Der Torfabbau für Blumenerden gefährdet die letzten intakten Hochmoore – und das Klima, denn bei der Entwässerung entweicht jedes Jahr so viel CO2 wie im ganzen deutschen Flugverkehr. Dabei ist das Pflanzen ohne Torf ganz einfach. Das Team von FAIRsuchen Schildgen erklärt, wie es geht.

Wussten Sie, dass nur noch 5 Prozent der deutschen Hochmoore intakt sind? Dass in den meisten Blumenerden 60 bis 80 Prozent Torf enthalten sind? Und dass dieser aus Hochmooren stammt, wo er von Torfmoosen unter nährstoff- und sauerstoffarmen Bedingungen sehr langsam gebildet wird? In einem Jahr wächst eine Torfschicht nur um 1 Millimeter!

Der Torfabbau für Blumenerden hat katastrophale Folgen: Verlust einer hochspezialisierten Flora und Fauna, wie z.B. von Moosbeere und fleischfressendem Sonnentau, von Goldregenpfeifer, Kornweihe, Birkhahn und ebenso von Moorfrosch und Torf-Mosaikjungfer (Libellenart).

Hinzu kommt die Freisetzung von Millionen Tonnen CO2, da es bei der Entwässerung zur Oxidation des gespeicherten Kohlenstoffes kommt. Allein in Deutschland entweichen aus entwässerten und landwirtschaftlich genutzten, ehemaligen Moorflächen jährlich 45 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht der jährlichen Emission des gesamten deutschen Flugverkehrs!

Der Torfabbau für Blumenerden gefährdet die hochspezialisierte Flora und Fauna von Moorlandschaften, z.B. den fleischfressenden Sonnentau und den Moorfrosch.

Um diesen Problemen entgegenzutreten, ist ein Stopp des Torfabbaus für Blumenerden notwendig sowie die Wiedervernässung der landwirtschaftlich genutzten ehemaligen Moorflächen. Gemäß der aktuellen Forschung ist danach eine Nutzung durch Anbau von Schilf und die Haltung von Wasserbüffeln möglich.

Unser leicht umzusetzender Monatstipp bezieht sich daher, jahreszeitlich passend, auf die winterliche Vorbereitung von Gärten und Friedhofsbepflanzungen: Verwenden Sie Rindenhumus (max. 2 cm) oder Rindenmulch (Rindenstücke) statt torfiger Graberde. Nutzen Sie torffreie Blumenerde statt herkömmlicher, torfhaltiger Erde.

Bei problematischen Böden und bei Stauden geben Sie etwas Kompost oder torffreie Blumenerde mit ins Pflanzloch, bei Gehölzen Rindenhumus oder torffreie Blumenerde.

Natürlich kann man mit torffreier Blumenerde genauso umtopfen oder Kübel und Balkonkästen bepflanzen. Hauptbestandteile torffreier Blumenerden sind Rindenhumus, Holzfaser, Grüngutkompost und Kokosfasern – also alles umweltfreundliche Abfallprodukte.

Besuchen Sie im goldenen Oktober doch einmal die wunderbaren Hochmoore des Hohen Venn im nahen Belgien oder das direkt vor der Haustür gelegene Thielenbrucher Flachmoor in Köln-Dellbrück, entlang der S-Bahnlinie.

Zusammengestellt von Christof Walter vom Team FAIRsuchen Schildgen

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