Das Projekt in Hand: Hier ersetzen 100 neue 69 alte Wohnungen

15 Wohnungen hat die Rheinisch-Bergische Siedlungsgesellschaft (RBS) in den vergangenen drei Jahren insgesamt neu gebaut. Das soll sich jetzt gründlich ändern: 470 neue Wohnungen sind für die nächsten zehn Jahre geplant, davon 430 alleine in Bergisch Gladbach, teilte die Baugesellschaft jetzt mit. 

Die RBS gehört vor allem der Stadt Bergisch Gladbach sowie dem Kreis RheinBerg und ist der „Wohnungsversorgung der breiten Schichten der Bevölkerung” verpflichtet. Durchschnittlich 6,03 Euro bezahlen die Mieter der 1916 RBS-Wohnungen im Durchschnitt. Das seien 25 Prozent weniger als die ortsübliche Vergleichsmiete, so die RBS. Aber nur gut ein Viertel der Einheiten sind Sozialwohnungen. Angesichts des stetig wachsenden Bedarfs an bezahlbaren Wohnraum steht die RBS im Fokus und muss liefern. 

Zur Sache: Die RBS
… ist 1948 gegründet worden, ihr Zweck ist laut Satzung „vorrangig eine sichere und sozial verantwortbare ökologisch ausgerichtete Wohnungsversorgung der breiten Schichten der Bevölkerung”.

Große Gesellschafter sind zu gleichen Teilen die Stadt Bergisch Gladbach und der Rheinisch-Bergische Kreis; weitere Anteile halten Kürten und die Kreissparkasse. 

In den vergangenen vier Jahren ist der Bestand an Wohnungen nicht gestiegen, 540 der 1916 Wohnungen zum Stichtag 31.12.2016 waren öffentlich gefördert. Diese Zahl sinkt stetig, weil jedes Jahr Einheiten aus der Förderung heraus fallen. 

Die RBS hat 20 Mitarbeiter und war im Frühjahr von der Paffrather Straße in Büroräume auf das Zanders-Gelände gezogen. 

Genau das passiert jetzt. Von den Gesellschaftern bereits beschlossen ist der Auftrag, innerhalb von fünf Jahren mindestens 200 Wohnungen zu errichten. Dieses Ziel werde deutlich übertroffen, erläutert RBS-Geschäftsführerin Merschjohann bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2016.

Allerdings hänge das Tempo von vielen Rahmenbedingungen ab. Dazu gehört nicht zuletzt der Mangel an geeigneten Grundstücken. Zwar wird in Bergisch Gladbach heftig gebaut, dabei entstehen aber in aller Regel teure Eigentumswohnungen. Die Stadt denkt seit langem über eine eigene Wohnungsbaugesellschaft nach, musste die Gründung aber mehrfach vertagen.

Lutz Urbach vertagt Wohnungsbaugesellschaft

200 Wohnungen will die RBS in der nächsten Zeit ankaufen, mit 15.000 Quadratmetern. Die angedachten 470 Neubauwohnungen würden noch einmal 35.400 Quadratmeter bringen. Daneben will die Gesellschaft ihre alten Wohnungen weiter modernisieren und energetisch auf den neuesten Stand bringen. Insgesamt 95 bis 100 Millionen Euro nimmt Merschjohann dafür in die Hand. 

2,3 Millionen Euro Gewinn hatte die RBS 2016 gemacht. Diese Geld will die Gesellschaft jetzt als Eigenkapital für ein massives Wohnungsbauprogramm einsetzen, begünstigt durch die nach wie vor extrem niedrigen Zinsen. „Auf dieser Grundlage werden wir die erforderlichen Fremdmittel zur Finanzierung unserer Neubauvorhaben mit guten Konditionen einwerben können, deren Höhe sich unmittelbar auf die zu berechnenden Mieten niederschlagen“, so die Geschäftsführerin Sabine Merschjohann. 

Folgende Projekte sind aktuell in Arbeit:

  • In Hand hatte die RBS 69 Wohnungen mit 3.250 Quadratmeter vom Bund in einem schlechten Bauzustand gekauft. Die Gebäude an der Handstraße werden abgerissen und durch etwa 100 Wohnungen mit rund  8.000 Quadratmeter Wohnfläche ersetzt. Damit soll 2018 begonnen werden; die Bauzeit für das Projekte „Hand mit Herz” (siehe Foto ganz oben) beträgt drei Jahre.
  • In der Siedlung Lerbach entstehen nach dem Abriss der alten Häuser 22 öffentlich geförderte Wohnungen, an der Ecke Bensberger Straße / Zum Froschkönig in Heidkamp.
  • In der Märchensiedlung in Heidkamp sollen im nächsten Jahrzehnt sukzessive weitere Gebäude alt gegen neu getauscht und die Wohnfläche im Vergleich zu den bisher überwiegend kleinen Wohnungen deutlich erweitert werden.
  • 2018 wird der Bau von 24 Wohnungen in Paffrath in einer Baulücke an der Maria-Juchacz-Straße, einer Sackgasse an der Schmidt-Blegge-Straße, beginnen. 
  • Weitere etwa 15 Wohnungen in der Stadtmitte von Bergisch Gladbach sollen bald folgen. 

Zudem ist das Unternehmen ständig auf der Suche nach für den Wohnungsbau geeigneten Grundstücken. Aber das ist ein anderes Thema.

Wohnungsbau in BGL: Die Quadratur des Kreises

Dokumentation: Der gesamte Geschäftsbericht der RBS

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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