Das Engagement für die kulturelle Nutzung von St. Engelbert sprach für Rommerscheid. Foto: Jo Wittwer

Marialinden, Rommerscheid und Herrenstrunden wurden beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” mehrfach mit Preisen bedacht. Sie demonstrieren, das sich auch kleine Orte gegen eine Verödung wehren und für eine lebendige Gemeinschaft sorgen können. Daher dienen ihre Projekte auch als Vorbild.

Gewonnen hat den Wettbewerb die Kommune Marialinden, auf Platz 2 findet sich Rommerscheid, auf einem der dritten Ränge landete Herrenstrunden (neben Altenberg, Rösrath-Stöcken und Rösrath-Volberger Berg). Die Preise verliehen Hermann-Josef Tebroke (in seiner letzten Amtshandlung als Landrat) und Marianne Brochhaus, Direktorin der Kreissparkasse Köln, am Wochenende. 

Ziel des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ist es, Perspektiven für den ländlichen Raum zu schaffen und das Leben abseits der Ballungsgebiete weiter attraktiv zu gestalten. Durch die Teilnahme wird dazu beigetragen, in den Ortschaften mit höchstens 3000 Bewohnern Projekte und Entwicklungen ins Leben zu rufen oder vorhandene Strukturen weiterzuentwickeln, erläutert die Kreisverwaltung. „Mit Ihrem beachtlichen Engagement tragen Sie dazu bei“, erklärte Tebroke, „dass das Leben auf dem Land und im Dorf eine Zukunft hat.“

Einige Preisträger im Überblick: 

Platz 1: Marialinden (Overath) und das Bürgerkomitee Marialinden

Die Bewertungskommission verleiht Marialinden den 1. Platz, weil dieser Ort durch eine herausragende Entwicklung in allen Bereichen beeindruckte. Das schöne „ Dorf auf dem Berge“ mit den von weitem sichtbaren Doppeltürmen der Kirche St. Mariä Heimsuchung – ist als Wallfahrtsort ein Ort mit langer Geschichte. Die Bürgerinnen und Bürger von Marialinden haben mit ihrer Geschichte und Tradition den Weg in die Zukunft gefunden und gestalten diese aktiv durch ehrenamtliches Engagement.

Die Bewohner des Ortes engagieren sich durch ein aktives soziales und kulturelles Dorfleben, das Miteinander von Jung und Alt, Alt- und Neubürgern. Beispiele sind der jährliche Weihnachtsmarkt, das Sommerfest „Kutt nom Dom“, Konzerte, die Kulturreihe und die zahlreichen Vereine. Als weitere umgesetzte Projekte sind Wanderwege und eine energetische Beleuchtung der Kirchtürme hervorzuheben.

Mit den Zukunftsprojekten Ausbau der Kulturreihe, Anlegen von Wildblumenwiesen, Bouleplatz am Kirchplatz, Bücherschrank, Einrichtung eines zweiten Bushäuschens, Mitfahrerbänke sowie der Unterstützung des Sportvereins beim Bau eines Spielplatzes sind weitere zukunftsweisende Ideen genannt. Mit diesen Projekten verfolgt Marialinden weiter das Konzept, Begegnungsmöglichkeiten aller Art im Dorf zu schaffen.

Förderpreis Engagement: Bürgerkomitee Marialinden

Begründung: Verleihung an das Kreissiegerdorf für Zukunftsprojekte. Ein ausgesprochenes Ziel des Bürgerkomitees ist es, die Eigeninitiative im Ort zu initiieren, diese zu bündeln und die Bewohner für ehrenamtliches Engagement zu motivieren. Diese Zukunftsprojekte des Bürgerkomitees werden dem Stifter (Dr. Jürgen Rembold Stiftung ) vorgeschlagen: 

  • Wildblumenwiese: Mit dem Anlegen einer Wildblumenwiese beabsichtigt Marialinden Oasen für die Umwelt zu schaffen und die Artenvielfalt fördern. Es sollen Bienenvölker angesiedelt; Insektenhotels gebaut, Informationsstationen errichtet und Besuche von Kindergarten ermöglicht werden. Eine große brachliegende Grundstücksfläche steht zur Verfügung. Für das Vorhaben soll geeignetes Saatgut gekauft werden.
  • Bouleplatz: Mit dem angestrebten Bau eines Bouleplatzes für Jung und Alt am Kirchplatz verfolgt Marialinden weiter das Konzept, Begegnungsmöglichkeiten aller Art im Dorf zu schaffen. Für die Fläche von 15 x 4 m entstehen laut Kostenvoranschlag 1.000 € Baukosten.
  • Mitfahrerbänke: Mit der Anschaffung und Aufstellung von zwei Mitfahrerbänken soll der Austausch zwischen den Orten Marialinden und Federath verstärkt und die Mobilität für ältere Menschen gewährleistet werden. 
  • Bushaltestelle – Unterstand: Mit dem Bau eines zweiten Bushäuschens möchte das Bürgerkomitee den Menschen im Ort einen weiteren trockenen Unterstand anbieten.
  • Spielplatz: Bisher existiert nur ein Spielplatz im Dorf. Das Bürgerkomitee möchte den TUS Marialinden bei der Anlegung eines neuen Spielplatzes an der Sportanlage unterstützen. Dieser Spielplatz soll als Angebot für alle Kinder aus dem Ort zugänglich sein, zusätzlich ist eine Grillstation für Wanderer geplant.

Die Rommerscheider sorgen u.a. mit Bienenhotels für Artenvielfalt

Platz 2 Rommerscheid  und der Bürgerverein Rommerscheid

Der 2. Platz wurde an Rommerscheid vergeben, weil die Bewohner durch vielfältiges ehrenamtliches Engagement für die Entwicklung im Dorf sorgen. Neben dem hervorzuhebenden Engagement für den Erhalt und die kulturelle Nutzung der Kirche St. Engelbert sowie herausragende Bemühungen um die Grüngestaltung, zeichnet sich das Dorf durch gemeinschaftliche Aktionen aus.

Um nur einige als Beispiele anzuführen: Die jährliche Verleihung der St. Engelbert-Plakette an Ehrenamtliche, die Bemühungen um den Erhalt der Denkmäler, viele Dorffeste mit Jung und Alt und eine kontinuierliche Umsetzung angestrebter Ziele. Die zukunftsweisenden Aktionen und ambitionierten Projekte sowie der soziale Zusammenhalt bestimmen den Dorfalltag.

Sonderpreis „Pflege der Natur- und Artenvielfalt sowie der Umweltbildung im Dorf“: Rommerscheid

Begründung: Besonderes Engagement im Bereich „Pflege der Natur- und Artenvielfalt sowie der Umweltbildung im Dorf“. 

Platz 3: Herrenstrunden und der Bürgerverein Herrenstrunden

Herrenstrunden ist ein Ort mit Geschichte und verfolgt intensiv das Leitbild Natur, Aktivität und Tradition in dörflichem Umfeld zu erhalten. Das Dorf zeichnet sich durch ein aktives ehrenamtliches soziales und kulturelles Dorfleben aus. Traditionelle Dorffeste wie die Rievkooche-Kirmes, Maibaumsetzen, Martinszug und weitere Aktionen, wie z.B. eine jährliche Müllsammelaktion, zeichnen die besonderen Bestrebungen um das gemeinschaftliche Miteinander im Dorf aus.

Neben dem Engagement um die denkmalgeschützten Gebäude mit Malteserkomturei und dem Alten Freibad bestehen Bemühungen, die weltweit bekannten Fossilienfunde aus dem Strundetal in einem festen Ausstellungsort der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Erstmals hat im Jahr 2017 das Strundetalfest erfolgreich stattgefunden, das mit den Bewohnern und vielen Vereinen sowie Initiativen mit dem Ziel aus der Taufe gehoben wurde, den Lebensraum Strundetal zu erhalten und Besuchern zugänglich zu machen.

Sonderpreis für die Umsetzung von Jugendprojekten: Herrenstrunden

Mit dem Sonderpreis werden die engagierten Bemühungen des Bürgervereins Herrenstrunden ausgezeichnet, zukünftig Angebote für die Kinder im Schulalter und Jugendliche im Ort zu schaffen (Realisierung eines Bolzplatzes).

Platz 3: Altenberg  und der Verschönerungs- und Kulturverein Altenberg e.V.

Altenberg hat als touristischer Leuchtturm in der Region eine hervorragende touristische und kulturelle Entwicklung vorzuweisen und ist mit seiner Burg Berge, der Klosteranlage und dem Altenberger Dom ein Ort mit Geschichte. Dieser Ort mit Alleinstellungsmerkmal ist kein typisches Kirchdorf, hat aber durch seine geschlossene und engagierte Gemeinschaft einen Dorfcharakter. Die Bewohner und die Vereine engagieren sich nachhaltig in Bezug auf viele zukunftsweisende Projekte, um nur einige Beispiele zu nennen: Ausbau der touristischen Infrastruktur, jährlicher Weihnachtsmarkt, Altenberger Kultursommer, Inklusion und Nutzung der Gebäude.

Als Dorf im Wandel verstärkt die Gemeinschaft die Kommunikation durch die Diskussion in der Altenberger Runde. Darüber hinaus ist es Ziel von Altenberg, das Motto „Jugend in die Zukunft tragen in historischer Stätte“ zu leben. Die Sanierung und fast abgeschlossene Fertigstellung der Jugendausbildungsstätte Haus Altenberg soll dies für Jugendliche aus aller Welt erlebbar machen.

Platz 3: Stöcken (Rösrath) und die Dorfgemeinschaft Stöcken

Stöcken zeichnet sich durch ein besonderes nachbarschaftliches Zusammenleben aus. Die Bewohner bemühen sich mit ihrem sozialen Miteinander den demografischen Wandel im Dorf zu begleiten und das Leben der Heranwachsenden und der Älteren attraktiv zu gestalten. Es besteht große Bereitschaft, die Dorfgemeinschaft mit neuem Leben zu füllen.

Viele Feste und Aktivitäten wie beispielsweise Wandertage, Spieleabende, Maifest, Sommerfest, Adventsfeste, Bankfest, künstlerische Aktionen im Rahmen „Rösrath wird zur Galerie“, der Bau einer Boulebahn sowie eines Bolzplatzes und vieles mehr werden gemeinsam organisiert oder sind in Planung. Auch die Nachbarschaftshilfe zeichnet Stöcken aus.

Im Rahmen eines monatlichen Informationsabends wurde eine Art Tauschbörse eingerichtet, die erfasst, in welcher Form die Dorfbewohner untereinander Hilfe im Dorf anbieten können.

Platz 3: Volberger Berg (Rösrath), Wohngemeinschaft Volberger Berg e.V.

Volberger Berg zeichnet sich durch sein besonderes soziales Engagement aus. Neben dem Einsatz der Bewohner über die Grenzen des Ortes hinaus werden viele Aktionen, wie beispielsweise das Sommerfest, Seniorenadventsfeiern, Grillnachmittage, Adventsfeiern, Martinssingen sowie die Betreuung des Spielplatzes und des Siedlungseinganges veranstaltet.

Gemeinschaftliche Feste mit Jung und Alt sowie den Neubürgern und das hervorzuhebende Engagement im Natur- und Umweltschutz beeindrucken in Volberger Berg. Die Bewohner helfen sich untereinander durch aktive Nachbarschaftshilfe und Krankenbesuche. Die vielfältigen Aktivitäten im Dorf fördern den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. Das hervorragende Siedlungs-Filmprojekt anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Siedlungsgemeinschaft dokumentiert dies sehr gelungen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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