Claudia Kruse bei der Bürgerversammlung in Sand im Sommer 2015.

Claudia Kruse, die bisherige Koordinatorin des Erzbistums Kölns für den gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis hat ihr Büro an der Laurentius-Kirche verlassen und wird eine neue Stelle als Integrationsbeauftragte der Gemeinde Odenthal antreten.

Szymon Bartoszewicz, bislang Flüchtlingsbeauftragter (und einiges mehr) an der evangelischen Gnadenkirche hat schon im April kurzfristig eine neue Aufgabe als Leiter des Schulkinderhauses Heilsbrunner Hosenmätze in Hebborn angetreten. Sein Amt als stellvertretenden Vorsitzenden des Integrationsrates hatte er bereits im November entnervt niedergelegt.

Szymon Bartoszewicz bei einer Bürgerversammlung in Schildgen im Herbst 2015

Beide Stellen werden bzw. wurden neu besetzt, dennoch bedeutet der Doppelverlust einen Rückschlag für den Versuch, die zahlreichen Hilfsprojekte und Willkommensinitiativen besser zu vernetzen. Bartoszewicz und Kruse hatten an vielen verschiedenen Punkten angesetzt, vor allem aber das Mentorenprojekt Bergisch Gladbach  auf die Beine gestellt, das sich um die Ausbildung und Unterstützung von Paten für Flüchtlinge kümmert.

Die Aufgaben von Bartoszewicz beim Mentorenprojekt hat im Bereich der Gnadenkirche Lucrecia Lopez übernommen, sie ist per Mail zu erreichen. Sie weist daraufhin, dass es im Mentorenprojekt wieder freie Kapazitäten gibt; wer Interesse an einer Ausbildung und an Erfahrungsaustausch hat kann sich bei ihr melden.

Unter anderem treffen sich die Mentoren an jedem 1. Montag im Monat (18:30 Uhr) in der Kirche zum Heilsbrunnen in einer informellen Runde. Dort geht es auch um die Weiterbildung der Mentoren in allen Themen, in denen Bedarf besteht.

Erzbistum stellt weitere Teilzeitstellen zur Verfügung

Die Nachfolge von Kruse steht noch nicht fest, soll aber ebenfalls rasch geregelt werden. Darüber hinaus baut das Erzbistum Köln sein Personal im Rahmen der Flüchtlingshilfe aus: in jedem Seelsorgebereich wurden die Mittel für eine Teilzeitstelle bereit gestellt; das sind für Bergisch Gladbach vier Stellen zu jeweils 15 Stunden, in St. Laurentius soll sogar eine Halbzeitstelle besetzt werden.

Defizite bei der Koordinierung und Bündelung

Bartoszewicz und Kruse wollten sich im Nachhinein nicht kritisch über den Stand der Flüchtlingsarbeit in Bergisch Gladbach äußern. Beide hatten aber, ebenso wie viele ehrenamtliche Helfer in den vergangenen Monaten immer wieder klar gemacht, dass es vor allem an der Koordination, Bündelung und der gegenseitigen Information zwischen Stadt- und Kreisverwaltung, hauptamtlichen Flüchtlingsbetreuern (in den Gemeinden und Wohlfahrtsverbänden) sowie den örtlichen Willkommensinitiativen mangelt.

Beide hatten sich auch für die Einrichtung eines echten „Zentrums für Flüchtlingshilfe” stark gemacht, das mit geeigneten Räumlichkeiten als Informationszentrale, Anlaufstelle für Flüchtlinge und Bürger und Veranstaltungs-/Aktionsort dienen könnte. Daraus ist bislang nichts geworden. Ein Konzept aus der Initiative „Neue Heimat” für eine alte Belkaw-Halle kam nicht zum Zug, die Planung für ein großes Begegnungszentrum am künftigen Containerstandort Lückerath gestoppt.

Derzeit denkt die Stadtverwaltung über eine kleinere Einrichtung im sogenannten Kenfenheuer-Gebäude in Heidkamp nach, nimmt dazu offiziell aber noch keine Stellung.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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