Fotos: Screenshot Berliner Morgenpost

Die Berliner Morgenpost ist der Frage nachgegangen, welche der 79 Großstädte in Deutschland sich zu Recht mit dem Attribut „grün” schmücken. Dabei landen drei Städte auf dem Podest, die man zwar nicht unbedingt zu den Metropolen zählt, aber den größten Anteil von Grünflächen in ihrem Stadtgebiet ausweisen: Ausgerechnet Siegen landet auf Platz ein, dicht gefolgt von Göttingen und Bergisch Gladbach.

Die „Metropole des Bergischen Landes” verfügt dieser Auswertung zufolge über einen grünen Anteil von  84,1 Prozent an der Gesamtfläche. Insgesamt sind laut MoP 70 km² Grünfläche vorhanden. Dies entspricht etwa 640 m² pro Einwohner.

Zum Vergleich: Köln kommt auf einen Anteil von immerhin 58 Prozent und damit auf Rang 65. Die Stadt am Rhein hat zwar 240 km² Grünfläche, das sind aber nur 230 m² pro Einwohner, wenig mehr als ein Drittel der Grünfläche, die ein Bergisch Gladbacher genießen kann.

Bei dieser Auswertung wurden zum ersten Mal neben öffentlichen Grünflächen, Feldern und Wäldern auch die grünen Bereiche auf privaten Grundstücken berücksichtigt – egal ob auf der Erde oder auf dem Dach.

Was diese Zahlen für die aktuelle Debatte über den Flächennutzungsplan und die Ausweitung von Wohn- sowie Gewerbeflächen zu Lasten der Grünflächen bedeutet, steht zur Diskussion. Man könnte argumentieren, dass dieser Standortvorteil unbedingt erhalten bleiben muss. Oder aber, dass Bergisch Gladbach noch über so viel Grün verfügt, dass 55 Hektar Gewerbefläche mehr durchaus drin sind.

55 Hektar sind 550.000 Quadratmeter. Und damit weniger als ein Hunderstel der gesamten Grünflächen der Stadt.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung hatten wir Hektar falsch umgerechnet, siehe Kommentar unten. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Mehr Informationen:
Die gesamte Auswertung der Berliner Morgenpost
Alle Beiträge zum Thema Flächennutzungsplan und Gewerbeflächen
Die Debatte zum Thema in der Facebook-Gruppe „Politik in GL”

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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3 Kommentare

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  1. Interessantes Zahlenspiel.
    Mal angenommen, die reine Rechnung stimmte arithmetisch (und das gerade von Frühlingsblüte überall verwöhnte Auge könnt’s glatt glauben … ) bzw. im Verhältnis,
    dann ist das wohl kaum überraschende Prädikat “Stadt im Grünen” natürlich (!) auch ein entschieden richtungweisender Standortfaktor
    – Aber alle Berechnung änderte nichts an Sinnfälligkeit und Notwendigkeit
    einer übergreifend zusammenstimmenden, sich schlüssig ergänzenden, orts- wie raumgerechten (!) und zeitgemäßen (!) Wirtschaftsentwicklung, unter intelligenter Vitalisierung und Optimierung aller vorhandenen G-Flächen!
    Die Frage lautet doch nicht: Braucht GL überhaupt “Gewerbe” etc.,
    sondern welche Art Gewerbe, wo und mıt welchem zur Stadt, ihrer Lage, ihrem Charakter, ihren Stärken und Perspektiven langfristig passenden Plan …?
    Einfach ´mal in die Fläche holzen, wo irgend nur geht, weil man ja soviel davon habe,
    geht nicht und machte auch keinen Sinn, weil die Zerstörungseffekte größer als die Nutzwirkungen wären …
    Vor diesem Hintergrund bietet gerade der neu in Aufstellung begriffene Flächennutzungs-Plan alle Chancen für eine in jeder Hinsicht weitsichtige und zukunftsfähige Stadt- wie Raumentwicklung, wenn man so will, für einen Aufbruch in´s doppelten Sinnes blühende GL von Morgen und Übermorgen … Dafür Glück auf!

  2. Danke. Irgendwie kam uns das Ergebnis auch etwas merkwürdig vor. Wird verbessert.

  3. Kurzer Hinweis: 55Hektar sind 550.000 qm, also zehnmal mehr als im Artikel beschrieben.

    Und außerdem sind ja in den 70km2 im Artikel ausdrücklich private Gärten, Schwimmbadwiesen, Dachflächen, … mit einbezogen. Der Vergleich solcher privaten “Grünflächen” mit den großräumigen, der Allgemeinheit und der Natur zur Verfügung stehenden Freiräumen, die zur Zeit als Gewerbeflächen diskutiert werden, hinkt doch gewaltig.