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ist Bürger aus Schildgen und aktiv bei der Bürgerinitiative Sträßchen Siefen.

9 Kommentare zu “„CargoCap wird ohne Chance bleiben””

  1. Technisch interessant erscheint das System „CargoCap“ allemal und der Traum von der „5. Transportalternative“ (Wortlaut i.d. Homepage von CargoCap) ist verlockend, da die Verkehrsprobleme bekanntermaßen rasant wachsen.

    Dass dieser Traum auch nach Jahren der Verfügbarkeit noch in keiner Stadt umgesetzt wurde, und es außer der Stadt Bergisch Gladbach aktuell auch keine Interessenten gibt (der Homepage http://www.cargocap.de folgend) sollte unserem Stadtrat allerdings zu denken geben.

    Dazu kommt, dass die Einführung dieses Systems zig Millionen Euro kosten würde, und die Industrieunternehmen in Bergisch Gladbach wohl bereits abgewunken haben.

    Darüber hinaus scheint der Frachtverkehr lediglich 7 % des gesamten Verkehrsaufkommens auszumachen („Immerhin besteht rund sieben Prozent des Verkehrs auf unseren Straßen aus Güterverkehr.“ / Zitat v. 29. April d.J. im Bürgerportal). Es bleibt also offen, warum die Stadt sich mit „CargoCap“ auf einen so kleinen Anteil konzentriert und nicht versucht, die 93 % Verkehrsaufkommen zu optimieren.

    Insgesamt ist also durchaus fraglich, wie Investitionen in Richtung „CargoCap“ zu rechtfertigen sind, und Herrn Röhr ist sehr dafür zu danken, dass er dies in seinem Beitrag (noch) einmal deutlich gemacht hat.

    Da die Machbarkeitsstudie nun aber einmal beschlossene Sache ist, sollte diese Gelegenheit auch dazu genutzt werden, handfeste Ergebnisse zu bringen. Dazu gehören neben konkreten Vorschlägen zur Optimierung der Transporte für die einzelnen Unternehmen z.B. auch Vorschläge, in welchem Umfang die Lager von z.B. Krüger und G+H mit Einführung von „CargoCap“ ggf. verkleinert werden können.

    Davon gehen die Herren Flügge und Zalfen schließlich aus („Denn mit CargoCap könnte die Lagerhaltung von Vor- und Endprodukten ausgelagert werden – aus der Innenstadt in Randlagen…“ / Zitat v. 29. April d.J. im Bürgerportal).

    So könnte sich die hohe Investition in die Studie lohnen!

  2. An Tomas B.

    Wo kommt Ihre Informationen her, dass die LKW subventioniert werden?
    Das Gegenteil ist der Fall.
    Die LKW zahlen auf Autobahnen und Bundesstraßen Maut von jährlich 7,5 Milliarden Euro.
    Zusätzlich zur Kfz-Steuer, Mineralölsteuer die jeder Fahrzeugbesitzer zahlen muss.
    Bitte also keine falschen Behauptungen.

  3. Sehr geehrter Herr Zalfen,
    Man fragt sich, wer die Mehrkosten gegenüber dem LKW bezahlen soll. Es gibt seitens der Unternehmen keine öffentliche Befürwortung dieses Projekts. Und das aus gutem Grund: Teurer, logistisch aufwendiger und deutlich längere Transportzeiten. Ohne positiven Effekt für das beweilige Unternehmen. Es fragt sich auch, warum unter dem Bahndamm die Strecke verlaufen soll. Soll da eventuell der Bahndamm als Verkehrsachse etabliert werden? Wer ja nicht das erste Mal, dass in GL um die Ecke gedacht wird um Tatsachen zu schaffen.
    Ei en freundlichen Gruß, Martin Freitag, Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach

  4. Herr Zalfen,

    leider gehen Sie auf das wesentliche Argument nicht ein: Wie bringen Sie die Unternehmen dazu, das angepriesene System zu nutzen? Krüger, der sich damit in Reportagen brüstet, dass er vor Ort kaum Steuern zahlt und dem Ihre Partei gerne eine relativ exklusive innerstädtische “Ortsumgehung” vor die Tür setzen will, winkt doch schon ab.

    Ich bin auch ein Freund historischer Zitate und Vergleiche:

    1. “Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen” (den Urheber kennen Sie vielleicht) und
    2. da Sie Kaiser Wilhelm II. zitieren: gerade haben wir ein Wahlergebnis erlebt, bei dem Ihre Partei so schlecht war wie zur Zeit der Regentschaft seines Großvaters (Wilhelm I.). Ihre Partei sollte sich (die ich auch mal gewählt habe) mehr um konkrete und vor allem realisierbare Problemlösungen bemühen. Das gilt bundesweit, aber auch vor Ort in unserer Stadt!

  5. Danke! Herr Röhr trifft, mit Zahlen hinterlegt, genau meine bereits eingelegten Einwände. Die bemühte Verteidigungsargumentation von Herrn Zalfen liegt in allen Punkten schief. Zu Zalfen 1.) Argument Zeitfenster: Dort gibt es keine wesentliche Entzerrung, die Anlieferungen für Versorger finden größtenteils vor Verkaufsstart also in relativ begrenztem Zeitraum, die just-in-time- Lieferungen für produzierende Betriebe ebenfalls passend zu den Produktionszeiten statt. Zu Zalfen 2.) Aldi ? Bezeichnend für die Kurzsichtigkeit von Herrn Zalfen ist, dass er nur an Aldi (welche Niederlassung eigentlich, 38Paletten?) denkt und umsatzvergleichbare Händler garnicht im Blick hat ( es gibt in Berg.Gladbach 5 Aldi, 4 Lidl , 5 REWE und 5 Edeka-Großmärkte, OBI/Baumärkte/Getränkemärkte usw) . Zu Zalfen 3.) Rohstoffe:“Cap und ab ins Rohstofflager“ Die verwendeten Gebinde für Rohstoffe sind häufig nicht palettengeeignet, zB die Massengut-Rohstoffe für die Glaswolleherstellung. Zu Zalfen 4.) „Interessanter wird es bei den Paketdiensten“, Herr Zalfen sollte einmal ein DHL-Paketcenter besichtigen, um zu begreifen, in welchem Ausmaß die Paketlogistik bereits optimiert ist. Jede zusätzliche Umladung verursacht Zeitverluste und eine Kostensteigerung. Wie eng dort inzwischen kalkuliert wird könnte auch Herr Zalfen an der Diskussion über die Entlohnung der Zusteller erkennen. Die Paketdienste werden die Letzen sein, die sich am Aufbau einer Logistikredundanz beteiligen werden. Letzlich noch zu Zalfens Beispielen Automobil und I-Phone: Für beide Entwicklungen wurden keine Machbarkeitsstudien in Anspruch genommen, sondern sie wurden in Privatinitiative auf eigenes Risiko auf den Markt gebracht, weil der Nutzen unstrittig und der Erfolg absehbar war. Ich gratuliere aber dem Bochumer Unternehmen endlich nach jahrzehntelangem weltweiten Suchen in Bergisch Gladbach ausreichend naive Kommunalpolitiker zur Unterstützung des Projekts gefunden zu haben. Den abschließenden Satz von Herrn Zalfen ,“Die Studie ist finanziert und wir sind gespannt auf die Ergebnisse“ finde ich schon entlarvend und ich würde ihn als kommunalpolitische Arroganz interpretieren: „Also Bürger, wir haben entschieden , jetzt haltet gefälligst das Maul.“

  6. Danke für diese interessanten Ausführungen gerade zur Zukunft des Schienengüterverkehrs in Bergisch Gladbach. Zu diesem Thema scheint mir die Bergisch Gladbacher Politik überhaupt keine Ideen zu haben. Im Zeichen von Klimakrise und Fridays for Future Demos möchte man offenbar die Gleise möglichst schnell entfernen und entwidmen. Für die 267.000 EUR hätte man ja auch eine Studie über den Schienengüterverkehr in Bergisch Gladbach machen können. DB Cargo heißt heute übrigens DB Schenker und ist nur einer der zahlreichen Player am Güterzugmarkt.

  7. Die Argumente von Herrn Röhr sind vollkommen unzutreffend. Beginnen wir mit der Zahl benötigter Caps. Auch heute bereits wird mit Zeitfenstern in der Logistik gearbeitet. Es werden also nicht 100 LKW auf einmal vor dem Tor stehen. Caps fahren mit 48 km/h. Bei einer Streckenlänge von 16 km, großzügige Be- und Entladezeiten unterstellt, können sie 2-3 Umläufe in der Stunde schaffen. Am Tag für 3400 Paletten 71 Caps.

    In Sachen DB hat die FDP leider recht. Mehr totes Pferd gibt es nicht. Gleise abgebaut und im Entwidmungsverfahren. DB Cargo ist unbeweglich wie die berühmte Schiene. Macht keinen Sinn dies weiter zu diskutieren.

    Aldi anzubinden macht nur Sinn, wenn die Fahrleitung den Aldi auch erreicht. Dann sind es aber nur noch 36 Paletten und 18 Caps. Aber die RheinbergPassage, die Rheinberg Galerie und das Löwencenter liegen an der angedachten Strecke.

    Rohstofflager sind in den produzierenden Unternehmen vorhanden: also Cap und ab ins Rohstofflager.
    Interessanter wird es bei den Paketdiensten. Hier werden die Fahrzeuge, Container, Fahrradboxen für die Auslieferer vorsortiert. Dies muss entweder im Logistikzentrum oder im GVZ passieren. An der Zielstation dürfte dann eine Kaffeebude reichen, um dort das leere Gefährt abzugeben und das neue zu übernehmen.

    Die vorgebrachten Argumente erinnern an:

    „Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.”, Kaiser Wilhelm II oder

    „Das IPhone hat keine Chance auf dem Markt zu bestehen”, Microsoft CEO Steve Ballmer, 2007.

    Die Studie ist finanziert und wir sind gespannt auf die Ergebnisse.

    Letzter Satz: Wer investiert 250.000 Euro in eine Studie, um dann im positiven Fall der wirtschaftlichen Tragfähigkeit, nicht zu bauen?

  8. Herr Röhr zeigt hier mit guten Argumenten auf wie Hirnrissig doch diese ganze Cargo-C(r)ap Sache ist.

    Vielen Dank dafür – Schade nur das dafür schon 267.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zum Fenster heraus geworfen wurden.

  9. Vielen Dank, Herr Röhr, dass spiegelt exakt wieder, was ich (und wahrscheinlich auch andere Kritiker) von der CargoCap-Idee denke: die Rechnung würde am Ende nicht aufgehen solange die Konkurrenz durch den LKW weiterhin so stark subventioniert – und damit billiger – ist.

    Es gibt sicherlich einige deutlich sinnvollere Ideen um als innovative, moderne Stadt in die Schlagzeilen zu kommen.

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