Ob die Lieblings-Eisdiele schon auf hat? Auf dem Weg dorthin erlebt unser Autor wieder allerlei Abenteuer: von Bürgersteigen, über die es nur seitlich geht, bis hin zu Hinweisschildern, die auf nichts hinweisen.

Bald ist es wieder soweit, und darauf freue ich mich besonders, denn Ende Januar / Anfang Februar endet die Winterpause meines heiß geliebten Eiscafés Pol.

Da ich zu jeder Jahreszeit kalte Genussmittel konsumieren kann, sehne ich die jährliche Wiedereröffnung herbei. Und meines Erachtens haben wir in Schildgen und Katterbach großes Glück, ein qualitativ so hochwertiges und leckeres Eis in unserer direkten Nachbarschaft finden zu können.

So mache ich mich – natürlich zu Fuß – auf den Weg, um zu schauen, ob meine geliebte Eisdiele nicht doch schon ein paar Tage früher öffnet, was in den letzten Jahren tatsächlich schon vorgekommen ist.

Dabei beobachte ich einen hilflos wirkenden Autofahrer, der vom Schlagbaumweg kommend rechts in den Hoppersheider Weg einbiegen möchte, was für mich wie eine abknickende Vorfahrtstraße wirkt und somit problemlos möglich erscheint. Nur parken an dieser Stelle bis weit in den Kurvenbereich hinein zahlreiche Autos am rechten Fahrbahnrand, sodass es dem bedauernswerten Autofahrer nahezu unmöglich ist, an der jetzt nur noch einspurig zu befahrenden Straße den Gegenverkehr rechtzeitig wahrzunehmen.

Dies führt zu wiederholtem Zurücksetzen seines Fahrzeugs, bis sich ein entgegenkommender Verkehrsteilnehmer erbarmt, mit seinem Auto über den Gehweg auszuweichen, um den nun entnervt wirkenden Artgenossen passieren zu lassen.

Der Bürgersteig endet

Fünf Häuser hinter der Einmündung „Hoppersheider Busch“ endet auf der linken Seite des Hoppersheider Wegs der Bürgersteig und wird bis zur Leverkusener Straße nur einseitig fortgeführt. Aber immerhin existiert dort eine für Fußgänger ausgewiesene Fläche, auch wenn sie häufig als Zusatzstraße missbraucht wird.

Der Grund dafür liegt sowohl an der geringen Straßenbreite als auch an den immer breiter werdenden Autos, die bei Gegenverkehr kaum noch aneinander vorbeikommen, ohne über den Gehweg zu fahren.

Also wechsle ich auf die andere Straßenseite des Hoppersheider Wegs und setzte meinen Weg Richtung Leverkusener Straße fort, um anschließend auf dieser Straße gut 400 Meter Richtung Altenberger-Dom-Straße zu laufen.

Leider gibt es für Fußgänger und Radfahrer keine Querverbindung, z.B. über „Am Hermannshof – Zehntweg“ oder über „An den Weihern – Finkenweg“, sodass die Wegstrecke an der stark befahrenen Durchgangsstraße genutzt werden muss.

Eine Schulter vor und seitlich durch

Bevor ich jedoch auf die Leverkusener Straße einbiege, muss ich erst die Tücken des Bürgersteigs auf dem Hoppersheider Weg meistern. Wie bereits der Leser „Tobias“ als Kommentar unter Teil 1 meiner Erfahrungsberichte geschrieben hat, verengt sich dieser Fußweg an zwei Stellen enorm.

Dort habe ich nur dann die Chance, nicht auf die Straße auszuweichen, wenn ich eine Schulter vorschiebe und diese Stelle seitlich passiere. Wüsste ich es nicht besser, käme mir der Gedanke, ich wäre nach Schilda gezogen.

Auf der Leverkusener Straße habe ich nun für mich keinen großen, jedoch einen ausreichend breiten Bürgersteig. Diesen habe ich jedoch nur so lange, wie ich ihn nicht mit Fahrradfahrern teilen muss.

Auf der Leverkusener Straße macht es wirklich keinen Spaß, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Überholende Autos tun dies oftmals mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne ausreichenden Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 Meter, wohl um nicht auf eine Lücke im Gegenverkehr warten zu müssen.

Auch stauen sich die Autos an der Ampel zur Altenberger-Dom-Straße in verkehrsreichen Zeiten weit zurück und bieten den Fahrradfahrern aufgrund der baulichen Enge der Leverkusener Straße keine Möglichkeit, sich an den wartenden Autos rechts vorbeizuschleichen.

Diese Umstände führen dazu, dass immer wieder Fahrradfahrer den nicht für sie vorgesehenen Gehweg nutzen, um halbwegs sicher und einigermaßen zügig voranzukommen. Wenn diese dann auf Fußgänger treffen, geht es nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme aneinander vorbei.

Die letzte kritische Stelle vor meinem ersehnten Eis passiere ich bei der Ein- / Ausfahrt von Aldi. Die drei Fahrspuren unfallfrei zu kreuzen gelingt mir nur bei größter Achtsamkeit, da dort nur in den Nachtstunden keine Fahrzeuge einbiegen oder sich in den Verkehr einfädeln wollen.

Wie dieser Überweg mit einem Handicap oder mit Kinderwagen zu passieren ist, wage ich mir gar nicht auszumalen.

Ein Hinweis, aber keine Kamera

Kurze Zeit später gehe ich über die Fußgängerampel an der Altenberger-Dom-Straße und habe nur noch wenige Meter bis zur Eisdiele.

Der an warmen Tagen hoch frequentierte Anlaufpunkt hat einen ausgeschilderten Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Das hält jedoch viele Autofahrer nicht davon ab, direkt vor der Eisdiele zu parken und damit den kompletten Fahrradweg und einen Teil des Bürgersteigs zu blockieren.

Selbst ein installiertes Straßenschild, das vor Videoüberwachung warnt, verfehlt seine Wirkung. Die meisten Falschparker wissen wohl, dass diese Warnung ohne Folgen bleibt, da an diesem Ort keine Videokamera existiert. Beides, also Verkehrszeichen und Kamera, konnte oder wollte sich die Stadt wohl nicht leisten. Was man wohl in Schilda zu diesem grandiosen Einfall gesagt hätte?

Leider öffnet meine favorisierte Eisdiele doch erst im Februar, und so darf ich mich noch ein wenig gedulden. Der Termin ist nun jedenfalls in meinem Kalender notiert. Ob das stark gezuckerte, jedoch himmlisch lecker schmeckende Eis meiner Gesundheit zuträglich ist, frage ich weder meinen Arzt oder Apotheker noch meinen Stadtplaner.

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2 Kommentare

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  1. Ich glaube es geht nicht um die Querung der Leverkusener Straße sondern um die Aldi-Einfahrt.
    Wenn ich zu Pol möchte würde ich erst oben an der Kreuzung queren.
    Trotzdem ist die Einfahrt nichts für Verkehrsanfänger o.ä.

  2. Bei Aldi, Netto und Otter existiert doch eine sogenannte Querungshilfe – also eine Art Insel über die sich Fussgänger jedweder Art trauen können um die Straße zu queren!