Die teuersten Bauplätze finden sich in Refrath. Bodenrichtwerte 2015. Foto: Screenshot/boris.nrw.de

Einmal im Jahr setzen sich Vertreter der Behörden sowie der Immobilienbranche zusammen, um die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Kaufverträge zu analysieren. Heraus kommt mit dem Grundstücksmarktbericht ein zahlengespicktes Dokument, das bei eingehender Betrachtung interessante Erkenntnisse her gibt.

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Offenbar ist der Markt in Bewegung gekommen, die Gesamtsumme aller verkaufen Immobilien ist um satte 18 Prozent gestiegen. Für den hohen Anstieg sind aber einige große Objekte maßgebend, denn die Zahl der Verkäufe stieg nur um fünf Prozent.

Auch die Preise sind kräftig angezogen, Häuser sind zwischen drei und sieben Prozent teurer geworden. Bei den nur in geringem Umfang gehandelten (weil kaum vorhandenen) unbebauten Grundstücken kletterten die Preis zwischen sechs Prozent in Gladbach und stolzen 15 Prozent in Refrath, dem ohnehin schon teuersten Stadtteil.

Wir dokumentieren das Ergebnisprotokoll der Sitzung.

Am 23.02.2016 hat sich der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Bergisch Gladbach mit dem Marktgeschehen des vergangenen Jahres befasst. In 2015 wurden in der Kreisstadt insgesamt für 349 Millionen Euro Immobilien verkauft (Veränderung gegenüber 2014 = + 18 %). Davon entfielen auf die Teilmärkte

  • Eigenheime 115,7 Millionen €
  • Eigentumswohnungen 104,2 Millionen €
  • unbebaute Grundstücke 31,1 Millionen €
  • Renditeobjekte 74,4 Millionen €.

Die Zahl der Kauffälle mit 1.345 Verträgen verzeichnete im Vergleich zu 2014 ein Plus von 5 % (1.280 Verträge).

Marktentwicklung
Durchschnittlich ergaben sich gegenüber 2014 folgende Wertveränderungen:

  • Wohnbaugrundstücke
    – Refrath + 15%
    – Bensberg + 10%
    – Gladbach + 6%
  • Gewerbeflächen 0%
  • Eigentumswohnungen:
    – Erstverkäufe + 5%
    – Wiederverkäufe + 5%
  • Wiederverkaufte Eigenheime:
    – freistehende Eigenheime + 5%
    – Doppelhäuser + 7%
    – Reihenhäuser + 3%

Bodenrichtwerte 2016 in Bensberg. Foto: Screenshot/boris.nrw.de

Bodenwerte für Wohnbauland
Gegliedert nach einzelnen Wohnplätzen ergeben sich folgende Bodenwertspannen pro m² Bauland:

  • Bensberg 290 bis 460 €
  • Refrath 370 bis 480 €
  • Gladbach 270 bis 400 €
  • Paffrath /Nußbaum 300 bis 400 €
  • Schildgen 280 bis 370 €
  • Hand 290 bis 360 €
  • Moitzfeld 270 bis 420 €
  • Herkenrath 230 bis 300 €
  • Herrenstrunden 215 bis 280 €

Durchschnittliche Kaufpreise und Grundstücksgröße pro Baugrundstück
(Geplante – Bebauung – Kaufpreis – Größe):

  • Reihenmittelhaus 75.000 € 197 m²
  • Reihenendhaus 75.500 € 255 m²
  • Doppelhaushälfte 149.000 € 340 m²
  • Freistehendes Eigenheim 208.000 € 620 m²

Preisänderung der letzten 10 Jahre
Vergleich Bauplätze für freistehende Eigenheime 2005/2015: Durchschnittlicher Kaufpreis damals rd. 170.000 €, durchschnittliche Grundstücksgröße 2005: 654 m² (heute rd. 22 % teurer und ca. 5% kleiner).

Bodenwerte in Geschäftslagen
In den Geschäftslagen bestehen folgende Bodenwertspannen pro m²:
– Stadtzentrum – Fußgängerzone 600 bis 2.100 €
– Schloßstraße 800 bis 1.200 €
– Siebenmorgen 420 bis 600 €
– Nebenzentren 280 bis 360 €

Die teuersten Geschäftslagen findet man in der Gladbacher Fußgängerzone. Foto: Screenshot/boris.nrw.de

Bodenwerte in Gewerbegebieten
In den Gewerbegebieten liegen die Bodenrichtwerte zum 01.01.2016 zwischen 105 € und 150 € pro m².

Kaufpreisspannen der wiederverkauften Eigenheime

  • Reihenhäuser mit 100 m² Wohnfläche 182.000 bis 315.000 €
  • Doppelhaushälften mit 150 m² Wohnfläche und mittlerer Ausstattung 225.000 bis 360.000 €
  • Freistehende Eigenheime mit 150 m² Wohnfläche und mittlerer Ausstattung 200.000 bis 420.000 €

Vergleich freistehende Eigenheime 2005/2015:
In den letzten 10 Jahren sind die Kaufpreise für freistehende Eigenheime im Stadtgebiet um 2% gestiegen.

Kaufpreisspannen der Eigentumswohnungen
Die Quadratmeterpreise der Eigentumswohnungen schwankten zwischen

  • 360 € und 2.720 € in großen Wohnanlagen (Die niedrigsten Kaufpreise (320 – 940 €/m²) wurden in den großen Wohnanlagen an der Mülheimer und der Reginhar-/Giselbertstraße festgestellt.)
  • 1.030 € und 3.850 € in kleinen und mittleren Wohnanlagen und
  • 2.580 € und 4.800 € bei erstverkauften Wohnungen.

Vergleich Eigentumswohnungen 2005/2015:
In den letzten 10 Jahren änderten sich die Kaufpreise bei den erst- und wiederverkauften Eigentumswohnungen in kleinen und mittleren Wohnanlagen durchschnittlich um rd. + 20 % bzw. + 12 % und in den großen Anlagen um + 3 %.

Kaufpreise der Freiflächen
Als durchschnittliche Qudratmeter-Preise der Freiflächen, die nicht für eine Bebauung vorgesehen sind, ergaben sich folgende Werte:

  • Waldflächen 2,00 €
  • landwirtschaftlich genutzte Grundstücke 1,80 €
  • begünstigtes Agrarland 6,30 €

Durchschnittspreise und Preisspannen, die für den Zu- bzw. Verkauf von Teilflächen vereinbart (bauliche Nutzung, Straßenbau etc.) wurden, hat der Gutachterausschuss nach Gruppen aufgeteilt im Marktbericht veröffentlicht.

Mietwertübersichten für Geschäftsräume
Seit 1992 erscheinen im Marktbericht Mietwertübersichten, die Mietspannen für Laden-lokale, Büroräume, Praxen, Pkw-Stellplätze und Einfamilienhäuser enthalten. Die letztmalig 2015 durchgeführte Untersuchung der 246 bekannten Ladenlokalmieten zeigt, dass folgende Nettokaltmieten gezahlt werden:

  • Fußgängerzone des Stadtzentrums 9 bis 60 €/m²
  • Randzonen des Stadtzentrums 6 bis 16 €/m²
  • Schloßstraße 9 bis 35 €/m²
  • Siebenmorgen 7 bis 24 €/m²
  • Nebenzentren 5 bis 22 €/m²

Für Büros und Praxen zahlt man je nach Lage und Ausstattung zwischen 4 und 13 €/m².

Die Mietwerte für Lager-, Werkstatt- und Produktionsflächen betragen je nach Nutzungswert zwischen 2,30 bis 8,60 €/m².

Die monatliche Pkw-Garagen- und Tiefgaragenmiete beträgt im Stadtgebiet zwischen 35 und 75 €.

Auskünfte und Veröffentlichungen
Detaillierte Einzelheiten über das gesamte Spektrum des Immobilienmarktes enthält ein 72-seitiger Marktbericht, der über einen kostenlosen Download im Internet unter www.boris.nrw.de bezogen werden kann.

Dort können des Weiteren Allgemeine Preisauskünfte und Auszüge aus der Bodenrichtwertkarte eingeholt werden.

Ferner steht Ihnen die Geschäftsstelle des Gutachterauschusses unter den Telefonnummern 02202 141238, 141254 und 141255 für allgemeine Auskünfte zur Verfügung.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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