Claudia Kruse bei der Bürgerversammlung in Sand. Mit Bürgermeister Lutz Urbach und DRK-Chefin Ingeborg Schmidt

Aktualisierung 19.5.2016: Claudia Kruse wechselt in das Amt der Migrationsbeauftragten der Gemeinde Odenthal. Ihre Stelle als Koordinatorin für den Rheinisch-Bergischen Kreis soll rasch neu besetzt werden.

Der ursprüngliche Beitrag:

Das Erzbistum Köln hat im Rahmen der „Aktion neue Nachbarn“ für jedes Kreis- bzw. Stadtdekanat eine Stelle für die Koordination der Flüchtlingshilfe in den Pfarrgemeinden zur Verfügung gestellt – und damit auch für den Rheinisch-Bergischen Kreis.

Diese Aufgabe füllt seit Mai Claudia Kruse aus, die aus Odenthal stammt, in Kürten wohnt, für die Katholische Jugendagentur und für die Caritas gearbeitet hat. Jetzt hat sie ihr Büro im Kreisdekanat in der Laurentiusstraße – und von dort aus kümmert sich sich von Leichlingen bis Rösrath um eine Vernetzung der Flüchtlingshilfe.

Wir heißt Ihre Initiative/Organisation?
Kath. Kreisdekanat im Rheinisch Bergischen Kreis

Wer sind die Ansprechpartner, wie sind Sie zu erreichen?
Claudia Kruse, 02202/2515774, claudia.kruse@laurentius-gl.de

Worin sehen Sie Ihre Hauptaufgabe?
• Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in den kath. Kirchengemeinden des RBK.
• Vernetzung von Akteuren und Projekten
• Sozialraumarbeit

Was motiviert Sie zu dieser Arbeit?
Es ist sehr bereichernd zu sehen, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren und wie weit dieses Engagement reicht. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man ein Hilfsangebot und jemanden, der diese Hilfe benötigt zusammengebracht hat. Besonders wenn man einige Zeit später feststellt, dass sich noch viele andere Dinge aus dieser Vernetzung ergeben haben.

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Was machen Sie konkret?
Ich erfasse Bedarfe in den Gemeinden und in den Flüchtlingsinitiativen. Ich besuche und berate Altenheime, Schulen, Kindergärten, die Informationsbedarf haben und sich in der Flüchtlingsarbeit einbringen möchten, aber noch nicht richtig wissen wie. Ich nehme an Arbeitskreisen, Runden Tischen und Pfarrgemeinderatssitzungen teil, die sich mit dem Thema befassen. Kurz gesagt: Ich sammle Informationen, um Ideen und Projekte zu entwickeln, oder bestehende Initiativen zu vernetzen.

Was fehlt Ihnen bei Ihrer Arbeit?
Zeit fehlt! Ich könnte an 7 Tagen in der Woche 24 Stunden arbeiten und es würde immer noch nicht genug sein! Je mehr man sich mit diesem Thema beschäftigt, umso mehr Arbeit ergibt sich. Das kann wohl jeder, der Haupt- oder Ehrenamtlich involviert ist bestätigen!

Mit wem kooperieren Sie?
Mit der Caritas, dem Kath. Bildungswerk, dem KI, den Kommunen, der Evangelischen Kirche usw. usw….

Wo sehen Sie Probleme bei der Flüchtlingshilfe konkret in Bergisch Gladbach?
Grundsätzlich läuft die Flüchtlingshilfe in Bergisch Gladbach recht gut, was dem großen ehrenamtlichen Engagement zu schulden ist, aber auch der Tatsache, dass die Kommunikation mit der Stadt gut ist.

Perfekt wäre es, wenn der Informationsfluss noch besser wäre. Alle Hauptamtlichen in der Flüchtlingshilfe sind Multiplikatoren. Wenn wir Infos sofort bekämen, könnten wir sie (wenn nötig) schneller an die Initiativen vor Ort weitergeben. Damit könnte Entlastung geschaffen werden. Auch den Ehrenamtlichen könnten so viele frustrierende Erfahrungen erspart bleiben, denn oftmals wird viel Arbeit umsonst oder doppelt getan, weil die entsprechenden Infos zu spät kommen (ist aber nicht nur ein Gladbacher Problem).

Was nervt Sie?
Falsche Berichterstattung in den Medien. Viele Meldungen enthalten absichtlich nur einen Teil der Information, um in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen.

Wie kann man Ihnen helfen? 
Es gibt für viele Dinge einfache und schnelle Lösungen (z. B. Internet an den Unterkünften) ich wünschte mir, dass diese Dinge angegangen werden würden. Dann hätte man im Endeffekt mehr Zeit für andere Dinge.

Was würden Sie sich wünschen?
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir wünschen, dass die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung noch lange anhält!

Welche Initiative/Person sollten wir in dieser Serie auf jeden Fall vorstellen?
Beispielhaft läuft im Moment in Bergisch Gladbach die Initiative „Willkommen in Schildgen“. Ich würde jeder sich neu gründenden Ortsgruppe raten sich einmal anzuschauen, wie strukturiert und gut geplant hier Dinge umgesetzt werden!!

Was wurde nicht gefragt, sollte aber dennoch gesagt werden?
Viele überlegen noch wie sie sich einbringen können – ich hätte einen Tipp: Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung und beziehen Sie Stellung gegen Missstimmungen in der Bevölkerung! Nichts wäre schlimmer, als wenn Flüchtlinge und die, die sich für sie engagieren Angst haben müssten!

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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