Selbst bei dieser beißenden Kälte gibt es auch in Bergisch Gladbach Obdachlose, die versuchen,  draußen zu übernachten. Ehrenamtliche Helfer vermitteln Unterbringungen, die Stadt stellt Schlafplätze zur Verfügung.  

Erst in der vergangenen Nacht sind Helfer des Vereins Platte e.V. auf einen Obdachlosen gestoßen, der trotz der heftigen Minustemperaturen draußen schlafen sollte. Angesichts der akuten Gefahr sorgten sie noch in der Nacht für eine Unterkunft, berichtet eine Vertreterin des Vereins (Kontakt: siehe unten). 

Nach Angaben der Stadtverwaltung und des Netzwerks Wohnungsnot der Caritas gibt es ausreichend Schlafplätze. Die Belegung der städtischen Notunterkünfte sei zwar eng, aber es muss niemand abgewiesen werden. Sollte die Stadt von Obdachlosen im Freien erfahren, dann würden sie aufgesucht und ihnen eine Bleibe im Warmen angeboten, erklärt die städtische Stelle für Obdachlosenangelegenheiten.

Auch nach Kenntnis der Caritas übernachtet derzeit niemand im Freien. Neben der Unterbringung in den kommunalen Notunterkünften würden die betroffenen Personen aber auch Schlafgelegenheiten im Umfeld ihrer Familien, Freunde und Bekannten finden.

Hunde in städtischen Unterkünften verboten – in der Regel

Ein besonderes Problem stellt die Unterbringung eines Obdachlosen dar, der sich nicht von seinem Hund trennen will. Haustiere sind in den Unterkünften jedoch nicht erlaubt. Ein Umstand, den die Linke im Sozialausschuss immer wieder hart kritisiert; womit sie aber immer wieder an der Mehrheit scheitert.

In der vergangenen Sitzung hatte Sozialdezernent Frank Stein klar gestellt, dass die Stadt von dem grundlegenden Verbot nicht abweichen könne, im Einzelfall aber immer nach Lösungen suche. Die städtischen Sozialarbeiter, so Stein, kennen ihre Klientel gut und gehen auch von sich aus auf sie zu. 

Die Benutzungsordnung sieht die Möglichkeit von Ausnahmen ausdrücklich vor, davon ist in der Vergangenheit auch Gebrauch gemacht worden, heißt es in einer Ausschussvorlage. 

Zahl der Obdachlosen konstant – aber in Unterkünften wird es eng

In den vergangenen Jahren hat die Stadt durchschnittlich rund 80 wohnungslose Personen in den Notunterkünften versorgt; diese Zahl sei relativ konstant. Berichte, dass die Obdachlosigkeit in ganz Deutschland rasant ansteigt, hatten sich in Bergisch Gladbach nicht nachvollziehen lassen – allerdings sind die Begriffe „Obdachlos” und „Wohnungslos” nicht klar voneinander abzugrenzen.

Für die Unterbringung der Obdachlosen oder von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen stehen in Bergisch Gladbach in fünf Unterkünften 107 Zimmer zur Verfügung. Hinzu kommt eine städtischen Notschlafstelle mit zwei Zimmern für je drei bis vier Personen und eine sogenannte Brandwohnung mit sechs Schlafplätzen. 

Zukunft der Unterkunft Hoppersheider Busch noch offen

Allerdings werde viele der Zimmer relativ langfristig in Anspruch genommen, angesichts der allgemeinen Wohnungsnot hatte die Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage für die Sanierung der Unterkunft Hoppersheider Busch die Lage als „sehr prekär” bezeichnet.

Obdachlosenheim: Stadt nimmt Pläne zurück

Der Vorschlag, die zum Teil nicht mehr nutzbare Unterkunft im Hoppersheider Busch zu sanieren und moderat auf 54 Plätze zu erweitern, war auf Widerspruch der Anwohner gestoßen. Die hatten argumentiert, de facto handele es sich um eine Verdopplung, da die Unterkunft seit langer Zeit nur zur Hälfte hatte belegt werden können. 

Die Verwaltung räumte eine unzureichende Information der Anwohner ein und zog das Projekt zunächst zurück; nach einer erneuten Prüfung sollte Anfang 2018 einer Bürgerinformationsveranstaltung zu dem Thema stattfinden – die steht bislang aus. 

Weitere Informationen: 

  • Die Platte e.V., Website, Facebook, Facebook-Gruppe
    Der Verein bietet an jedem Samstagmittag eine Suppenküche in der Innenstadt an. Sie sucht aktuell dringend einen kleinen Lagerraum.
  • Netzwerk Wohnungsnot der Caritas, Website
    Das Netzwerk bietet an der Hauptstraße 289 einen Tagestreff  und Beratung an.
  • Ehrenamtliche Helfer der St. Laurentius-Gemeinde geben in der Regel jeden Mittwoch und Freitag von 12.30 bis 14 Uhr im Laurentiushaus (Laurentisstr. 2-4) eine Suppe oder ein Einfachessen aus.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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12 Kommentare

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  1. Wieder nichts Konkretes, nur leere Parolen. Durch ständiges Wiederholen wird das nicht wahrer. Aber man kann natürlich Ängste schüren. Willkommen in der Filterblase! An dieser Stelle klinke ich mich aus, denn es bringt nichts…

  2. Jeder der sich nich ganz blind durch Deutschland und BGL bewegt kann sehen und spüren was hier passiert!Also ich möchte nicht überprüfen ob ich beim alltäglichen Supermarktgang auch mein Pfefferspray in der Tasche habe…aber anscheinend muss man (Frau) das ja heutzutage auch im ach so “bunten” Bergisch Gladbach

  3. @Marco Dams: Die Meinungsfreiheit ist nicht grenzenlos. Einfach mal nachlesen: Art. 5 Absatz 2 Grundgesetz!
    @Stefanie Cöln: Ich finde in Ihren Beiträgen keine Argumente, nur leere Parolen. Wieso sind die Links der Redaktion “lächerlich”? Haben Sie die Artikel gelesen und verstanden? Ich bezweifle das.

  4. Nicht wenn es eng wird, sondern wenn gegen Gesetze verstoßen wird. Auch die Meinungsfreiheit hat Grenzen.

  5. Schöner Kommentar,funktioniert vielleicht in der Theorie aber in der Praxis siehts dann schon anders aus…mal sehen wie lange es dauert,bis der Verteilungskampf,nicht nur um Wohnraum,sondern um alles beginnt!

  6. Ja…wenn es eng wird…einfach löschen…echt armseelig…Gutmenschenpack! Ihr seid die größte Gefahr für dieses Land…ein Hoch auf die Meinungsfreiheit!!!

  7. In diesem Zusammenhang wird oft vergessen, dass es sich bei dem Recht auf Wohnung um ein Menschenrecht handelt, wie Artikel 23 der Menschenrechtserklärung von 1948 zeigt:
    “Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit
    und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.”
    Die Menschenrechtserklärung bildet die geistige Grundlage unserer Weltordnung. Leider wurde dieser Artikel nicht in unser Grundgesetz übernommen, warum auch immer. Wohnung wird also nicht gnädig gewährt, sondern ist ein Recht, und zwar weltweit.Und die Unversehrtheit der Wohnung kommt ja erst für den in Frage, der schon eine Wohnung hat.

  8. Da widerspreche ich ganz entschieden…der Amtseid unserer Bundeskanzlerin (die dies alles ironischerweise zu verantworten hat)lautet:”…zum Wohle des deutschen Volkes” und nicht “…zum Wohle Hunderttausender alleinstehender junger Männer von Gott weiß wo (gelöscht)

    Anmerkung der Redaktion: Das Bürgerportal bietet Fremdenhass keine Plattform. Daher wurde der zweite Teil dieses Kommentar gelöscht.

  9. Das sehen wir in der Tat anders. Sie spielen hier zwei Gruppen von Hilfsbedürftigen gegeneinander auf. Die Regierung – egal ob in Berlin oder in Düsseldorf – hat die Aufgabe, allen Menschen zu helfen. Dazu gehört vor allem, sie vor der Obdachlosigkeit zu bewahren. Egal ob es „Fremde” oder die „eigene Bevölkerung” ist. Genau das geschieht in Bergisch Gladbach, genau das wird in dem Beitrag beschrieben.

  10. Liebe Redaktion,

    Ihre Abtwort auf den Kommentar von “duerrenberg” ist genauso lächerlich,wie das Geschwafel unserer Politiker!Mag sein,dass die Obdachlosen auch ohne die “Flüchtlinge” obdachlos wären!Aber,wie kann es sein,dass die Regierung eines Landes erstmal vollkommen Fremden,zum größten Teil Illegalen,hilft,sprich,Wohnraum zur Verfügung stellt,anstatt erst einmal der eigenen Bevölkerung zu helfen?!

  11. Die Obdachlosen in Bergisch Gladbach habe, wie in dem Artikel berichtet, bis auf eine Ausnahme eine Unterkunft. Warum Obdachlose keine Wohnung haben, dafür gibt es viele, seit langem bekannte subjektive und objektive Gründe. Diese Menschen in Bergisch Gladbach wären in der Regel auch obdachlos, wenn die Flüchtlinge nicht gekommen wären. Zum generellen Problem der Obdachlosigkeit können Sie im Netz sehr viel lesen, zum Beispiel hier:
    https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2012/zweite-chance/warum-gibt-es-eigentlich-immer-noch-obdachlose
    https://www.aktion-obdachlosenhilfe.de/Gr.ue.nde-der-Obdachlosigkeit.htm

  12. Skandalös wieso haben die Menschen keine Wohnung..! Es wurden doch so viele Asylanten in Wohnungen untergebracht..! Viele der Obdachlosen warten schon länger als 3 Jahre auf eine Sozialwohnung..??!!