Im Buchmühlenpark zeigt sich die Strunde in voller Breit, im aufwendig gestalteten neuen Bett.

Der fleißigste Bach macht seinem Namen wieder Ehre: Zwischen Odenthaler Straße und Villa Zanders rauscht die Strunde durch das offen gelegte Bach. Und auch für Autofahrer gibt es eine gute Nachricht. 

Der Anschluss der Strunde in der Problembaustelle an der Buchmühle / Hauptstraße wurde jetzt wieder hergestellt, die Schleusen geöffnet. Der Bach, der aufgrund der Bauarbeiten einige Wochen komplett in der unterirdischen Röhre verschwunden war, fließt nun wieder oberirdisch durch den Buchmühlenpark, den neuen Forumpark und den kleinen Park hinter der Villa Zanders. Ein Anlass, zu dem Strundeverbandschef Martin Wagner und der für den Wasserbau zuständige Ingenieur Arndt Metzen am Montag eigens  die Medien eingeladen hatten.

Auch im Buchmühlenpark ist das mit Mitteln der Regionale 2010 neu gestaltete Bachbett jetzt fertig: mit aufwendigen natursteinverkleideten Wänden und einem breiten Weg von der Odenthaler zur Parkpalette sowie einer neuen Fußgängerbrücke.

Die Strunde ist einer der Hauptverantwortlichen der Baumaßnahmen, die die Innenstadt seit mehr als zwei Jahren belasten: weil Sie immer wieder über die Ufer tritt muss der Hochwasserschutz massiv ausgebaut werden, quer durch die Innenstadt und in Zukunft noch weiter bis zur Stadtgrenze zu Köln.

Schutz vor Hochwasser greift frühestens 2022

Im Moment fließt die gesamte Strunde in der Innenstadt oberirdisch, weil die Baustelle an der Buchmühlenstraße trocken bleiben muss. Das ist aber nur ein Zwischenstand. 

In Zukunft wird der Strundeverband regulieren, wie viel Strundewasser durch das Bachbett geleitet wird und wie viel durch den Hochwasserkanal abfließt. Dafür wurde ein großes Trennwerk am Eingang zum Buchmühlenpark in der Erde versenkt. 

Der Schutz der Innenstadt vor einem großen Hochwasser ist damit aber immer noch nicht gegeben. Denn zunächst muss der Strundeverband den Bereich zwischen Zanders und dem Kölner Stadtgebiet ausbauen, wo der Bach in den rechtsrheinischen Kanal und in Richtung Rhein fließt.

Bei einem weiteren Jahrhunderhochwasser” könnte es an diesem Engpass zu Überflutungen kommen. Da aber kein Gebiet durch Hochwassermaßnahmen schlechter gestellt werden darf, müsste der Strundeverband die Einleitung in den neuen Kanal drosseln – und die Innenstadt absaufen lassen. Ein Zustand, der mindestens bis 2022 andauern wird.

Straßenbauarbeiten werden bald abgeschlossen

Gute Nachrichten gibt es für Autofahrer: Die letzten Plaster- und Straßenbauarbeiten zwischen dem Tunnel und dem Zanders-Gelände sollen in der kommenden Woche abgeschlossen werden; dann kann auch dort der Verkehr ohne Ampel in den neuen Turbokreisel hinein bzw. hinaus fließen. 

Die Arbeiten an der zweiten Umweltspur (Bus und Rad) zwischen Turbokreisel und Gnadenkirche will die Baufirma vor den Weihnachtsferien fertigstellen. Bleibt es dabei, wären die Straßen in der Innenstadt – mit Ausnahme der Hauptstraße/Buchmühlezum ersten Mal seit August 2015 baustellenfrei. 

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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