Auch in RheinBerg nimmt die Zahl der Angriffe auf Polizisten zu. Sie tragen jetzt sogenannte Bodycams: Kameras, von denen sie sich etwas mehr Schutz und Deeskalation versprechen. 

Über 95 dieser Kameras, die am Körper getragen werden, verfügt die Kreispolizeibehörde jetzt. Das Innenministerium hatte die flächendeckende Einführung im September 2019 beschlossen, nach der Schulung der Beamten werden die Bodycams jetzt auch hier vor Ort eingesetzt, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Die Kameras werden auf Schulterhöhe an der Uniform getragen und in Krisensituationen eingeschaltet. Ihr Einsatz sei grundsätzlich anzukündigen, es sei denn, es liegt Gefahr im Verzuge vor. Heimliche Aufnahmen sind nicht zulässig.

Die Filme werden auf den Wachen auf Server übertragen und dabei von der Kamera gelöscht. Nach 14 Tagen werden die Videos automatisch gelöscht, es sei denn diese sind als Beweismittel bei der Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten erforderlich.

Deeskalierende Wirkung belegt

2018 waren in der Polizeilichen Kriminalstatistik in RheinBerg 61 Fälle von Widerständen bzw. Angriffe auf Polizeibeamte erfasst worden. Im vergangenen Jahr sind die Zahlen weiter gestiegen  bis Ende November waren schon 69 Fälle registriert worden.

Nach Ansicht von Innenminister Reul können die Kameras kritische Situationen im Streifendienst entschärfen. Das schütze die Polizisten direkt vor Übergriffen. Die beruhigende Wirkung sei auch in einem wissenschaftlich begleitetem Pilotprojekt nachgewiesen worden. „Wer weiß, dass er gefilmt wird, überlegt sich, ob er zuschlägt”, sagte Reul bei einer Präsentation in Köln.

Festgestellt worden sei aber auch, dass Polizisten bei eingeschalteter Kamera in einzelnen Fällen ihr Verhalten änderten. Der eigentlich angemessene Umgangston mit den Gesprächspartner werde sehr schnell sehr formalund führe so zu Problemen. Daher wird der Einsatz der Bodycam trainiert, um sich auch bei eingeschalteter Kamera ganz normal zu verhalten.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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