Ungewohnte Sitzordnung im Ratssaal: Die Ausschüsse für Umwelt, Klima, Infrastuktur und Verkehr sowie für Stadtentwicklung und -Planung

Nach einjähriger Beratungen mit vielen Veranstaltungen der Bürgerbeteiligung haben der Ausschuss für Umwelt, Klima, Infrastuktur und Verkehr sowie der Ausschuss für Stadtentwicklung und -Planung in einer gemeinsamen Sitzung das Mobilitätskonzept mit großer Mehrheit verabschiedet.

Für das MobiK stimmten CDU, SPD, FDP und Alfa, dagegen die Linke. Die Grünen begrüßten das Konzept zwar ausdrücklich als Schritt in die richtige Richtung, enthielten sich bei der Abstimmung dann doch – weil auf Antrag der SPD eine „bedingungslose Erwähnung” des Bahndammprojektes in letzter Minute aufgenommen worden war.

Der Vorschlag eines Schulradwegenetzes von Andreas Ebert (SPD) wurde gebilligt.

Für die umfangreichen Änderungsanträge von FDP und Grünen stimmte weitgehend nur die jeweils eigene Fraktion.

Das MobiK ist zunächst einmal nur ein Rahmen für viele Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, ein Schwerpunkt liegt auf der Verlagerung des Auto- auf den Radverkehr. Immerhin werden 13,4 Prozent der rund 300.000 in Bergisch Gladbach pro Tag zurückgelegten Wege bereits per Rad bewältigt, der Landesdurchschnitt liegt bei zwölf Prozent. Eine Dokumentation des gesamten Projektes finden Sie unten.

So soll die Friedrich-Offerman-Straße neu aufgeteilt werden

Die ersten drei konkreten Projekte für den Radverkehr

Die Stadtverwaltung hatte – als Pilotprojekte – bereits drei konkrete Projekte ausgearbeitet, die sich aus dem MobiK ableiten (Dokumentation unten). Beschlossen wurde (gegen die Stimmen von FDP und Linke) ein 1,85 Meter breiter beidseitiger Radschutzstreifen für die Friedrich-Offermann-Straße.

Die Radfahrstreifen auf (einem Teil) der Kölner Straße

Ebenfalls mit der Mehrheit von CDU, SPD und Grünen wurde ein Radfahrstreifen auf der Kölner Straße (zwischen Graf-Adolf-Str. und Ferdinand-Stucker-Straße) in einer Breite von 1,85 Meter gebilligt. Der restliche Teil der Straße wird mit Radschutzstreifen ausgestattet, da hier weniger Platz zur Verfügung steht.

Ein Radschutzstreifen darf von Autos überfahren werden, eine Radfahrstreifen darf nur von Fahrrädern befahren werden.

Dabei betonte die Verwaltung, dass bei diesen Maßnahmen, die weitgehend aus neuen Straßenmarkierungen im Rahmen von ohnehin anstehenden Baumaßnamen für 7700 bzw. 17.000 Euro bestehen, nur relativ wenige Parkplätze wegfallen soll.

Das dritte Projekt, auch die Sander Straße mit einem Schutzstreifen bzw. einer Kombination von Radfahr- und Schutzstreifen auszustatten, führte dann jedoch zu einer Grundsatzdebatte zwischen Grünen und CDU/SPD, was unter „die Zukunft gestalten” zu verstehen sei.

Grundsatzstreit: Was bedeutet „Zukunft gestalten”?

Die CDU argumentierte, die steile Sander Straße sei allenfalls für E-Bike-Besitzer geeignet, andere Radfahrer seien hier so gut wie nie zu beobachten. Die Grünen hielten dagegen, dass gerade die bislang schwache Nutzung dafür spreche, hier die Verhältnisse für Radfahrer zu verbessern. Zum Schluss einigte man sich darauf, dieses Projekt zu vertagen.

Dokumentation: Das Mobilkonzept in der Endfassung sowie die Detailplanung Radverkehr

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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