Die Skulptur auf dem Ganey Tikva-Platz in an der Kirche zum Heilsbrunnen

Der neue „Freundeskreis Ganey Tikva an der Kirche zum Heilsbrunnen“ hat sich zum ersten Mal zusammen gefunden. Mit gutem Erfolg.

Denn der neue Freundeskreis ist eine Gruppe interessierter Menschen aus Bergisch Gladbach, die sich in einer harmonischen Atmosphäre austauschte, ein wenig zurückblickte, aber vielmehr nach vorne auf die Aufgaben der Zukunft ausgerichtet war.

Ein kurzer Rückblick

2013 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Ganey Tikva in Israel und Bergisch Gladbach gegründet. Auf Bitten der Stadt hatte sich damals das bürgerschaftliche Engagement zur Unterstützung dieser neuen Städtefreundschaft in einem Arbeitskreis im Heilsbrunnen gebündelt.

Zwei Jahre später erwuchs daraus der Ganey-Tikva-Verein in enger Kooperation mit dem Heilsbrunnen. In den letzten Monaten hat der Verein nun seinen Schwerpunkt verlagert, so dass Bürgermeister Lutz Urbach die Pflege der Partnerschaft mit Ganey Tikva wieder an das Bürgermeisterbüro gezogen hat.

Die Ev. Kirche zum Heilsbrunnen war von Anfang an das sichtbare Zentrum der Städtepartnerschaft in Bergisch Gladbach: Hier steht die Skulptur „A Key to Friendship“ von Orna Ben-Ami auf dem Ganey Tikva-Platz, hier hängt im Altarraum in hebräischen Worten der Schriftzug „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, den der frühere Bürgermeister Avishai Levin seinerzeit der Kirche geschenkt hat, hier findet sich auch die unterzeichnete Partnerschaftsurkunde in drei Sprachen.

An diese Erfahrungen möchte der Freundeskreis anknüpfen, vor allem auch mit Blick auf den Ratsbeschluss vom 3.7.2012, der ein versöhnliches bürgerschaftliches Engagement in Bergisch Gladbach wünscht:

„Der Rat der Stadt verfolgt das Ziel, auf der Grundlage der bereits mit der Stadt Beit Jala/Palästina bestehenden und der mit der Stadt Ganey Tikva/Israel neu begründeten Partnerschaft eine trilaterale Beziehung aufzubauen. Mit diesem Ziel verbindet der Rat der Stadt Bergisch Gladbach auch den Wunsch, das bestehende bürgerschaftliche Engagement in Bergisch Glad-bach für die Betreuung der Partnerschaften in Palästina und Israel zu bündeln.“

Was wollen wir tun?

Der Freundeskreis Ganey Tikva möchte in diesem Sinne die Städtepartnerschaft mit Ganey Tikva pflegen und im freundschaftlichen Austausch mit dem Beit-Jala-Verein handeln. Die Mitglieder bringen ihre Verbundenheit mit dem jüdischen Volk und ihre Freundschaft mit den Menschen in Israel in viele Aktivitäten rund um die Städtepartnerschaft ein.

Wir haben vier Ziele:

Vorrangig möchten wir die Stadt tatkräftig unterstützen, dazu gehört die Betreuung von Gästen aus Ganey Tikva, aber auch die ideelle und materielle Förderung von Austauschen der Schulen, der Kulturschaffenden, der Sportler…

Boris Couchoud, für den Schüleraustausch des Otto-Hahn-Gymnasiums mit der Junior Highschool Ganey Tikva mitverantwortlich, zeigte sich erfreut über die neuen Aktivitäten des Freundeskreises und baut auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Unser zweites Ziel ist es, das jüdische Volk und die Bürger des Staates Israel in ihrer Kultur und Geschichte besser kennen zu lernen. Dazu sind einige Veranstaltungen in Planung.

Und drittens ist uns die Verbundenheit zwischen Judentum und Christentum von Bedeutung; hier spielt der Kontakt zu den jüdischen Synagogen eine große Rolle.

Nicht zuletzt wird der Freundeskreis mit dem Beit-Jala-Verein Gemeinsames ausloten und Veranstaltungen initiieren. Axel Becker und Hein Haun, Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Beit-Jala-Vereins, waren als Gäste bei der Gründungsveranstaltung und sagen eine respektvolle Zusammenarbeit auf der Suche nach Verständigung und friedlichem Zusammenleben zu.

Trilaterale Freundschaften?

Trilaterale Freundschaften sind eine Vision, und der Weg zur Realisierung ist so mühsam und kompliziert wie der Nahost-Konflikt selbst. „Aber gerade darum bin ich doch dabei!“, erklärten gleich mehrere Mitglieder des Freundeskreises. Ja, wir hier in Bergisch Gladbach können kleine Schritte auf dem Weg zur Realisierung dieser Vision gemeinsam gehen.

Eine solcher Schritt – und das ist gar kein kleiner – ist die Lesung mit der israelischen Schriftstellerin Lizzie Doron am 11.11.2018, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus Bergischer Löwe: „Who the Fuck Is Kafka” (Details folgen). Die Stadtbücherei hat diese Lesung organisiert und den Beit-Jala-Verein sowie den Freundeskreis Ganey Tikva als Kooperationspartner ins Boot geholt.

Lizzie Doron ist in Israel bekannt als Schriftstellerin, die den Holocaust aufarbeitet. Nun hat sie sich einem anderen Thema zugewandt: dem Verhältnis von Juden und Palästinensern. Sie beschreibt ohne Wertung Erlebnisse und Erfahrungen, Ängste und Vorbehalte, Zorn und Ablehnung bis hin zum Hass. Und sie zeigt die zarten Bande des wechselseitigen Interesses, der Zuneigung, der Sorge. Ein berührendes Buch, das die Wirklichkeit in Tel Aviv und in Jerusalem widerspiegelt.

Im Rahmen der Deutsch-Israelischen Kulturtage (9.11. bis 25.11. 2018 organisiert von Dr. Roman Salyutov) wird der Freundeskreis am Heilsbrunnen ebenfalls aktiv sein: Mit dem Gedenken an die Reichspogromnacht am 9.11.2018, 17 Uhr, am Holocaust-Mahnmal im Park der Villa Zanders, erinnern wir uns der deutsch-jüdische Vergangenheit und öffnen dann den Blick auf das moderne Israel, das mit den Kulturtagen nahegebracht wird.

Weitere Informationen, auch über mögliche Spenden finden Sie auf der Website.

Wer gerne Mitglied des Freundeskreises werden oder auf dem Laufenden gehalten sein möchte, kann sich bei Achim Dehmel oder Peter und Susanne Schlösser melden.

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Susanne Schlösser

engagiert sich im Arbeitskreis Ganey Tikva, der die Kontakte mit der Partnerstadt in Israel fördert.

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1 Kommentar

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  1. Frei nach Monty Python: ist das jetzt die Volksfront von Judäa oder sind das die Spalter der Judäischen Volksfront? ;-)