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lüttgen Mondeo

Die meisten Fahrzeug-Hersteller sind heutzutage auf einem sehr hohen technischen Niveau angekommen. Eklatante Unterschiede in der Mechanik gibt es bei den sogenannten Massenherstellern kaum noch; für vermeintlich herausragende Fahrzeuge muss man meist deutlich tiefer in die Tasche greifen als für die meisten Alltagsfahrzeuge. Allerdings darf man gerne hinterfragen, ob der Preisunterschied nur der besseren Technik geschuldet ist – oder auch dem Image des Fahrzeuges.

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Als Unterscheidungskriterium haben die Produzenten neben dem Design die Elektronik erkannt und in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von elektronischen Helferlein entwickelt, die das Fahren angenehm – oder aber auch stressig – machen können.

lüttgen Taunus

Plastisch vor Augen hatte ich dies, als in unserer Werkstatt vor ein paar Tagen ein Ford Taunus aus den 70er Jahren neben seinem automobilen Urenkel, einem so ziemlich komplett ausgestatteten Ford Mondeo stand.

Von A nach B kann man sicher mit beiden Autos fahren. In dem „Wie” könnten die beiden unterschiedlicher nicht sein.

Allein die Vorteile der aktiven (ABS, ESP etc.) und passiven (Airbags, Gurtstraffer, etc.) Sicherheitskomponenten sind als lebensschützende Features in modernen Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken. Und auf viele Dinge wie Klimaanlage und Radio eventuell mit Navigationsgerät mögen die meisten Kunden heute auch nicht mehr verzichten. All dies ist in den meisten Autos schon serienmäßig verbaut (was im übrigen auch auf die Preisgestaltung Einfluss hat).

Wenn man sich aber die aufpreispflichtigen elektronischen Optionen schaut, ist man doch erstaunt über die immense Entwicklung der vergangenen Jahre. Hier ein kleiner Ausschnitt dessen, was mittlerweile angeboten wird:

  • Berganfahrassistent (Verhindert das zurückrollen des Fahrzeuges beim Anfahren an Steigungen)
  • Toter-Winkel-Assistent (Warnt, falls sich ein Fahrzeug im Toten Winkel des Aussenspiegels befindet)
  • Key-Free-System (Schlüssellosen Öffnen/Schließen/Starten)
  • Sprachsteuerung
  • Ein- und Ausparkassistent
  • etc.

Das wirft gleich mehrere Fragen auf. Wer braucht das eigentlich alles? Helfen diese Dinge wirklich oder lenken sie ab – überfordern den Fahrer vielleicht sogar? Und die Autopuristen fragen: Wo bleibt denn bitte der Fahrspass?

Markus Lüttgen, Geschäftsführer Autohaus Lüttgen, Bergisch Gladbach

Markus Lüttgen

Nicht jeder Fahrer braucht jeden Assistenten. Als Beispiel: Wenn man in der Regel nur in der Stadt unterwegs ist, fährt man eine Verkehrsschilderkennung und einen Spurhalteassistenten meist funktionslos spazieren, hat also Geld ausgegeben, ohne einen Nutzen zu haben. Ein Aktive-City-Stop-System passt allerdings mit auf Kollisionen auf und unterstützt den Bremsvorgang – jeder verhinderte Unfall macht hier also Sinn.

Und einer meiner Lieblinge, der Einparkassistent, kann im Stadtverkehr viel Zeit und Beulen einsparen. Es lohnt sich also, vor einem Fahrzeugkauf das Für und Wider eines jeden Assistenz-Systems in Bezug auf die individuelle Fahrzeugnutzung mit einem Fachhändler zu diskutieren und nur die passenden Helfer zu erwerben.

Viele Assistenten werden allerdings nur in Kombination mit anderen angeboten. Es ist dann tatsächlich so, dass viele Systeme kaum oder gar nicht genutzt werden. Es ist aber auch wirklich schwierig, die gesamte Technologie zu vermitteln. Eine Erläuterung der WESENTLICHEN Funktionen eines Autos dauert heute schon einmal 1,5 Stunden, die zugehörige Bedienungsanleitung umfasst bis zu 300 Seiten.

Wer schon einmal versucht hat wirklich alle Funktionen allein des Radios zu verstehen und aktiv zu nutzen weiß, wovon ich hier schreibe. Wir machen oft mehrere Termine mit unseren Kunden, um wirklich alle Informationen wunschgemäß zu vermitteln.

Es kann natürlich auch sein, dass Assistenten überfordern. Die ersten Park-Distanz-Kontrollen waren seinerzeit dafür ein Beispiel, da diese in allen möglichen und unmöglichen Situationen piepsten. Das kann schnell zu Stress und Überforderung führen. Allerdings können die meisten Systeme über den Bordcomputer deaktiviert werden. Hier sei aber noch einmal der Hinweis erlaubt, dass die ausführliche Information vor dem Kauf hilft, nur die wirklich benötigten Systeme zu wählen.

Oft höre ich natürlich auch, dass die Assistenten den Fahrspass deutlich einschränken. Aber auch dafür gibt es Lösungen. Zum einen natürlich, indem man unnötige Assistenten nicht bestellt. Zum anderen gibt es in sportlichen Fahrzeugen auch sogenannte Track-Apps, die aus dem Rennsport in die Serienfahrzeuge kommen. Z.B. findet man beim Ford Mustang eine line-lock-Funktion. Diese weitestgehend sinnbefreite App bedeutet für manche (An-)Fahrspaß pur.

Mit fortschreitender Technik finden also immer mehr Fahrer die Unterstützung beim Fahren, die sich jeder einzelne wünscht. Es zeigt sich aber einmal mehr, wie wichtig heutzutage eine individuelle Beratung ist. Und – das kann ich mir nicht verkneifen – die bekommt man eher beim Fachhändler und weniger im Internet.

Ich wünsche Ihnen allen eine stets gute und sichere Fahrt, ob mit oder ohne Fahrerassistenz-Systemen.

Bis zum nächsten Mal, Ihr Markus Lüttgen

Das Autohaus Lüttgen in Bergisch Gladbach

Das Autohaus Lüttgen wurde 1928 vom Bergisch Gladbacher Huf- und Wagenschmied Jean Lüttgen als einer der ersten zehn Fordhändler in Deutschland gegründet. Heute führen seine Enkel Markus und Michael Lüttgen das Unternehmen mit knapp 40 Mitarbeitern. Vor 87 Jahren ging das Unternehmen die mutige Verpflichtung ein, mindestens vier „Motorwagen“ im Jahr abzunehmen. Derzeit verkauft Lüttgen mehr als 800 Neu- und Gebrauchtwagen jedes Jahr.

Odenthaler Str. 153, 51465 Bergisch Gladbach
Website, Facebook, Mail: service@luettgen.de

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geboren 1968, hat in Köln Betriebswirtschaftslehre studiert und ist verheiratet. Seit 1994 arbeitet er im Familienunternehmen Autohaus Lüttgen, seit 1998 in verantwortlicher Position. Sein Auto ist ein Ford Mustang, rot.

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