Franziska Wilbert mit Schülern bei der Einrichtung von Haltezonen für Elterntaxis

Seit den Herbstferien gibt es an den beiden benachbarten Grundschulen im Stadtteil Hand die „Elterntaxi-Haltezonen“. Doch wird dieses Angebot auch wirklich von den Eltern angenommen und hat sich das morgendliche Verkehrschaos vor den Schulen verringert? Die Stadt Bergisch Gladbach hat bei den beiden Schulleitungen nachgefragt und eine Zwischenbilanz gezogen.

Am 25. Oktober wurden die drei Zonen in der Handstraße, Peter-Walterscheidt-Straße und Dellbrücker Straße für die Nutzung als Elterntaxi-Stopp freigegeben; die Schulkinder halfen selbst mit und markierten ihren Schulweg mit gelben Fußabdrücken.

Schulen, Stadtverwaltung und Verkehrsverbund hatten bereits weit im Vorfeld die Eltern umfassend informiert; auch nach der Eröffnung wurden die Eltern weiter vor Ort angesprochen und aufgeklärt, damit auch wirklich alle über das neue Angebot Bescheid wussten.

Zunächst hielten die unterschiedlichsten Sorgen viele Eltern davon ab, ihre Kinder über den kurzen Fußweg zur Schule zu schicken, so etwa Angst vor Dunkelheit, vor Horror-Clowns oder sichtbehindernden Mülltonnen. Mittlerweile hat sich ein Großteil der Eltern und Schulkinder an die Haltezonen gewöhnt.

„Insbesondere morgens vor der Schule läuft das Projekt Elterntaxi richtig gut. Zahlreiche Eltern nutzen die Haltezonen. Selbst bei Regen sind die Kinder motiviert, das letzte Stück zur Schule zu Fuß zu gehen“ sagt Schulleiterin Barbara Dortmann von der Gemeinschaftsgrundschule Hand.

Grund für den Erfolg sind jedoch nicht nur die Elterntaxi-Haltezonen, sondern auch das Verkehrszähmerprogramm, welches in den Klassen durchgeführt wird. Alle Kinder, die an den Elterntaxi-Haltezonen aussteigen, Warnwesten tragen oder zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad zur Schule kommen, erhalten einen Bonusstern.

Die Klassen sammeln ihre Sterne jeweils so lange gemeinsam, bis sie eine „Belohnung“ bekommen. Dies kann zum Beispiel ein Picknick in der Klasse sein oder die Verlängerung der Pause. Auch Popcorn selber machen oder Spiele aussuchen im Sportunterricht sind mögliche Belohnungen. Monika Litzen von der Katholischen Grundschule Hand bestätigt, dass die Kinder auf diese Weise sehr stark motiviert werden, ihren Schulweg selbständig zu meistern. Und auch die regelmäßige Polizeipräsenz trägt zur Annahme des Pilotprojektes bei.

Nur nachmittags wird das System der Elterntaxi-Haltezonen noch nicht im selben Umfang wie am Morgen angenommen, da viele Eltern Sorge haben, ihr Kind zu verpassen. Kinder trödeln gern auf dem Nachhauseweg, und der Termindruck mit Fußballtraining, Klavierunterricht oder Reitstunde ist zu groß. Hier muss einfach noch weitere Routine eintreten.

Das Pilotprojekt „Geh-Spaß statt Elterntaxi“ wird in den nächsten Monaten weiterhin beobachtet, um das Projekt bei Erfolg auch an andere Schulen heranzutragen. Auf der Internetseite der Stadt Bergisch Gladbach sind alle Informationen über das Pilotprojekt hinterlegt, einschließlich Darstellung der Vorgehensweise, Ergebnis der Elternbefragung und PDF-Datei des Informationsflyers.

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Pressestelle Stadt BGL

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