Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach

Die Feststellung der Ursache für den Brand in der Containerunterkunft an der IGP in Paffrath ist sehr schwierig. Die Polizei vermutet Brandstiftung, schließt ein fremdenfeindliches Motiv aber aus. 

Bei dem schweren Brand am Mittwochnachmittag war eine der drei Containerreihen komplett zerstört worden; die Feuerwehr musste mit einem Bagger die Brandherde auseinanderziehen und löschen. Daher sei es ausgesprochen schwierig, die objektive Brandursache zu ermitteln, sagte Polizeisprecher Richard Barz am Montag dem Bürgerportal.

Allerdings sei das Feuer offenbar in einem Reserve-Aufenthaltsraum ausgebrochen, der weder über Koch- noch Heizeinrichtungen verfügt – die für technische Defekte anfällig sind und Feuer auslösen können.

Bewohner werden befragt

Daher ermittele die Polizei jetzt wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung. Dazu werde sie Bewohner der betroffenen Container befragen. Konkrete Hinweise habe sie bislang. Im August hatte ein Flüchtling in der Unterkunft in Lückerath eine Matraze in Brand gesteckt; offenbar, um sich selbst zu töten. Der Brand konnte aber rasch gelöscht werden.

Auch bei dem Feuer in Paffrath schließt die Polizei ein fremdenfeindliches Motiv für eine Brandstiftung von außen nach wie vor aus, da der Brand in der Containeranlage entstanden ist.

Schadenshöhe noch offen

Die Stadtverwaltung macht noch keine Angaben über die Schadenshöhe; offen ist auch, ob die zerstörten Container ersetzt werden.

Das Containercamp an der IGP besteht aus drei Wohneinheiten. Der sogenannte „gelbe” Trakt mit 50 Modulen war ausgebrannt. Dort lebten 24 Menschen, die rasch anderweitig untergebracht wurden. Die Stadt verfügt nach wie vor über Überkapazitäten bei der Flüchtlingsunterbringung; viele der Doppelzimmer sind nur einfach belegt.

Bei dem Brand waren insgesamt sieben Personen verletzt worden; sie haben inzwischen alle das Krankenhaus wieder verlassen.

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7 Kommentare

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  1. Wir sollen die polizeilichen Ermittlungen abwarten. Es sind dort Flüchtlinge untergebracht, die oft alleine sind und zwar Deutsch lernen und Arbeiten gehen, aber auch schwere seelische Verletzungen erlitten haben, aufgrund von Flucht und Unwissenheit wie lange sie bleiben können. Man muss das wissen um zu verstehen, wie sie handeln.

  2. Wie wäre es damit, erstmal die Ermittlungen abzuwarten?

    Bisher wissen wir ziemlich genau gar nichts. Es kann Vorsatz sein – aber genausogut auch eine Zigarettenkippe, die unbemerkt einen Sessel oder eine Matratze in Brand gesteckt hat.

    Sicher ist nur eines: Massenunterkünfte mit Menschen aus vielen Ländern, von denen einige aufgrund des Erlebten traumatisiert sind, dazu oftmals nur ‚geduldet‘ mit völlig unklarer Perpektive – dass das keine langfristige Lösung ist und zu Konflikten führt, liegt doch auf der Hand.

  3. Noch ermittelt die Polizei. Und zwar nicht nur wegen vorsätzlicher, sondern auch wegen fahrlässiger Brandstiftung.

  4. Es ist eine Schande, das Menschen, denen wir Unterkunft und Verpflegung geben, uns und anderen Schaden zufügen. S o f o r t dahin zurück wo sie hergekommen sind.