Immer mehr Hausarzt-Praxen bleiben unbesetzt, auch in Rhein-Berg. Daher fordern die Fraktionen von CDU und Grünen im Kreistag rasche Maßnahmen.

Mit Blick auf die aktuelle Initiative von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann stellen CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fest, dass eine dauerhafte Unterversorgung auch im Rheinisch-Bergischen Kreis droht. Dringender Handlungsbedarf ergibt sich aus dem Wegfall von Hausarztpraxen ohne Nachfolger durch das altersbedingte Ausscheiden von Hausärzten im Rheinisch-Bergischen-Kreis mit zunehmender Tendenz.

Schon jetzt sind im KV-Bezirk Bergisch Gladbach, Overath, Kürten und Odenthal 8,5 Hausarztsitze nicht besetzt (Stand: Dezember 2017). In Leichlingen fehlen 1,5 und in Wermelskirchen fehlen 7,5 Hausärzte. Die rechnerische Zuordnung von Rösrath zur Stadt Köln sowie die Zuordnung von Burscheid zur KV-Kreisstelle Leverkusen führen zu einer vermeintlichen Versorgung, die in der Realität nicht gegeben ist.

Nicht zuletzt mit Blick auf die demografische Entwicklung ist die hausärztliche Versorgung ein wesentlicher Baustein der Daseinsvorsorge und für den Erhalt der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger im Rheinisch-Bergischen Kreis unabdingbar erforderlich. CDU und GRÜNE wollen daher Maßnahmen ergreifen, um dem drohenden und dem bereits bestehenden Hausärztemangel im ländlichen Raum schnellstmöglich und zielgenau entgegenzuwirken.

In einem ersten Schritt beauftragen CDU und GRÜNE mit ihrem am 30. Mai eingebrachten Antrag die Kreisverwaltung, dem Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit auf der Grundlage der von den Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verfügung stehenden Informationen und mittels des Geodaten-Portals ortslagengenau zu berichten, wo bereits jetzt eine Unterversorgung besteht und wo eine solche Unterversorgung in naher Zukunft droht.

Ulrich Heutz, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis: „Gemeinsam mit unserem Koalitionspartner BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und unserer Initiative zur beschleunigten Lösung der Hausarztproblematik auf dem Land begrüßen wir ausdrücklich die Vorhaben von Gesundheitsminister Laumann bezüglich einer möglichen Landarztquote im Medizinstudium. Das ist eine sehr gute Sache und trägt zukünftig sicherlich zu einer möglichen Lösung oder wenigstens einer Verringerung des Problems bei. Ob die Zahl der vorgesehenen Studienplätze ausreicht, wird man in der Folgezeit sehen. Es ist jedenfalls ein positiver Anfang.“

Sylvia Wöber-Servas, Sprecherin der CDU für Soziales im Rheinisch-Bergischen Kreis ergänzt: „Die Initiative von Herrn Laumann finde ich sehr gut und es passiert jetzt endlich etwas zugunsten der ländlichen Bevölkerung!“

Dagmar Keller-Bartel, gesundheitspolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rheinisch-Bergischen Kreis: “Wir begrüßen sehr, dass Minister Laumann neben Bielefeld und Siegen sowie in Witten/Herdecke nun auch in Bonn zusätzliche Studierenden-Plätze plant. Parallel zu unserer Initiative würden wir es sehr begrüßen, wenn Minister Laumann dafür Sorge trägt, dass noch weitere Studienplätze in Köln entstehen. Denn Studierende, die ihren Abschluss in unmittelbarer Umgebung des RBK erwerben, können einfacher für eine Tätigkeit im Rheinisch-Bergischen Kreis gewonnen werden.”

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1 Kommentar

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  1. Die verantwortlichen Politiker haben das sich seit zig Jahren abzeichnende Problem auf Kosten der Patienten im „ländlichen“ Raum seit Jahrzehnten verpennt. Es ist seit Jahren bekannt dass die Hausärzte kaum oder sogar keine Nachfolger finden.
    Ralph Thiel, 31 Jahre Hausarzt in (Neu-)Frankenforst