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Wie wär’s mit Fakten? Zur Inklusion an unseren Schulen

Anna-Ellen Laruschkat

Anna Ellen Lauruschkat

Die Inklusion in der schulischen Praxis ist auch in Bergisch Gladbach ein brisantes Thema. Anna Ellen Lauruschkat ist FDP-Mitglied, ehemalige Gymnasiallehrerin und sie benennt Ursachen für die Misere. 

Seit Schuljahresbeginn werden in der Presse die katastrophalen Bedingungen von Inklusion an den Schulen in NRW beklagt. Mit Recht: Unter den gegebenen Voraussetzungen wird Inklusion vielen Schüler*innen mit Förderbedarf, den aufnehmenden Klassen, den unterrichtenden Lehrer*innen und den Eltern nicht gerecht. Der Beschreibung des Ist-Zustandes muss jedoch zwingend eine Analyse der Ursachen folgen.

Im Schuljahr 2013/14 wurde von der rot-grünen Landesregierung per Gesetz das Recht von Schüler*innen mit Förderbedarf, eine Regelschule zu besuchen, Hals über Kopf eingeführt. Es wurde behauptet, Förderschulen widersprächen der UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahre 2006.

Viele Eltern von Kindern mit Behinderung vermuteten eine qualifizierte Vorbereitung dieses Schrittes und vertrauten ihre Kinder den Regelschulen an. Was sie nicht wussten, war, dass das damalige NRW-Schulministerium vom Beginn dieses Rechtsanspruchs auf Inklusion bis zur Abwahl der Regierung im Jahr 2017 keine belastbaren Grundlagen hinsichtlich der Anzahl der zu erwartenden Schüler*innen mit Förderbedarf, der hierfür erforderlichen Lehrer*innen, Räumlichkeiten, sächlichen Voraussetzungen usw. ermittelte. Bei Amtsübernahme im Jahr 2017 fehlten belastbare Zahlen als Planungsgrundlage (Quelle: Staatssekretär Richter, Schulministerium, FDP).

Hinweis der Redaktion: Alle Beiträge zum Thema Inklusion finden Sie hier

Ebenfalls wurden in den Etatverhandlungen zwischen Hochschulen und Landesregierung keine Studienplätze für Sonderpädagog*innen priorisiert. Folge: Bewerber*innen wurden abgewiesen und stehen heute nicht zur Verfügung, um die Planstellen an Schulen zu besetzen.

Welche Möglichkeiten bestehen folglich für die jetzige Landesregierung, um die Zeit des Mangels zu überbrücken? Sonderpädagog*innen einstellen kann sie auf jeden Fall nicht! Sie kann mit den Universitäten in Kontakt treten, um Lösungen für zusätzliche  Studienplatzkapazitäten zu ersinnen. Sie kann Quereinsteiger rekrutieren, die kurzfristig helfen, den Mangel zu beheben. Sie kann IT-Fachkräfte einstellen und dadurch das Unterrichtsvolumen der Lehrer*innen erhöhen.

Genau diese Maßnahmen werden von der neuen Landesregierung ergriffen. Aber: Die Korrektur aller Fehlplanungen‘  braucht einen klugen mittelfristigen Plan, in dem festgelegt wird, wie und in welchem zeitlichen Fenster umgesteuert werden kann. Ich beobachte, dass ein solcher Zeitplan seit 2017 auf den Weg gebracht wird.

Das kann man detailliert verfolgen oder ideologisch ausblenden. Man kann auch die grüne politische Verantwortung für die bestehende Misere leugnen und sich als Heilsbringer einer gelingenden Inklusion darstellen.

Man kann zusätzlich behaupten, Gymnasien blieben jetzt hinsichtlich der Inklusion außen vor, und hiermit verheimlichen, dass an dieser Schulform lediglich die zieldifferente Inklusion beendet wurde (heißt z.B., dass lernbehinderte Kinder nicht mehr das Gymnasium besuchen).

Man kann die Problematik verschweigen, die sich aus der extremen Zunahme von Schüler*innen mit sozial-emotionalem Förderbedarf ergibt (von 2013 bis 2017 z.B. in den Regelschulen des Rheinisch Bergischen Kreises von 46 auf 212 Schüler*innen).

Nichts führt jedoch an der Realität vorbei:

Wir werden mit den Fehlplanungen der rot-grünen Landesregierung in NRW noch mehrere Jahre leben müssen, bevor Umsteuerungen greifen können! Erst dann kann Inklusion das sein, was wir von ihr im besten Sinne erwarten.”

Anna Ellen Lauruschkat ist Mitglied der FDP Bergisch Gladbach.

Weitere Beiträge zum Thema:

„Wir machen uns große Sorgen um unsere MitschülerInnen”

„Inklusion kann funktionieren – rettet sie!”

Woran Inklusion scheitert

Inklusion aus der Sicht einer betroffenen Familie

Inklusion in der Kita: „Gut gedacht – schlecht gemacht!“

Inklusion ohne Räume und Personal – Schulen im Chaos

 

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Anita Rick-Blunck, Parteivorsitzende. Mail: rick-blunck@fdp-bergischgladbach.de

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