Strecke durch den Thielenbruch. Foto: Sreenshot/thielenbruch.net

Ein 10-Minuten-Takt der S 11 zwischen Köln und Bergisch Gladbach ist auch ohne einen zweigleisigen Ausbau der Schienenstrecke zwischen Köln-Dellbrück und Duckterath möglich. Darauf wiesen der Bergische Naturschutzverein (RBN), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie der Dachverband Bündnis Heideterrasse nach einem Gespräch mit der DB Netz am 26. März hin.

„Der 10-Minuten-Takt auf der S 11 ist notwendig, und es ist eine gute Nachricht, dass hierfür kein zweigleisiger Ausbau und damit irreparable Schäden im Schutzgebiet Thielenbruch notwendig sind“, sagte Mark vom Hofe, Vorsitzender des RBN.

Auf dem Abschnitt zwischen Dellbrück und Duckterath führt die eingleisige Schienenstrecke mitten durch das Fauna-Flora-Habitat- und Naturschutzgebiet Thielenbruch. Streng geschützte Arten und Lebensraumtypen kommen unmittelbar an den Gleisanlagen vor.

Ein Eingriff in das Schutzgebiet ist nur bei Nachweis der so genannten zwingenden Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses möglich. Diese liegen aber nicht vor, da die Eingleisigkeit im Schutzgebiet eine funktionsfähige Alternative darstellt.

„Jeder, der die notwendige Ertüchtigung des Nahverkehrs gegen den Naturschutz auszuspielen versucht, ist auf dem falschen Gleis“, sagte Holger Sticht, Sprecher des Bündnis Heideterrasse.

Ein Miteinander sei möglich und müsse daher auch Ziel und Ergebnis des Verfahrens „Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln“ sein.

Die Verbände kritisierten zudem die DB Netz AG, weil sie die Zweigleisigkeit im Thielenbruch auf der Internetseite zum Online-Dialog als notwendig darstellt. „Der Planungsträger tut sich keinen Gefallen, wenn er die so genannte frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung durch gezielte Fehlinformation der Bürger diskreditiert”, sagte Sticht.

Mehr Informationen: Website Thielenbruch / Bündnis Heideterasse

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Der (Rheinisch-) Bergische Naturschutzverein ist seit 1975 die Stimme des Naturschutzes im Bergischen Land. Ursprünglich entstanden aus einer Bürgerinitiative engagieren sich Ehrenamtler quer durch das Bergische Land für den Schutz von Natur und Landschaft. Kontakt: info@bergischer-naturschutzverein.de

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2 Kommentare

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  1. Tatsächlich wäre ein 10-Minuten-Takt auf der eingleisigen Strecke machbar. Theoretisch.
    Andernorts winken fleissige Fahrdienstleiter solche Verkehre routiniert durch. Diese haben aber auch nicht das Problem des verstopften Kölner Hauptbahnhofs. Dieser stellt nämlich das größte Betriebshindernis dar.
    Eine Kreuzungsmöglichkeit in Duckterath (2 Weichen, zweites Gleis, Signaltechnik) sowie ein zweiter Bahnsteig in Gl wären eine sinnvolle Alternative, die aber wahrsch. deshalb nicht ins Feld geführt wird, weil sie aufgrund der nötigen Unterhalts- und Wartungsarbeiten auf Dauer mehr Kosten verursacht als eine zweigleisige Trasse ohne Weichen und Kreuzungsmöglichkeiten.

  2. Eine ziemlich blauäugige Rechnung.
    Klar, rein rechnerisch ist es möglich, auch im 10-Minuten-Takt die Bahnen abwechselnd in beide Richtungen fahren zu lassen. Aber auch nur in der Theorie, sprich solange absolut nichts Außerplanmäßiges passiert. Sobald auch nur geringe Verspätungen dazwischenkommen, müssen die Bahnen aufeinander warten, und der gesamte Takt gerät vollends durcheinander. Was das für die Koordination mit den anderen Linien in Mülheim und Deutz bedeutet, können sich auch nicht-Fachleute leicht ausrechnen.
    Köln und Umgebung brauchen dringend mehr S-Bahn-Kapazitäten, und es führt nur zu Verzögerungen und Mehrkosten, wenn man sich heute derart in die eigene Tasche lügt, anstatt von vornherein realistisch zu planen.