Horst Gallinat kommt zweimal die Woche in die Tagespflege am EVK. Die Fotografin, Susanne Prothmann, ist seine Tochter.

Was für Geschichten gibt es im Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach? Aus dieser Frage ist eine Ausstellung geworden. Auf großformatigen Tafeln mit Fotos und Texten zeigt sie einige der Geschichten aus über 90 Jahren EVK.

Als Eleonore Franke das erste Mal im EVK operiert wurde, geschah dies noch im Altbau. Den Blinddarm entfernte seinerzeit Dr. Herwarth Nasemann. Seitdem kamen fünf weitere Operationen dazu, ihr jüngster Aufenthalt datiert vom Januar dieses Jahres wegen einer Herzkatheteruntersuchung. „Ich habe mich hier immer heimisch gefühlt. Die Ärzte und Pflegekräfte haben mich stets bestens behandelt und versorgt.“

Genau wie die 69-jährige Eleonore Franke haben neun weitere Patienten und Mitarbeiter ihre Geschichte mit dem EVK erzählt. Herausgekommen sind großformatige Tafeln, die noch bis zum 15. April auf der ersten Etage des Foyers unter dem Ausstellungstitel: „Menschen im Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach – damals und heute“ zu sehen sind.

Die Idee zu diesem Projekt hatte Katrin Montwill, die für die Koordination der Kommunikation im EVK verantwortlich ist. „Was gibt es für Geschichten in diesem Haus? Immerhin blickten wir im vorigen Jahr bereits auf ein 90-jähriges Bestehen zurück“, lautete ihre Fragestellung, wie sie bei einem Rundgang durch die Ausstellung erläuterte.

An diesem Rundgang nahmen viele der dargestellten Patienten und Mitarbeiter teil. Nach Aufrufen in den lokalen und internen Medien ging es an die Auswahl geeigneter Geschichten und deren Aufbereitung. Hierzu hat Katrin Montwill mit der Fotografin Susanne Prothmann aus Bergisch Gladbach zusammengearbeitet.

Und wie sich manche Kreise schließen. Der Vater von Susanne Prothmann, Horst Gallinat, nimmt regelmäßig an der Tagespflege der Evangelischen Altenpflege teil. Zweimal in der Woche holt und bringt ein Fahrdienst Horst Gallinat, und „Papa kommt immer gutgelaunt nach Hause“, berichtet Susanne Prothmann. In der Tagespflege findet täglich ein Bewegungstraining statt und es gibt darüber hinaus einen bunten Strauß an jahreszeitlich angepassten Aktivitäten, wie die Leiterin Martina Geldermann erläutert.

„Was ich ganz ganz klasse finde: Dass man hier als Behinderter voll akzeptiert wird.“ Daniela Brüning arbeitet seit acht Jahren in der Zentralversorgung, zu ihren Aufgaben zählen zum Beispiel die Verteilung der Hauspost, Transporte der Essenswagen und die Rückführung von Apothekenkisten. Daniela Brüning wird von der Caritas Wertarbeit in Köln betreut, die seit 2010 mit dem EVK zusammenarbeitet und auf diesem Weg hier einen Außenarbeitsplatz anbieten kann.

Auch Ingo Boden findet es außergewöhnlich, dass das EVK Behinderte einstellt. Nachdem er sieben Jahre lang die gleiche Tätigkeit wie Daniela Brüning in der Zentralversorgung ausgeübt hatte, ist er jetzt seit einem Jahr in der Telefonzentrale tätig. Auch er ist froh, dass er am EVK arbeiten darf. Und es gibt darüber hinaus noch Menschen, denen er sehr dankbar ist: „Ohne die Unterstützung durch meine Eltern, speziell meiner Mutter, könnte ich heute nicht laufen.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. April zu sehen.

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