Der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Deppe hat sich bei der Bahn erkundigt, was in Thielenbruch beim Ausbau der S 11 notwendig und möglich ist. Er fordert: „Die ausgestreckte Hand für mehr Naturschutz jetzt annehmen.“ Wir dokumentieren die Stellungnahme. 

Nur mit einem zweigleisigen Ausbau auf der gesamten Strecke ist ein verlässliches und stabiles Verkehrsangebot erreichbar.“ Das ist die zentrale Aussage von Bernd Köppel von der DB Netz AG in einem Schreiben an den Landtagsabgeordneten Rainer Deppe. Deppe hatte sich an den Leiter Großprojekte West gewandt, um Klarheit über die immer wieder in Frage gestellte Notwendigkeit einer durchgehend zweigleisigen Schienenverbindung durch das FFH-Gebiet Thielenbruch zu erhalten.

Die Forderung einzelner Vertreter von Umweltverbänden, auf jegliche Baumaßnahmen im FFH-Gebiet zu verzichten, sei nicht zielführend, so die Bahn. Arbeiten am Bahnkörper, Schallschutzmaßnahmen und Stromversorgungsmaßnahmen seien auch im Bereich des Thielenbruchs zwingend notwendig. Deshalb bietet die Bahn an, „gemeinsam mit allen Naturfreunden und Behörden einen entsprechenden ökologischen Ausgleich in und um den Thielenbruch zu finden, Kreuzungserleichterungen für Tiere zu schaffen und das Gebiet ökologisch weiter aufzuwerten.“

Deutlich wird in dem Schreiben auch, dass trotz der Ausbaumaßnahmen am Hauptbahnhof Köln und am Bahnhof Messe/ Deutz als unabdingbare technische Voraussetzungen für den 10 Minuten-Takt, aus einer Eingleisigkeit in einem bestimmten Abschnitt „Sekundärverspätungen mit massiven Folgen bis hin zum Nichterreichen des Zieles“ resultieren würden.

Für Rainer Deppe ist klar: „Überall im Rheinland arbeiten wir an der Beseitigung von Engpässen und Hindernissen auf den Gleisen. Und für Bergisch Gladbach ist das durchgängige zweite S-Bahn-Gleis von Dellbrück bis Bergisch Gladbach unverzichtbar. Man kann nicht die täglichen Staus beklagen und gleichzeitig verhindern, dass das Schienennetz ausgebaut wird.“

Statt die Zukunft für den Schienenverkehr nach Bergisch Gladbach zu blockieren, solle man jetzt die ausgestreckte Hand der Bahn aufgreifen. Die Bahn bietet an, das Naturschutzgebiet Thielenbruch schon im Vorgriff auf den Ausbau aufzuwerten, den dort vorhandenen seltenen Schnecken- und Pflanzenarten innerhalb des Gebietes geeignetere Biotope zu schaffen und diese zu verbinden. „Hier lässt sich für den Artenschutz mehr erreichen, als aktuell vorhanden ist“, ist Rainer Deppe überzeugt.

Für Rainer Deppe ist das zweite Gleis für Bergisch Gladbach und den Rheinisch-Bergischen Kreis eine Entscheidung für mindesten 50 Jahre, wahrscheinlich sogar für ein Jahrhundert. Aktuell stünden die Voraussetzungen für den stabilen 10 Minuten-Takt auf der Tagesordnung. Aber wer wisse denn, wie der Schienenverkehr in 20, 30 oder 50 Jahren aussehe? Vielleicht gäbe es irgendwann autonom fahrende Schienenbusse, die vielleicht im Minuten-Takt fahren, oder gar nicht im Takt, sondern ausschließlich nach Bedarf. „Das alles ist jedenfalls nur möglich, wenn die gesamte Strecke zweigleisig wird. Diese Chance dürfen wir nicht leichtfertig verpassen.“

Dokumentation: Der Brief von Bernd Köppel

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Redaktion

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