Seien Sie ehrlich: Denken Sie es sei unnötig oder sogar schädlich, Vögel auch im Sommer zu füttern? Es ist weitverbreitet, dass Vögel so zu „faul“ werden würden, selber nach Futter zu suchen. Dies ist ein großer Irrtum! Das FAIRsuchen Team Schildgen klärt auf.

„Durch Zerstörung von Lebensraum und Nahrungsgrundlage hat der Mensch wesentlich zum dramatischen Rückgang der heimischen Vogelwelt beigetragen. Ganzjähriges Füttern ist daher eine überlebensnotwendigeVerpflichtung“, sagt Prof. Dr. Peter Berthold. Durch den starken Rückgang an Insekten wird für unsere heimischen Vögel speziell zu Zeiten ihrer Brutaufzucht das Futter knapp.

Der Energiebedarf der Vögel ist, anders als man vielleicht denken würde, im Sommer deutlich höher als im Winter. Im Winter sieht man Vögel oft bewegungslos auf einem Ast sitzen, während sie im Sommer ständig umherfliegen. Auch wenn sie in winterlicher Kälte ihre Körpertemperatur erhalten müssen, benötigen sie hierzu weniger Energie als für die Aktivität in der Sommerzeit.

Durch die kurzen Nächte im Sommer ist zum Beispiel ihre Wachzeit erheblich länger. Die Tiere müssen ihre Reviere verteidigen, Nester bauen und dann die Jungvögel aufziehen. Dazu legen sie täglich große Flugstrecken zurück: eine Kohlmeise etwa fliegt drei Wochen lang ca. 350 mal täglich zu ihrem Nest, um die Jungen zu versorgen.

Zusätzlich zu dem Futter, das sie an ihre Kinder verfüttert braucht sie selbst auch deutlich mehr Nahrung, um diesen Kraftaufwand zu leisten. In Zeiten des Insektensterbens können wir den Vögeln also helfen, indem wir auch im Sommer entsprechende Futterquellen bereitstellen.

Welches Futter ist im Sommer richtig?

Grundsätzlich unterscheidet sich die Zufütterung im Sommer  nicht stark von der im Winter. Wichtig ist Fettfutter, z.B. in Form von Meisenknödeln, da es den Tieren viel Energie liefert. Während des Fluges verbrennen die Vögel Fett direkt in ihrem Brustmuskel.  Auch Erdnüsse sind gute Energielieferanten. Weiterhin kommen Weichfuttermischungen in Frage und im Sommer grundsätzlich kleinere Körner als im Winter.

Beobachtungen haben ergeben, dass Wildvögel  durch vom Menschen zur Verfügung gestelltem Futter nicht abhängig werden, sondern sobald sich in der Natur ausreichend Nahrung findet, diese dort auch suchen und fressen. Manchen vom Aussterben bedrohten Arten kann durch Ganzjahresfütterung geholfen werden zu überleben.

Es lohnt sich also in jedem Fall unsere heimischen Vögel auch im Sommer zu füttern, und es macht darüber hinaus viel Freude die Tiere an den Futterstellen und bei der Aufzucht ihrer Jungen zu beobachten.

(Quelle: Peter Berthold, Gabriele Mohr : Vögel füttern – aber richtig. Kosmos-Verlag  // zusammengestellt von Dr. Birgitta Rieks)

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