Bergisch Gladbach hat die Chance, mit dem Projekt CargoCap einen guten Teil der Laster runter von den Straßen zu bekommen und sich als Verkehrspionier zu profilieren. Bislang trifft das unterirdische Transportsystem aber noch auf Skepsis. Jetzt sind die Unternehmen gefragt.

Der Begriff „fantastisch” hat laut Duden zwei Bedeutungen: „1. unerfüllbar, unwirklich. 2. großartig, begeisternd”. Zwischen diesen beiden Polen bewegen sich auch die Reaktionen auf das Projekt CargoCap.

Seit mehr als 20 Jahren kämpft der Erfinder Dietrich Stein für sein Konzept einer Rohrpost für Frachtgüter. Vor mehr als zwei Jahren hatte er es in Bergisch Gladbach vorgestellt, doch erst jetzt ist er der Realisierung ein Stück näher gekommen: Ein Team von Wissenschaftler hat die Arbeit an einer Machbarkeitsstudie aufgenommen. Sie soll klären, ob das technisch ausgereifte System logistisch Sinn macht, sich wirtschaftliche rechnet und ökologisch auszahlt.

Wie funktioniert CargoCap
CargoCap ist eine 5. Transportalternative für den Güterverkehr in Städten und Ballungsräumen als Ergänzung zu Straße, Schiene, Wasser und Luft.

Das CargoCap-System besteht aus einen Güterverteilzentrum (GVZ) im Außenbereich, das mit 2,8 Meter hohen Röhren unterirdisch mit einem City Hub in der Innenstadt verbunden ist. Große Lastwagen und kleine Transporter werden an der Stadtgrenze entladen, die Fracht wird auf Standard-Paletten durch vollautomatisch und elektrisch fahrende Kapseln in die Stadt befördert, und dann  auf der letzten kurzen Strecke von Elektro-Transportern oder Lastenfahrräder ans Ziel gebracht.

Wo könnte das CargoCap-System gebaut werden?
Mit dem alten Bahndamm verfügt die Stadt über eine ideale Trasse. Das Güterverteilzentrum würde direkt an der A 4 gebaut, vielleicht auch jenseits der Stadtgrenze in Richtung Flughafen. Die Röhre wird tief genug unter dem Damm verlagt, ohne eine spätere Nutzung der Trasse für was auch immer zu beeinträchtigen. Damit ergibt sich eine Route, die von der Autobahn schnurstracks in die Innenstadt führt, vorbei am Gewerbegebiet Zinkhütte. Der City Hub könnte im Bereich des sogenannten Gleisdreiecks gebaut werden, dem Gewerbegebiet Kuhler Busch.

Konkret soll die Machbarkeitsstudie jetzt vor allem eine Frage untersuchen: gibt es genügend Unternehmen im Einzugsbereich der Strecke, die den Bedarf und ein wirtschaftliches Interesse haben, sich unterirdisch beliefern zu lassen. Dazu werden in den nächsten Wochen 1800 Firmen in Bergisch Gladbach angeschrieben und befragt, bei einer Informationsveranstaltung soll das System im Detail erklärt werden.

In Bergisch Gladbach hat Professor Stein einige Mitstreiter gefunden. SPD-Ratsherr Michael Zalfen ist seit 2013 Feuer und Flamme für die Idee und hatte Stein angesprochen. Der Stadtrat hatte Ende 2018 auf Antrag von SPD und CDU beschlossen, sich mit 30.000 Euro an der Machbarkeitsstudie zu beteiligen.

Ebensoviel kommt von der CargoCap GmbH, den größten Anteil mit 180.000 Euro zahlt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Durchgeführt wird die Studie von Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V., der Hochschule Düsseldorf  und des Ruhr-Forschungsinstitut für Innovations- und Strukturpolitik (Rufis).

Welchen Vorteil dieses System für die Entlastung der Straßen, für den Kampf gegen Lärm, Feinstaub und Kohlendioxid, liegt auf der Hand. Immerhin besteht rund sieben Prozent des Verkehrs auf unseren Straßen aus Güterverkehr.

Offen ist jedoch, ob die Unternehmen dabei mitspielen. Großunternehmen wie Krüger oder G+V Isover hätten zunächst abgewunken, berichtet SPD-Mann Zalfen. Sie haben ihre Logistik an Speditionen ausgelagert und zeigten bislang kein Interesse.

Dabei können gerade auch Industrieunternehmen profitieren, erläutern Zalfen und Stadtbaurat Flügge. Denn mit CargoCap könnte die Lagerhaltung von Vor- und Endprodukten ausgelagert werden – aus der Innenstadt in Randlagen. Das Unternehmen G+H Isover könnte große Flächen gewinnen, wenn es die Rollen Isoliermaterial nicht auf dem Firmengelände mitten in der Stadt lagert, sondern sie mit der Kapsel direkt aus der Produktion abtransportieren könnte.

„CargoCap eröffnet  Chancen für Unternehmen, in der Innenstadt neue Flächen zu gewinnen oder Produktionen zu starten, die dort bislang gar nicht denkbar sind”, hofft Baurat Flügge.

Rechtliche Rahmenbedingungen (bitte anklicken)
Nach Einschätzung der CargoCap GmbH handelt es sich „um ein Infrastrukturprojekt mit vergleichsweise geringem juristischen Konfliktpotential. Da es sich weder um ein Straßen- noch um ein Eisenbahnprojekt oder eine Energieleitung und auch nicht um eine Pipeline handelt, greift keines der bestehenden fachgesetzlichen Planfeststellungserfordernisse ein. Das bedeutet, dass weder die aufwändigen Verfahrensfolgen noch die anspruchsvollen materiellen Kriterien des Fachplanungsrechts zu beachten sind. Vielmehr ist „lediglich“ der allgemeine raum- bzw. bauplanungs- und bauordnungs- sowie umweltrechtliche Rahmen einzuhalten und es müssen Nutzungsvereinbarungen mit den Grundstückseigentümern bzw. den zuständigen Straßenbaulastträgern getroffen werden.

Für die Trassierung der Strecken werden nach Möglichkeit öffentliche Straßen und Flächen genutzt. Dadurch werden langwierige Verhandlungen mit Privatpersonen vermieden. Sondernutzungserlaubnisse für die Fahrrohrleitungen sind aufgrund der unterirdischen Nutzung nicht erforderlich.

Naturschutzrechtliche oder sonstige umweltrechtliche Bedenken sind nicht zu erwarten, da Eingriffe in die Landschaft aufgrund der unterirdischer Verlegung der Fahrrohrleitungen nur punktuell und vorübergehend sind. Emissionen (Luft- und Lärmemissionen, Erschütterungen etc.) an der Erdoberfläche entstehen nicht.”

Widerstand von Anwohnern des Bahndamms erwarten Stein, Zalfen und Flügge nicht. Denn weder vom Bau noch vom Betrieb werde niemand etwas mitbekommen. Für den Bau in 12 Meter Tiefe sei auch kein Bebauungsplan vorgeschrieben.

Wohin mit dem Güterverteilzentrum?

Konfliktpotential, das räumen die Macher auf Nachfrage ein, gibt es beim Güterverteilzentrum. Das würde naheliegender Weise in Frankenforst oder gar im Bereich des Königsforsts angesiedelt werden. Oberirdisch und mit einem Verbrauch von Gewerbeflächen, die es dort kaum gibt. Unter Umständen, so Flügge, müsse dann auch der Flächennutzungsplan noch einmal angefasst werden.

Aber im Moment, das betonen alle Beteiligten, stehe überhaupt nicht fest, wo die Röhre enden werde und wo ein GVZ entstehen könnte. Die Strecke könnte durchaus bis zum Flughafen Köln/Bonn verlängert werden, in dessen Umfeld Flächen verfügbar sind.

Auch das ist ein Thema, mit dem sich die Machbarkeitsstudie befasst.

Die soll in spätestens einem Jahr fertig sein. „Dann werden wir einen Vorschlag für die Errichtung eines CargoCap-Netz in Bergisch Gladbach vorlegen”, ist sich Stein sicher. Wenn der Stadtrat zustimmt, könnt zwei Jahre später mit dem Bau begonnen werden und schon 2024 der Betrieb los gehen.

Ein Plan, der nach wie vor bei Unbeteiligten auf Skepsis stößt. Wenn das System so genial ist, warum ist es dann nicht längst verwirklicht worden, lautet ein häufiger Einwand.

Weil sich bislang niemand getraut habe, antwortet Professor Stein. Und Bergisch Gladbach, weil sich Bergisch Gladbach traut. Daher ist er voller Hoffnung, dass der Start der Machbarkeitsstudie der erste Schritt zu einer nachhaltigen Verkehrswende ist. Als Ingenieur und Hochschullehrer sei er glücklich, dass das gerade hier, in Bergisch Gladbach, passiert. Und nicht in China.

Weitere Beiträge zum Thema:

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U-Bahn für Güter soll Gladbachs Verkehr entlasten

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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12 Kommentare

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  1. Ich verstehe die ganze Ablehnung nicht richtig. Schauen wir zurück auf die Entwicklung: Früher mussten Holz und Kohlen zum Haus geschafft werden, das macht heute die Gas Leitung. Information gab es vor langer Zeit nur Mund-zu-Mund, heute über das Internet. Energie kommt heute aus der Steckdose, eine Fernleitung, und nicht mehr vom Feuer.

    CargoCap ist ein ernst zu nehmender Versuch, nun endlich den Materie Transport ebenfalls auf ein automatisches ‘unsichtbares’ Netz umzustellen, wodurch in ferner Zukunft jeglicher (Güter)verkehr von der Straße verschwinden könnte.

    Wir alle sollten das Ziel haben, soviel Verkehr wie möglich von der Straße zu kriegen, damit man sich als Mensch wieder mit Freude durch Ballungszentren bewegen kann. Ich wohne in der nähe vom Hauptstadtflughafen BER und es graut mir schon jetzt vor der Eröffnung. Nicht weit von mir hat gerade ein Amazon-Logistikzentrum eröffnet.

    Jeder Visionär sieht sofort, das ist erst der Anfang. Am Ende sehe ich sogar in jedem Haushalt, eine kleine Be- Entladestation (so groß wie ein kleiner Kühlschrank) und folgende Möglichkeiten:

    1. Die Post kommt automatisch –> kaum noch Postzustellverkehr
    2. Meine bestellten Einkäufe werden über das Rohrsystem zugestellt. –> ich fahre nicht mehr einkaufen
    3. Material für die Dienstreise, Reisegepäck für den Urlaub, die neu gekaufte Stereoanlage, kommen über das Transportsystem von A nach B.

    Am Ende gehe ich nur noch auf die Straße um mich selbst zu bewegen, denn das mache ich lieber an der Oberfläche, die nun viel sauberer und angenehmer ist. Vielleicht lässt sich sogar Personen- und Güterverkehr mit einander Kombinieren.

    Ich bin auf CargoCap aufmerksam geworden, da ich selbst Ingenieur bin und auf die gleiche Idee gekommen bin. Nachdem Energie- und Informationstransport in der Vergangenheit erschlossen wurden ist CargoCap endlich der richtige Schritt um den Materietransport zu revolutionieren. Beamen geht ja auch noch nicht, hätte aber theoretisch die gleiche Funktion.

    Klar, eventuell haben Ballungszentren momentan andere Sorgen oder das Konzept wirkt noch nicht ganz vollständig aber irgendwann wird es so etwas geben, da der Mensch nach ständiger Optimierung drängt. So war es schon immer und andernfalls wären wir nicht da wo wir sind. Wenn es von CargoCap Aktien geben würde, ich wäre dabei.

    Zweifler gibt es immer, die sich aber meist an kurzfristigen Problemen festbeißen und nicht das Potential erkennen. Ich wäre stolz, diese Entwicklung in meinem Leben noch etwas verfolgen zu können.

  2. Zur Ermittlung der Entlastungsmöglichkeiten von „rund sieben Prozent des Verkehrs auf unseren Straßen…“ soll mit diesem Projekt 6-stellig Geld ausgegeben werden. Darüber hinaus sollen 1.800 Unternehmen in Bergisch Gladbach eingebunden sein.

    Das ist hoher Aufwand, finanziell, insgesamt für die beteiligten Unternehmen und sicherlich auch für die ohnehin sehr stark belastete Stadtverwaltung.

    Darüber hinaus ist sicherlich zu erwarten, dass eine spätere Einführung des CargoCap-Systems viele Millionen Euro Kosten bedeuten würde und Jahre der Projektarbeit. Und das alles, um ganze 7 Prozent des Verkehrs möglicherweise zu optimieren!

    Das klingt nicht vernünftig. Als würde man mit „Kanonen auf Spatzen schießen“ wollen.

    @Herr Flügge, @Herr Zalfen, vielleicht lesen Sie ja die Beiträge im Bürgerportal und diesen Kommentar (und natürlich auch die anderen): Eine Verkehrswende ist in Bergisch Gladbach sicherlich dringend notwendig, aber wäre es dazu nicht viel sinnvoller und näher an den realen Problemen, die mehr als 90 Prozent des Verkehrsaufkommens zu untersuchen, anstelle des von Ihnen vorgesehenen winzigen Anteils?

    Möglicherweise gibt es ja eine Erklärung…

  3. Da kann man nur lachen hat Gladbach keine anderen Probleme.
    Ich kann nur Empfehlen bei Langeweile einmal durch Gladbach zu laufen.

  4. Zu schön um wahr zu sein.1 April ,wohl!! Es ist ja noch nicht mal möglich ,die waren an der Autobahn in Elektro Fahrzeuge umzuladen!! Das zum Thema Umweltschutz für die Bevölkerung in Bergisch Gladbach!!

  5. Zitat aus iGL: „Weil sich bislang niemand getraut habe, antwortet Professor Stein. Und Bergisch Gladbach, weil sich Bergisch Gladbach traut. Daher ist er voller Hoffnung, dass der Start der Machbarkeitsstudie der erste Schritt zu einer nachhaltigen Verkehrswende ist. Als Ingenieur und Hochschullehrer sei er glücklich, dass das gerade hier, in Bergisch Gladbach, passiert. Und nicht in China.“

    Hierzu ein paar Anmerkungen und Fragen:

    Welche Verkehrswende erwarteten Herr Prof. Stein mit seiner CargoCap GmbH in Bochum und all die aufgeregten Lokalpolitiker unserer Heimatstadt, vorne weg unser SPD-Ratsherr Michael Zalfen, von diesem quasi „brandneuen (siehe folgend)“ Warentransportsystem, von dem seit mehreren Jahrzehnten bisher nur eine Modellversuchsanordnung im Maßstab 1:2 an der UNI Bochum für Forschung und Lehre verfügbar ist?

    Warum hat das CargoCap-System, als die angebliche 5. Transportalternative für den Gütertransport in Ballungsräumen, es seit über 20 Jahren nicht über den Testbetrieb dieser Modellstrecke im Maßstab 1:2 hinaus gebracht, der im Übrigen ja auch bereits eingestellt wurde? Hauptgegner für wirtschaftliche Anwendungen und dann zwischen wirtschaftlichen/logistischen Ballungszentren ist doch – bei heutiger gesamtpolitischer Lage -immer noch der doch sehr, sehr billige LKW-Transport, weil hoch subventioniert. Dem könnte z.B. die Verkehrspolitik in unserer Heimatstadt Bergisch Gladbach durch eine LKW-Maut entgegenwirken, der Städtetag sucht händeringend politische Unterstützung für Modellversuche in den Kommunen, bei der Landes- und Bundesverkehrspolitik. Wer unterstützt den Städtetag aus Bergisch Gladbach, wer meldet Bergisch Gladbach für einen Modellversuch an?

    Bereits heute steht „unseren“ Unternehmen in Bergisch Gladbach ein Anschluss an das schienengebundene Güterfernnetz der DB mittels vorhandenen Gleisanschluss bis zur Stadtmitte und bis zum Gewerbegebiet Zinkhütte zur Verfügung. Der zweigleisige Ausbau der Anbindung steht bevor. Dieses schienengebundene, zukunftssichere Verkehrsnetz wird aber von „unseren“ Unternehmen abgelehnt, der Gleisanschluss soll, trotz des mittelfristigen zweigleisigen Ausbaus der Bahnanbindung der Stadtmitte an das S-Bahn-/Fernbahn-/Güterfernnetz der DB, umgewidmet und damit einfach für alle Zukunft gelöscht werden! Ich glaube der Wandel der mobilen Gesellschaft, die Verlagerung der Transporte auf schienengebundene Nah- und Fernverkehrssysteme ist hier bei uns in Bergisch Gladbach noch nicht angekommen. Der Zug rast schon wieder vorbei.

    Warum nun sollen in diesem Kontext „unsere“ Unternehmen mit dem CargoCap-System ein eigenes, ein neues, ein unterirdisches Verkehrssystem für ein paar Kilometer bis zur Autobahn nutzen, insbesondere dann, wenn dadurch/damit zusätzliche Kosten und Prozesszeiten für den Gesamtlogistikprozess, für den Güterumschlag wegen der Unterbrechung der Logistikkette, bedingt durch den Umschlag für den unterirdischen Transport verbunden sind?

    Wer kommt für diese zusätzlichen Kosten auf? Doch nicht die Chinesen, deren schienengebundene Landroute der neuen chinesischen Seidenstraße, quasi 10 km um die Ecke am „Wirtschaftszentrum“ Bergisch Gladbach vorbei, in Richtung Venedig oder in Richtung Duisburg und dann weiter nach Rotterdam zur Seeroute der neuen chinesischen Seidenstraße verläuft!

    Der Wandel findet zwar nicht in China statt, findet aber für China bereits heute bei uns statt. Und keiner will diese Veränderungen im Transportwesen zwischen China und dem „Rest der Welt“, forciert durch neue CO2-Abgaben im Verkehr, wahr haben.

    Wäre es daher nicht innovativer, nicht zukunftssicherer unseren heimatlichen Wirtschaftsstandort mit der Stadtmitte, mit dem Gewerbegebiet Zinkhütte u.a. direkt an in der Umsetzung, im Bau befindliche Landroute der neuen chinesischen Seidenstraße ohne zusätzliche Güterumschläge anzubinden? Die Infrastruktur hierfür ist vorhanden! Sie darf lokalpolitisch nicht „verspielt“ werden.

  6. @Rolf Havermann

    Postings von Menschen mit Realnamen sind bekanntlich Kompetenter als von Menschen ohne – daher Glückwunsch.

    Zum Thema zurück:
    Eine Kalkulation brauch zu diesem Thema auch niemand aufstellen, der gesunde Menschenverstand sollte einem schnell klar machen das ein Um/Verladen von Waren um 4km Wegstrecke zu sparen sich in Deutschland nun mal einfach Finanziell nicht rechnen kann.

    Aber Egal: Dieses Cargo-System kommt ganz ganz bestimmt eher als die Straße über den Bahndamm – selten so Gelacht.

  7. Herr Havermann, ich gebe Ihnen absolut Recht was den Zustand der Bahn angeht. Aber meiner Meinung nach löst “CargoCap” unsere Verkehrsprobleme nicht, sondern verlagert sie höchstens. Und dann kommt irgendwann auch fraglos der Moment, in dem dieses Transportsystem anfängt Geld zu kosten (Wartung und Instandhaltung eines unterirdischen Tunnel-Systems stelle ich mir recht aufwendig vor, muss jemand bezahlen- genau wie den Betrieb der Ver- und Entladestationen). Und in diesem Moment wird es für die Industrie wieder uninteressant, da der LKW-Transport dann wieder reizvoller – da (zu) billig – ist.

  8. Ja wo leben Sie denn, Frau, Frl., Herr, Initiative oder Verein “Frankenforster” und warum wollen Sie anonym bleiben? Schlechter Stil! Sind Sie oder seid Ihr Mathematiker, die mal schnell eine Kalkulation aufgestellt haben? Ist es unsere Verkehrs- und Umweltsituation nicht wert, mal genauer hinzusehen statt alles nur abzutun mit einem der schlimmsten Sätze gegen jeden Fortschritt: “Hammer noch nie jemaat un maache mer och jetz nit!” oder “Hammer nit, bruche mer nit, fott domit!”?

  9. Nun, Herr Thomas B.,

    unsere DB scheint mir so weit entfernt von CargoCap, wie ZANDERS von seiner früheren Beschäftigtenzahl. Frage an Radio Eriwan: Gibt es effektiven Schienenverkehr in Deutschland? Antwort: Im Prinzip ja, aber nur auf Papier.

    Die Verantwortlichen für den deutschen Schienenverkehr, also die jeweilige Bundesregierung bzw. die Verkehrsminister (ha, ha, ha), Vorstände wie Mehdorn (ha, ha, ha) und eine wohlfaire Lobby aus Spediteuren und der Dieselindustrie verhindern seit 50 Jahren den Umzug der LKWs von der Straße auf die Schiene. Das wäre eine wirkliche Innovation gewesen, wie uns die Schweizer seit dem 2. Weltkrieg vormachen. Die heutige DB ist zu schwerfällig, sowohl in den Köpfen der Entscheider als in denen der Planer. Wer heute noch an obererdige, innovative und schnelle Veränderungen der Mobilität zum Positiven im Güterverkehr glaubt, hat ein Abo beim Nikolaus.

  10. Selten so einen Unsinn gelesen.

    Man liefert Paletten in Bensberg an und schickt sie durch einen 4km langen Tunnel nach Gladbach und läd sie da wieder aus.

    Und wer bezahlt diesen riesigen Aufwand ? LKW’s abladen – umladen – durch den Tunnel schicken – wieder umladen – wieder Einladen. Kostet jeder Transport für 4km dann 5€ ?

    Für 4km Distanz rechnet sich so etwas nicht in 100 Jahren. Wenn man das ganze richtung Köln bauen würde – dann könnte sich das Rechnen – Bergisch Gladbach, der Containerbahnof von Köln.

    Aber da möchte ich dann nicht leben.

  11. “Fantastisches Verkehrssystem”,
    “Welchen Vorteil dieses System für die Entlastung der Straßen, für den Kampf gegen Lärm, Feinstaub und Kohlendioxid, liegt auf der Hand. Immerhin besteht rund sieben Prozent des Verkehrs auf unseren Straßen aus Güterverkehr.”

    Fantastisch. Ein solches System gibt es aber bereits: nennt sich “Eisenbahn”. Interessanterweise hätten wir in Bergisch Gladbach sogar schon alles Notwendige dafür vorrätig. Sogar ein völlig ungenutztes Güterterminal und ungenutzte Bahndämme. Ist nur alles nicht gefragt, denn die Straße ist billiger. Und das wird sie auch bleiben wenn politisch nicht umgesteuert wird. So innovativ “CargoCap” auch klingen mag, ich fürchte an diesem Grundproblem würde es nichts ändern und es würde nur das nächste Millionengrab gebuddelt…

  12. Bergisch Gladbach als Vorreiterin für innovative Zukunfts-Technik, welch eine Chance. Natürlich vorausgesetzt, das lohnt sich, wobei nicht nur wirtschaftliche Aspekte eine ausschlaggebende Rolle spielen dürfen. An den kraftstoffgetriebenen Motor wollte auch niemand ran, Pferde, dachte man, würden in aller Zukunft die größeren Transportmittel bewegen. Heute nur noch mit Unverständnis betrachtet. Betrachtet man neben allen möglichen, positiven Effekten für Umwelt und Mobilität die Tatsache, dass ein solches Objekt mit Zuschüssen aus allen möglichen Töpfen bedacht wird – das ist schon länger bekannt – und nimmt den Imagegewinn für die Stadt hinzu, gerät der Einstieg in diese Art des Gütertransportes schon fast zur Verpflichtung. An dieser Stelle muss man auch nicht zum Arzt gehen, wie Helmut Schmidt einmal Leuten mit Visionen empfahl. Wenn sich nun noch eine ähnliche Lobby für Seilbahnen als Pendler-Reisemittel begeistern könnte, wäre zum Thema Mobilität in Bergisch Gladbach eine neue Zeit angebrochen.