Die Fahrplanaufteilung auf der Kölner Straße laut Plan, bergauf gesehen

Die künftige Fahrplanaufteilung auf der Kölner Straße

Ende Juni 2016 haben die städtischen Fachausschüsse das Mobilitätskonzept Bergisch Gladbach 2030 beschlossen. Auf knapp 180 Seiten wird die Verkehrssituation in Bergisch Gladbach analysiert und für verschiedene Verkehrsträger eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssituation vorgeschlagen. Bis zum Jahr 2022 soll in drei Priorisierungsstufen ein Radverkehrsnetz im Stadtgebiet angelegt werden.

Ein Bestandteil des Beschlusses am 29.06.2016 war die Einrichtung von Radfahrstreifen/Radschutzstreifen auf der Kölner Straße. Diese sollen nun kurzfristig angelegt werden.

Ausschüsse verabschieden Mobilkonzept

Es gibt immer mehr Autos auf den Straßen; es entsteht Stau, und die Lärm- und Luftverschmutzung nimmt zu. Ziel ist es, so viele Personen wie möglich zu motivieren, vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen. Kurze Wege zum Bäcker, zum Einkauf auf dem Markt in der Innenstadt oder zum Arzt können oft problemlos mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Und durch die Vielzahl der Bürgerinnen und Bürger, die sich ein Fahrrad mit elektronischer Unterstützung anschaffen, sind auch die Steigungen in unserem Stadtgebiet immer weniger ein Hindernis für Radfahrer.

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Doch für den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad braucht man ein gutes Angebot für den Radverkehr. Aufgrund der geringen Breite vieler Straßen im Stadtgebiet ist die Einrichtung eines baulichen Radweges getrennt von der Straße meist nicht möglich.

Die Stadt möchte den Radfahrern trotzdem ihren eigenen Verkehrsraum schaffen und Schutzstreifen bzw. Radfahrstreifen markieren, so wie es in vielen Städten schon gang und gäbe ist.

Schutzstreifen oder Radfahrstreifen?

Der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen liegt darin, dass Schutzstreifen durch eine unterbrochene Linie gekennzeichnet werden, die von Autofahrern bei Bedarf und ohne Gefährdung des Radfahrers überfahren werden darf. Schutzstreifen weisen eine Breite von 1,25 – 1,50 m auf, Radfahrstreifen sind in einer Breite von 1,85 – 2,0 m mit einer durchgezogenen Linie markiert und dürfen von Autofahrern nur beim Ein- und Abbiegen überfahren werden.

Im Blickfeld der Autofahrer

Beide Radverkehrsanlagen sind auf der Fahrbahn markiert und bringen Radfahrer so in das Blickfeld der Autofahrer. Viele Radfahrer fühlen sich beim Fahren auf der Fahrbahn unsicher, doch Statistiken belegen, dass Schutzstreifen auf der Fahrbahn sicherer sind als bauliche Radwege neben dem Fußweg, da es dort eine erhöhte Gefahr durch die Vielzahl an Ein- und Ausfahrten gibt, an denen Autofahrer häufig herausfahren, ohne auf Radfahrer zu achten. Auf der Fahrbahn wird der Radfahrer sofort wahrgenommen und muss sich nicht im Slalom um die oft in den Radweg ragenden Autohauben herumquälen.

Fahrradkultur schaffen!

Das Fahrradfahren in Bergisch Gladbach muss sicherer werden und vor allem in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger als selbstverständlich angesehen werden. Dies kann man nur schaffen, wenn der Radverkehr im Straßenraum sichtbar wird.

Ein ganzes Netz von Radschutzstreifen im Stadtgebiet soll bis zum Jahr 2022 in drei Priorisierungsstufen angelegt werden. Die ersten beiden Maßnahmen auf der Kölner Straße und der Friedrich-Offermann-Straße sind beschlossen und können schon umgesetzt werden.

Die Pläne für die Kölner Straße in Bensberg

Start der ersten Maßnahme in den Herbstferien

Beginnen wird die Stadt mit der Kölner Straße von der Einmündung Buddestraße bis Dariusstraße (Detailplanungen siehe Grafiken). Dort endet derzeit der Radschutzstreifen, und die Fahrradfahrer werden hinter der Kreuzung „allein gelassen“.

In den Herbstferien soll mit den Markierungen begonnen werden. Im Bereich der Hausnummern 25 bis 51 entfallen die bislang auf der Fahrbahn zulässigen Parkmöglichkeiten; um Parkplätze, Radfahrstreifen und Fahrbahn nebeneinander bestehen zu lassen, ist die Straße nicht breit genug.

Vor den Einzelhandelsbetrieben auf dem Gehweg vor Hausnummer 63 bis 69 können die Parkstände bestehen bleiben.

Die Anwohner wurden schon per Anschreiben über die bevorstehende Maßnahme informiert. Die Maßnahme in der Friedrich-Offermann-Straße wird im Zuge der Kanalbauarbeiten im Frühjahr 2017 durchgeführt.

Dokumentation:

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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4 Kommentare

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  1. Ist doch wunderbar, dass endlich etwas für die Fahrradfahrer getan werden.
    Zumindest die früher als Parkstreifen genutzte Breite steht jetzt alleine den Radfahrern zur Verfügung. Dass die sonst dort Parkenden weiter weg parken müssen, ist bedauerlich, aber wie sollte es sonst gehen?

    Die Wertschätzung gegenüber den fahrradfahrenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern kann nicht oft genug ausgedrückt werden! Meines Erachtens sollten die bestehenden Radwege besser gepflegt werden, vor allem jetzt im Herbst, wo das nasse Laub eine Gefährdung darstellt.

    Ich finde die Lösung an der Kölner Strasse ein ermutigendes Zeichen und einen sehr positiven Ansatz.

    Weiter so!!

  2. Das ist rausgeworfenes Geld. Warum wurden im Vorfeld keine RadfahrerInnen gefragt?

    Die Kölner Straße ist steil, es fahren dort sehr viele (und oft zu schnelle) Autos und LKW, und auch mit Fahrradstreifen werden diese nicht immer ausreichend Abstand halten. Daher glaube ich nicht, dass RadfahrerInnen diese Strecke künftig mehr nutzen werden als jetzt. Ich selbst sicherlich nicht.

    Die viel bessere Alternative wäre der Umbau der Kaule zur Fahrradstraße: Sie führt parallel, an mehreren Schulen vorbei, ist ruhiger und endet direkt am Busbahnhof. Vorfahrt für Fahrräder, kein rechts vor links, Parkplätze weg und Hinweisschilder aufstellen – fertig.

  3. Ich bin mal gespannt was dort im Endeffekt entstehen wird. Sicher? Wohl kaum, da man sich eher an die Mindestmaße orientieren und PKW/LKW Fahrer den mindest Sicherheitsabstand von 150cm, dank der Linien nicht einhalten werden. Man ist zwar im Blickfeld aber dem Ellebogen/Spiegelbreich voll ausgesetzt, wenn die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden. Gibt es in diesem Zuge Tempo 30 in den Bereichen um das ganze sicherer zu gestalten? Die meisten Radfahrer werden wie gewohnt die Kölner Straße meiden und rechts und links die Wohngebiete bevorzugen.

  4. Vor zig Jahren war ich mal Mitglied im ADFC. Damals wusste man schon, dass solche Streifen auf der Straße für Radfahrer sicherer und besser sind, als Radwege auf Bürgersteigen. Eben wegen genau der Autofahrer, die von Grundstücksausfahrten auf die Straße wollen, oder umgekehrt. Damals haben diese Argumente nicht gezählt und man hat was weiß ich wie viel Geld investiert um überall Radwege auf Bürgersteigen anzulegen.

    Heute will man plötzlich das goldene Ei entdeckt haben, das die Probleme löst: Streifen auf der Straße. Es ist immer wieder erstaunlich, wie realitäts-, praxisfremd und wirtschaftlich unsere Planer arbeiten.