Das Virus beschäftigt jeden von uns, auch wenn jeder anders damit umgeht. Es verändert den Alltag und wohl auch die Gesellschaft. Wächst der Egoismus, oder der Zusammenhalt? Wir haben Bergisch Gladbacher:innen, die etwas zu sagen haben, um Antwort auf drei kleine Fragen gebeten. Die Antworten sind aufschlussreich. Und wo stehen Sie?

Drei Fragen sind – aus Sicht der Redaktion – im Moment interessant: Was ist jetzt wichtig? Was ist Ihre Sorge? Was ist Ihre Hoffnung? Schauen Sie sich die Antworten an – und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Lutz Urbach
Bürgermeister

Was ist jetzt besonders wichtig? Dass wir besonnen, aber konsequent agieren. Dabei beziehen wir die verschiedensten Fachdisziplinen ein und müssen deren Aspekte berücksichtigen. 

Was macht Ihnen Sorge? Bereiche, die ich selbst nicht fachlich beurteilen kann. Wenn ich aus Italien höre, dass Krankenhausbetten knapp werden, mache ich mir schon Sorgen, dass wir irgendwann an Kapazitätsgrenzen kommen. 

Was macht Ihnen Hoffnung? Wenn es härter wird, rücken wir zusammen und helfen uns gegenseitig. Meine Erfahrung nach über zehn Jahren in Bergisch Gladbach und in mehreren Kontexten gelernt: wenn die Luft dünner wird, gibt es eine sehr engagierte und kompetente Stadtgesellschaft.

Thomas Werner
Pfarrer der Gnadenkirche

Was ist jetzt wichtig? Es gilt, allen Mitbürger:innen in Ruhe und Sachlichkeit deutlich zu machen, dass wir alle betroffen und für die weitere Entwicklung gleichermaßen verantwortlich sind. Eine gute und gezielte Aufklärung insbesondere von jungen Menschen ist wichtig.

Ihre Sorge? Dass die einen den Virus und die Folgen der Ausbreitung unterschätzen und die anderen in Hysterie verfallen. Dass Egoismus und Rücksichtslosigkeit sich breitmachen – und die Schwachen auf der Strecke bleiben.

Ihre Hoffnung? Dass Mitgefühl und Solidarität sich durchsetzen und sich in unserer Stadt ein „Wir schützen und helfen einander“-Bewusstsein entwickelt. Dass wir bereit sind, auf andere Rücksicht zu nehmen, und uns darauf einstellen, auf liebgewordene Gewohnheiten zu verzichten. Dass wir unsere Mitmenschen fürsorglich in den Blick nehmen und so diese Krise konstruktiv meistern.

Markus Kerckhoff
Schloss Apotheke

Was ist jetzt wichtig? Das Gesundheitssystem zu entlasten und Ressourcen zu schonen. Solange es keine Arzneimittel und keine Impfstoffe gibt ist jeder sein eigenes Immunsystem angewiesen. Bei komplizierten Fällen ist eine Beatmung notwendig, da gibt es begrenzte Kapazität. Risikopatienten dürfen sich also nicht anstecken, da sie sofort das System an die Grenze bringen.

Ihre Sorge? Dass wir diese Aufgabe nicht als gemeinsame Aufgabe erkennen. Hamsterkäufe sind ein Synomym für Egoismus.

Ihre Hoffnung? Dass es entgegen allen Erwartungen eine „Pause“ gibt, die die Systeme entlastet.

Frank Stein
Stadtkämmerer
Bürgermeisterkandidat (Grüne, FDP, SPD)

Was ist jetzt wichtig? Die Menschen sind verunsichert. Deshalb müssen wir auf allen Ebenen (Bund, Land und Stadt) durch präzise Sachinformation und verlässliche Führung Sicherheit vermitteln. 

Ihre Sorge? Meine Sorge ist, dass es Staaten gibt, deren medizinische Infrastruktur weniger gut ist und die deshalb bei der Eindämmung des Virus an ihre Grenzen geraten könnten. Hier brauchen wir Solidarität über Grenzen hinweg.

Ihre Hoffnung? Dass sich der menschliche Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ein weiteres Mal bewähren wird.

Bettina Wisniewski
RheinBerg Galerie

Was ist jetzt wichtig? Ruhe bewahren und gut informieren. Wir reinigen zweimal täglich alle Türgriffe und Handläufe der Rolltreppen und haben ins unseren WC Desinfektionsmittel aufgestellt.

Ihre Sorge? Einige Personen halten sich leider nicht an die Spielregeln. Wer in Quarantäne ist, sollte dort auch bleiben. Meine größte Sorge ist, dass unsere Normalität zusammenbricht und die Ausmaße viel schlimmer sind als gedacht. Die Folgen für die Wirtschaft werden drastisch werden.

Ihre Hoffnung? Das alles nicht so schlimm wird und schnell wieder Normalität einkehrt.

Christian Buchen
Bürgermeisterkandidat (CDU)

Was ist jetzt wichtig? Corona wird uns auch in Bergisch Gladbach mehrere Wochen oder gar Monate beschäftigen und unseren Alltag verändern. Ich bin mir sicher, dass die Stadt und der Kreis besonnen und verantwortungsbewusst handeln. Wir als Bürger:innen dürfen nicht nur an uns selber denken, sondern müssen insbesondere auf diejenigen Menschen Acht geben, für welche das Virus besonders gefährlich ist. Daher ist es für mich wichtig, dass wir uns gegenseitig helfen und unterstützen.

Ihre Sorge? Sorgen mache ich mir um die Unternehmen hier vor Ort, insbesondere die kleinen und mittleren Betriebe, welche vielen Menschen Arbeitsplätze bieten und ebenfalls von der Krise betroffen sind.

Ihre Hoffnung? So wie ich uns Bergisch Gladbacher:innen kenne, wird uns das alles mit Sicherheit gelingen!“

Ingeborg Schmidt
Kreisvorsitzende des DRK

Was ist jetzt wichtig? Jegliche Panikmache ist kontraproduktiv, dazu gehören auch Hamsterkäufe. Wir müssen Risikogruppen, wie Menschen mit Lungenvorerkrankungen , Chemopatienten und alte, geschwächte Menschen, schützen.

Ihre Sorge? Dass es weiterhin zu Verunsicherungen kommt, da klare Anweisungen jetzt gefragt sind, aber (wie in der Flüchtlingskrise) keine Erfahrungen vorliegen und viele Vorschriften verhindern, auch mal Entscheidungen auf der Basis des gesunden Menschenverstandes zu treffen.

Ihre Hoffnung? Dass man rasch aus Fehlern lernt, diese korrigiert und Entscheidungen mutig getroffen werden, auch wenn diese zu Einschränkungen im täglichen Leben führt. Am Ende wird die Solidarität mit den Risikogruppen zeigen, ob unsere Gesellschaft funktioniert und wir bereit sind, auf persönliche Dinge zu verzichten.

Ferdinand Linzenich
Kabarettist, Unternehmer

Was ist jetzt wichtig? Gelassen bleiben und verantwortungsvoll handeln! Hygieneregeln einhalten, unnötige Menschenansammlungen und unnötigen Körperkontakt meiden. Aber auch, nicht panisch werden oder unsinnigen Verschwörungstheorien glauben. In unseren Fitnessstudios erlebe ich überwiegend diese Mischung aus Sorgfalt und Entspanntheit.

Ihre Sorgen? Neben wirtschaftlichen Folgen, die für viele Betriebe bedrohend sein können, die Frage ob wir zu viel, zu wenig oder das Falsche machen. Beispiel: Eine Bensberger Schule wird geschlossen. Wieviele der Kinder werden von den Großeltern betreut? Die Todesfälle in Italien zeigen, dass 90 Prozent aller Toten über 70 Jahre alt sind, nur ein Prozent unter 60. Der Volksmund würde sagen: Wird hier der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. 

Ihre Hoffnung? Das kölsche Grundgesetz und mein unheilbarer Optimismus. Auch durch diese Krise wird der Mensch lernen und die Welt ein Stück besser machen.

Felix Bertenrath
Direktor Otto-Hahn-Realschule

Was ist jetzt wichtig? Ruhe, Besonnenheit, Hände waschen, auch mal an etwas anderes denken scheint mir aktuell wichtig zu sein. Kreisgesundheitsamt, Stadt und das Rote Kreuz informieren ja gut und handeln besonnen.

Ihre Sorge? Dass nach der Bankenkrise, nach dem Dieselskandal nun die „Corona-Hysterie“ ebenfalls Steuergelder verschlingt, die wir für Bildung und Umweltschutz so dringend benötigen – wann gibt es hier ein Rettungspaket? Wann gibt es ein Rettungspaket für die Kommunen oder für die maroden Schulgebäude?

Ihre Hoffnung? Dass das Corona-Virus, genau wie die Schweinegrippe 2009 oder die SARS-Pandemie 2003  bald der Vergangenheit angehört.

Anita Rick-Blunck
Vorsitzende der FDP

Was ist jetzt wichtig? Ich verstehe nicht viel von Medizin, aber einiges von Statistik: Es ist wichtig, dass wir die Kurve der Entwicklung der Ansteckungen so flach wie möglich halten. Das bedeutet, Kontakte zu reduzieren. Die FDP hat deshalb Veranstaltungen abgesagt, wir treffen und nur noch virtuell.

Ihre Sorge? Dass vorausschauendes Handeln als Hysterie belächelt wird und daher im Zweifel mitunter unterbleibt. Dass zu häufig das einfach Vermeidbare nicht vermieden wird. Und dass besagte Kurve schneller eskaliert, als es beherrschbar ist. 

Ihre Hoffnung? Dass wir zunehmend nicht mehr nur in der Kategorie denken (und handeln!): Was schadet mir? Sondern vielmehr: Wie vermeide ich, dass ich anderen schade?! Eine praktische Hoffnung ist, dass wir erkennen lernen, wie relevant es ist, dass wir endlich mit der Digitalisierung voran kommen. Also legen wir hier – wenn der Spuk vorbei ist – „einen Zahn zu“!?

Burkhardt Unrau
Mister Kirmes

Was ist jetzt wichtig? Dass wir alle die Situation ernst nehmen und verantwortungsvoll und besonnen handeln und zwar jeder an seiner Stelle. Das heißt aber auch, dass wir das ganze Leben freiwillig mindestens einen Gang zurückschalten! Dass  es aber auch klare Ansagen und Entscheidungen von ganz oben gibt, die alle Menschen betreffen!

Ihre Sorge? Dass immer noch nicht alle Menschen begriffen haben wie ernst die Lage ist und keiner weiß, wo das hinführt!

Ihre Hoffnung? Dass wir aus unseren Fehlern lernen und dass die Menschen sich wieder näher kommen, obwohl wir ja körperlich Abstand halten sollen. Dass wir auch diese Situation nur gemeinsam mit viel Liebe und Nächstenliebe bewältigen werden. Dass wir den Egoismus und die Gier nach Geld und Macht verdrängen und wieder mehr Demut und Dankbarkeit in unser Leben einzieht. Lebensfreude ja, aber nicht auf Kosten anderer!

Rainer Deppe
Mitglied des Landtags (CDU)

Was ist jetzt wichtig? Je langsamer die Krankheit sich ausbreitet, desto besser wird sie zu bewältigen sein. Jeder von uns kann dazu beitragen. Und wir dürfen allen, die sich bei uns beruflich oder freiwillig kümmern, (Krankenschwestern, Ärzte, Rettungsdienste, Feuerwehr, Krisenstäbe, Angehörige …) auch mal danken, für das, was sie leisten.

Ihre Sorge? Stand heute ist die gar nicht so groß. Wir haben ein gutes Gesundheitssystem. Wenn wir die Ausbreitung verlangsamen, sind unsere Krankenhäuser und Ärzte leistungsfähig.

Ihre Hoffnung? dass nur wenige Menschen krank werden. Hoffentlich gelingt es schnell, ein wirksames Medikament zu entwickeln – und vor allem einen Impfstoff. Und dass sich dann auch genug Mitbürger impfen lassen.

Christiane Müller
MiKibU-Vorsitzende

Was ist jetzt wichtig?  Jetzt nicht in Panik zu verfallen, sondern besonnen und umsichtig zu handeln. Das bedeutet für mich, Besuche von Massenveranstaltungen zu meiden, aufs Hände-Schütteln und Umarmungen zu verzichten, Besuche beim Arzt nur im Notfall, Krankenbesuche zu lassen und gute Wünsche lieber telefonisch zu übermitteln. 

Ihre Sorge? Die gilt natürlich besonders meiner Familie sowie allen Freunden und Bekannten, denn das Virus kann ja leider jeden von uns treffen. 

Ihre Hoffnung? Dass die Welle möglichst schnell abebbt, damit wir in Bergisch Gladbach wieder zum normalen, angstfreien Leben zurückkehren können. 

Klaus Hansen
Fotograf

Was ist jetzt wichtig? Die Vermeidung von Hysterie durch sachliche Aufklärung in allen Medien, auch für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen. Und die rücksichtsvolle Akzeptanz der beschlossenen bzw. empfohlenen Maßnahmen.

Ihre Sorge? Wachsende Infektionszahlen durch Naivität und Unverständnis für die Pandemie. Leichtsinn und Rücksichtslosigkeit als Folge der Ignoranz oder Leugnung der Risiken. Die Steigerung von Panik durch unseriöse Medien.

Ihre Hoffnung? Dass sich Besonnenheit und und Gelassenheit durch Aufklärung, Wissen und Verständnis durchsetzt. Und rasche Erfolge bei der Suche nach Antikörpern und Impfstoffen.

Theresia Meinhardt
Ko-Vorsitzender der Grünen

Was ist jetzt wichtig? Als besonders wichtig erachten wir, dass die Bürger:innen miteinander solidarisch sind und Vertrauen in die Entscheidungen des Krisenstabs der Stadt haben.

Ihre Sorge? Es ist klar, dass unsere Stadtgesellschaft vor einer Bewährungsprobe steht, bei der die Entscheidungsträger nicht einfach einen vorgefertigten Plan 1:1 abarbeiten können, sondern von Tag zu Tag neu entscheiden müssen. Wir sind aber davon überzeugt, dass alle handelnden Personen mit Umsicht und gut überlegt zum Wohle aller agieren. Besonders wichtig ist eine transparente und unmittelbare Informationspolitik durch den Krisenstab. 

Ihre Hoffnung? Wir hoffen, dass sich unsere Stadtgesellschaft als eine hilfsbereite und solidarische Gemeinschaft aller erweist. Dass sich Einkaufsgemeinschaften bilden, abwechslende Kinderbetreuungszirkel, Hausaufgabenbetreuung in der Nachbarschaft, Lehrer-Schüler Online Lernaustausche und vieles mehr.

Gerd J. Pohl
Intendant des Puppenpavillons

Was ist jetzt wichtig? Wir sollten uns von Angst nicht lähmen lassen. Das gesellschaftliche und kulturelle Leben muss weitergehen – gerade in Krisen ist das wichtig. Zusammenhalt ist gefragt, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Wichtig ist auch, dass diejenigen, die Hilfe benötigen, das laut und deutlich sagen.

Ihre Sorge? Leben wir tatsächlich in einer Gesellschaft von Egoisten, oder zeigen wir in Zeiten der Krise doch noch ein anderes, besseres Gesicht? Corona könnte ein Test werden: Was würde wohl geschehen, wenn es wirklich einmal Spitz auf Knopf steht? Ich gestehe, dass mir das Ergebnis dieser Prüfung allergrößte Sorgen bereitet. Was meine persönliche Situation betrifft, sind die drohenden finanziellen Einbußen natürlich ein enormes Problem. Wenn meine Vorstellungen ausfallen oder nicht ausreichend besucht sind oder noch mehr Gastspiele abgesagt werden, bedeutet das für mich ziemlich schnell das wirtschaftliche Aus. Das trifft auf viele Selbständige zu, die vom Publikumsverkehr abhängig sind (die Gastronomen, die Marktbeschicker), für uns Kulturleute ist die Lage aber besonders brenzlig.

Ihre Hoffnung? Ich bin dankbar für einige Erfahrungen: die Mitarbeiter der Stadt und des Kreisgesundheitsamtes – allesamt gute und engagierte Menschen, die für mich als Theaterleiter auch auf kurzem Dienstweg ansprechbar und extrem hilfsbereit waren und sind.
Ich wünsche mir eine breite und möglichst sachliche und unaufgeregte Informationspolitik seitens der Behörden und der Presse. Ich hoffe inständig, dass sich Panik und Hysterie bald wieder legen, die BILD-Zeitung pleite geht und nicht die Angst unser Leben zu bestimmen beginnt. Und ich hoffe, dass wir uns als eine Stadtgesellschaft erweisen, in der jeder Einzelne mit dafür Sorge und Verantwortung trägt, dass niemand auf der Strecke bleibt oder durch’s Raster fällt. JETZT wäre der richtige Zeitpunkt, das unter Beweis zu stellen!

Joachim Dehmel
Pfarrer der ev. Kirche zum Heilsbrunnen

Was ist jetzt wichtig? Die Lage sollte uns alle dazu anhalten, ruhig und vernünftig zu bleiben, sensibler und rücksichtsvoller füreinander zu werden. Alle, die einen Zugang zu Gott haben, können ihr Wohlbefinden und ihr Leben in Gottes Hand legen, für sich und die Menschen, die ihnen besonders am Herzen liegen, um seinen Schutz und Beistand bitten. In vielen Situationen tun herzliche Umarmungen, Küsse und Berührungen gut. Sich darin zurückzuhalten darf das Miteinander und das Mitgefühl nicht mindern.

Ihre Sorge? Das eine ist eine übertriebene Angst, die zu Rücksichtslosigkeit und ungehemmtem Egoismus führt. Das wäre traurig.Das andere ist, dass unser Gesundheitssystem überlastet wird und dass die Menschen im medizinischen Bereich selber erkranken und es zu einer Unterversorgung der Hilfsbedürftigen kommt.

Ihre Hoffnung? Ich hoffe, dass sich unsere Klugheit, unsere Organisationsfähigkeiten und unser Gemeinschaftsgefühl wieder stärken. Natürlich auch, dass wir diese Krankheit in den Griff bekommen.Es wäre eine Gelegenheit, unser Bildungssystem zu digitalisieren, Unterricht per Computer durchzuführen, ärztliche Konsultationen und Verwaltungsdinge mit Stadt und Firmen online durchzuführen. Und ich hoffe, dass viele sich neu bewusst werden, wie kostbar das Geschenk des Lebens ist.

Weitere Stellungnahmen:

Klaus Waldschmidt, Fraktionschef der SPD

Was ist jetzt wichtig? Wichtig ist, dass wir Solidarität mit unseren älteren und gesundheitlich vorbelasteten Mitbürgerinnen und Mitbürgern zeigen. Nur mit einer Verzögerung der Verbreitung von Neuinfektionen kann unser Gesundheitssystem die notwendigen Behandlungskapazitäten vorhalten. Dazu müssen wir unsere Sozialkontakte soweit nur irgend möglich reduzieren, auch wenn uns das schwerfällt. Meine Partei lässt deshalb sämtliche Veranstaltungen bis 19. April ausfallen; ich habe unsere Fraktionssitzungen ebenfalls bis auf weiteres abgesagt.

Was ist Ihre Sorge? Die Schließung von KiTa´s und Schulen wird Eltern vor große Betreuungsprobleme stellen, damit möglicherweise verbundene Verdienstausfälle werden viele Familien erheblich belasten. Meine Sorge gilt auch Kleinunternehmern und Gastronomen, deren Existenz durch Umsatzeinbußen gefährdet wird, und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die um ihren Arbeitsplatz bangen.   

Was ist Ihre Hoffnung? Ich hoffe, dass wir die Pandemie-Krise in Solidarität bewältigen werden: dass Arbeitgeber für Eltern mit Betreuungsproblemen für ihre Kinder Lösungen ohne Lohneinbußen finden, dass wir bereit sind, unsere sozialen Kontakte für eine vorübergehende Zeit einzuschränken, dass wir mehr Verantwortung für unsere Mitmenschen zeigen. 

Hermann-Josef Tebroke, Mitglied des Bundestags (CDU)

Unser oberstes Ziel ist es, die Verbreitung zu verlangsamen. Gänzlich aufhalten lässt sich diese nicht mehr. Teile der Bevölkerung müssen infolge bestehender Prädispositionen besonders geschützt werden, denn sie sind von dem Virus ungleich stärker betroffen. Wenn es uns gelingt, die Ausbreitung des Virus deutlich zu verlangsamen, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass die bestehende gute Versorgungslage auch diese schwierige Situation aushalten wird.

Es ist jedoch richtig, dass diese schwierige Lage uns allen etwas abverlangt, sowohl im Bund als auch ganz konkret vor Ort in Rhein-Berg. Zum Schutze jener Personengruppen, die besonders gefährdet sind, gilt es, im Rahmen einer Abwägung die nötigen Maßnahmen einzuleiten. Dazu gehört die Absage von Großveranstaltungen, wie dies auch bei uns im Rheinisch-Bergischen Kreis leider erfolgen muss. Dazu gehört auch, dass viele Unternehmen wirtschaftliche Einbußen werden akzeptieren müssen, da Messen ausfallen, Aufträge einbrechen und die Wirtschaft insgesamt durch Zurückhaltung gekennzeichnet ist. Als Gesetzgeber werden wir unseren Anteil leisten, damit die Ausbreitung eingedämmt wird und die zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen nicht zu gravierend ausfallen. Hierfür werden wir die Regelungen des Kurzarbeitergeldes modifizieren und auch die Übernahme von Sozialbeiträgen vorbereiten. 

Ich bin unserer Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und unserem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dankbar, dass sie engagiert, aber gleichsam mit der nötigen Sachlichkeit und Ruhe dieser großen Herausforderung entgegentreten. Trotz dieser Ausgangssituation bin ich zuversichtlich, dass wir in dieser schwierigen Lage mit Stärke und Solidarität innerhalb der Stadtgesellschaft bestehen können.

David Roth, Bestattungsinstitut Pütz-Roth

Was ist jetzt wichtig? Besonnenheit und Rücksichtnahme! Wir sollten versuchen,  nicht panisch zu reagieren. Ich informiere mich auf den Webseiten des Robert- Koch-Instituts und des BZgA. Hier herrscht ein sachlicher Ton und man findet Informationen auch in anderen Sprachen.
Was ist Ihre Sorge? Jetzt geht es zuerst darum, alte und kranke Menschen zu schützen. Sie sind die Hauptrisikogruppe. Ich bin in Sorge, dass junge Menschen, da sie scheinbar nicht so schwer erkranken, die Pandemie zu leicht nehmen könnten.
Was ist Ihre Hoffnung? Dass wir alle zusammen den Ernst der Lage erfassen, uns gegenseitige unterstützen und die Krankheit so lange in Schach halten, bis ein Heilmittel und ein Impfstoff gefunden sind.

Jörg Schmitter, stellvertretender Direktor des NCG

Ich habe den Eindruck, dass die jüngeren Schüler:innen das noch eher als interessant oder spannend wahrnehmen in der Hoffnung, dass die Schule schließen muss. Da ist also noch ganz viel kindliche Hoffnung auf ein paar Tage mehr Ferien. Und das finde ich auch normal.

Natürlich erläutere ich den Schülerinnen und Schülern dann, dass eine Schulschließung ja gleichzeitig bedeutet, dass sie erst einmal zu Hause bleiben, sich also nicht mit Freunden verabreden, zusammen shoppen gehen dürfen und auch nicht nachmittags in den Sportverein. Dann finden die Kinder das schon nicht mehr ganz so spannend. Allerdings macht es ja auch keinen Sinn, den Kindern jetzt Angst zu machen.

Bei den älteren Schülern kommt das wesentlich anders an. So musste ich heute Abiturienten klarmachen, dass eine Musicalveranstaltung, die sie sehr eigenständig und über viele Monate hinweg geplant haben, zumindest nicht vor den Osterferien stattfinden kann. Das natürlich ein herber Schlag.

Hans-Joachim Tiefenstädter, Physiker und Künstler

Für mich heißt es jetzt, Ruhe zu bewahren, Anordnungen und Empfehlungen zu befolgen, an keinen größeren Versammlungen teilzunehmen.
Meine Sorge gilt einer starken Zunahme an Infektionen und nicht ausreichende Kapazitäten in den Krankenhäusern. Persönlich betroffen wäre ich bei einer Schließung der Kita meines Enkelkindes.
Meine Hoffnung? Die Bildung von Antikörpern bei Infizierten und Genesung der Betroffenen, eine Eindämmung der Pandemie und die Entwicklung eines wirksamen Serums.

Angelika Rheindorf

Was ist jetzt wichtig? Einsicht.
Was ist Ihre Sorge? Der Gedanke an reine Panikmache.
Was ist Ihre Hoffnung: dass ich bald sagen kann: „Weisst du noch … ?”

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Alle Beiträge zum Thema finden Sie in unserem „Corona-Spezial”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Lieber Herr Watzlawek ,
    zu Ihren zahlreichen innovativen Ideen zum Thema Corona gratuliere ich Ihnen!
    Besonders gut finde ich die Idee des Kultur Kuriers!
    Am 9./10. Mai hatte ich eine grosse FrühlingsGala im Kardinal Schulte Haus , anlässlich meiner mehr als 40 jährigen Ehrenamtstätigkeit mit Konzertorganisation geplant!
    Es haben 12 Künstler aus ganz Deutschland zugesagt!. … Natürlich ist nun auch dieser Termin der Corona Krise zum Opfer gefallen!
    Gemeinsam mit allen Beteiligten Musikern sind wir gerade dabei, ein virtuelles Oster -Trostprogramm zu erarbeiten.
    Für die ‘Klänge der Stadt’ erarbeiten wir ein vielseitiges Programm mit vorwiegend jungen Künstlern , die ich in den letzten Jahren gefördert habe und die auf Grund der enormen Corona
    ” Ausfälle” in finanzielle Not geraten! Da wir bei unseren Konzerten keinen Eintritt nehmen, sondern nur mit Spenden arbeiten, hat die Bethe Stiftung die Verdopplung und großzügige Unterstützung für das Gala Konzert übernommen.
    So hoffen wir, mit der vorerst vituellen Einspielung , Spenden für die in finanzielle Not geratenen Künstler, zu erreichen.
    Sollte Sie das Projekt interessieren, bin ich gerne bereit, Näheres zu erläutern.