die Bürger noch vor der Ausschusssitzung zu kurzfristig gewesen, kommt Urbach einer möglichen Kritik an der Terminierung entgegen.

Das Gelände wird links von der Gladbacher Straße, an den beiden anderen Seiten von der Grube Cox, umschlossen

Informationsveranstaltung am 10. März

Die Details der Planung will Urbach gemeinsam mit den Experten aus den zuständigen Fachbereichen 5 (Jugend & Soziales) und 8 (Hochbau) am 10. März 2016 ab 18 Uhr im Foyer des Otto-Hahn-Schulzentrums vorstellen und Fragen beantworten. Die Veranstaltung wird wie immer vom Bürgerportal moderiert.

Im Vorfeld beantwortet das Pressebüro der Stadt Fragen und Anregungen: 02202 142419, pressebuero@stadt-gl.de

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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