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Am Ende entscheiden sich immer noch die meisten Trauernden für ein schlichtes Totenhemd, den guten Anzug oder das graue Kostüm. Warum eigentlich? Es gibt keine Vorschrift, was der Tote im Sarg zu tragen hat und auch Grabbeigaben im Sarg sind nicht verboten.

Ägypter, Römer, Hethiter, Skythen – kein altes Kulturvolk wäre auf die Idee gekommen, Verstorbene ohne Grabbeigaben auf die letzte Reise zu schicken. Im Grab des Bogenschützen von Stonehenge (2300 v. Chr.) wurden rund 100 Gegenstände gefunden. Darunter waren goldene Haarspangen, Kupfermesser, Pfeilspitzen und Töpferware.

Grabbeigaben sind Zeugen der Zeit, sie spiegeln den Totenkult, den Glauben oder auch Aberglauben, das Leben und seine Bedingungen, sowie den kulturellen Stand der Gesellschaft wider.

Wenn unsere Vorfahren mit Tod so umgegangen wären wie wir heute, würden wir viel weniger über ihre Kultur wissen. Was werden in 500 Jahren unsere Gräber über uns aussagen? Nichts!

Der Gesetzgeber schreibt vor, unsere Toten möglichst schnell und geräuschlos unter die Erde zu bringen. Auch die meisten Bestatter drängen zu einer schnellen Lösung des Problems. Sie verkaufen lieber Totenhemden, als den Trauernden zu raten, sich über die Auswahl von Lieblingskleidung und Grabbeigaben, die dem Verstorbenen im Leben wichtig war, mit dem Tod des geliebten Menschen auseinander zu setzen.

Hanna und David Roth

Trauer ist Liebe – Abschiedsgeschenke für die letzte Reise

Als unsere Oma gestorben ist, haben wir ihr Plumeau und ihren Lieblingsbettbezug in den Sarg gelegt. Wir haben ihr all die Dinge mitgegeben, die ihr im Leben etwas bedeutet und ihr Spaß gemacht haben.

Unserem verstorbenen Vater Fritz Roth haben wir seinen grünen Lieblingspullover angezogen. Darunter trug er ein Hemd und eine Krawatte. Viele Freunde haben ihm Abschiedsbriefe und Erinnerungsfotos in den Sarg gelegt.

In unserem Bestattungshaus hatten wir auch schon Sterbefälle, da wurden Weinflaschen und ein Korkenzieher mitgegeben, Zeitschriften, Bücher und Lieblings-CDs.

Bye Bye my love

Die Auswahl der Grabbeigaben und das Hineinlegen dieser letzten Geschenke in den Sarg ermöglicht einen ganz besonderen Umgang mit Trauer, der nichts mit der Ex-und-hopp-Mentalität unserer Gesellschaft zu tun hat. Man bekommt so die Chance, noch mal darüber nachzudenken, was im Leben des Verstorbenen wichtig war.

Symbole dafür werden in den Sarg gelegt – das können ganz einfache Dinge sein. Mit großer Wirkung. Trauer bedeutet auch, sich selbst den Unterschied zwischen Tod und Leben klarzumachen, zu erfahren, was es heißt, zu leben und zu akzeptieren, dass unser Leben begrenzt ist und das Leben deshalb etwas sehr Kostbares ist. Wäre das nicht eine schöne Nachricht an die, die da später kommen und aus unseren Gräbern etwas über unsere Kultur erfahren möchten.

Herzlichst, Hanna Thiele-Roth und David Roth

Pütz-Roth ist ein renommiertes Bestattungshaus im Raum Köln und Bergisch Gladbach. Es berät und betreut Trauernde in allen Fragen und Anliegen im Todesfall. Darüber hinaus bietet es eine umfassende Trauerbegleitung mit vielfältigen Angeboten.

Pütz-Roth Bestattungen und Trauerbegleitung
Kürtener Str. 10, 51465 Bergisch Gladbach
Telefon (+49) 2202-93 58 0
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Pütz-Roth

ist ein renommiertes Bestattungshaus im Raum Köln und Bergisch Gladbach.

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1 Kommentar

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  1. Ich hatte Gelegenheit, mit Hilfe Ihres Hauses meinen verstorbenen Vater 15.5.1998 zu betrauern. Ich bin dankbar, dass ich meinem Vater, er war mit Leib und Seele Beamter, einen ganz spezielen “Eingangsstempel” in den Sarg mitgeben durfte. Dieser Stempel ist auf das Datum seines Todes eingestellt worden. Auch hatte ich Gelegenheit, meiner Mutter, die am 1.11.1999 verstorben war, ein Gedicht mit in den Sarg zu legen. Es ist von mir verfaßt worden und ist nicht veröffentlicht worden. Dort wo sie jetzt ist, kann sie damit beweisen, wie sehr ich sie gerne hatte. Wenn man bedenkt, wieviel Zeit vergangen ist und ich mich genau erinnern kann. DAS heißt doch,es bedeutet mir viel. Ich weiß, dass nicht jeder die Gelegenheit hat, die aber die dazu Gelegenheit haben, sollten sie nutzen!