Hans-Jürgen Eisele verkauft für ein Hongkonger Unternehmen in Europa Waren an Großabnehmer. Auch Schutzmasken. Aber er selbst bekommt sie hier vor Ort nicht, der Markt ist leergefegt. Daher importiert er die Masken jetzt auf eigene Rechnung – 150.000 Stück sind gerade per Luftfracht unterwegs.

„Ich will helfen, meine Stadt mit Schutzmasken zu versorgen”, sagt Eisele im Gespräch mit dem Bürgerportal. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die Maskenpflicht für bestimmte öffentliche Bereiche auch im Rheinisch-Bergischen Kreis ankomme. „Das Problem ist allerdings, dass niemand darauf vorbereitet ist”, warnt der Manager.

Eisele arbeitet für die ETS Group in Hongkong, die in China und auf den Philippinen unter Produkte der „persönlichen Schutzausstattung” herstellt. Zuletzt in immer größeren Stückzahlen auch Masken. Von seinem Büro in Moitzfeld aus betreut Eisele große Kunden in Europa, in der Regel Pharmaunternehmen.

Diese Masken landen dann in den großen Kliniken, beim DRK und in Industrieunternehmen. Aber bei kleinen Abnehmern wie Pflegediensten, Einzelhändler, Seniorenheimen oder Apotheken kommen sie nicht an, beobachtet Eisele.

150.000 Stück sind auf dem Weg

Das will der Manager für Bergisch Gladbach im Alleingang ändern. Er gründete in Absprache mit seinem Arbeitgeber die Firma „hje products”, beantragte einen Gewerbeschein und eine Steuernummer. „Obwohl das Gewerbeamt und das Finanzamt eigentlich geschlossen sind, hat das in wenigen Stunden geklappt”, lobt Eisele die Kooperation der Ämter.

Per Luftfracht ist die erste Lieferung von 10.000 Masken bereits in Moitzfeld eingetroffen, weitere 150.000 Stück wurden am Dienstag ins Flugzeug gepackt, der Nachschub kommt kontinuierlich. „Das ist wirklich eine Luftbrücke, auf dem Seeweg würde das sechs Wochen dauern”, sagt Eisele.

Bestellungen nimmt er per Mail entgegen. Anfragen von bis zu 50.000 Stück sind möglich, größere Order werden von seinem Arbeitgeber abgewickelt.

75.000 Masken – pro Tag

Das hört sich nach hohen Zahlen an, ist es angesichts des Bedarfs aber nicht. Bei einer Maskenpflicht rechnet Eisele mit einem Bedarf alleine in Bergisch Gladbach von 75.000 Stück pro Tag. Denn im Prinzip handele es sich bei den sogenannten „Alltagsmasken” um Einwegprodukte, nach einem Tag in Gebrauch kann man sie wegschmeißen.

Neben den einfachen dreilagigen Alltagsmasken hat Eisele auch KN95/FFP2-Masken im Angebot, aber die seien medizinischen Zwecken vorbehalten. Alle Masken hätten eine CE-Prüfung und gültige Zertifikate.

Hohe Preise für Rohstoffe und Luftfracht

Einen Gewinn will Eisele mit der Aktion nicht machen, sondern nur die Kosten decken. Billig sind den Masken dennoch nicht. Denn durch die weltweite Nachfrage seien die Rohstoffpreise für Zellstoff, Gummibänder und andere Materialien extrem gestiegen. Und auch die Luftfracht wird immer teurer.

Konkrete Preise nennt Eisele nicht öffentlich, weil er nicht in einen Preiskampf verwickelt werden möchte. Sie sind aber weit unter dem, was derzeit allgemein auf dem Markt verlangt wird. Interessenten können bei ihm jederzeit per Mail Stückzahlen und die entsprechenden Preise abfragen.

Die ersten Abnehmer, lokale Geschäfte in der Region, hat Eisele am Dienstag bereits versorgt. Aus dem Kofferraum heraus.

Kontakt: hjeisele@outlook.com

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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5 Kommentare

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  1. Vielleicht sollte man endlich den Notstand ausrufen damit von Bund endlich klare Anweisungen kommen können. Förderealismus hat in dieser Krise versagt.
    Maskenpflicht für alle von Anfang an wäre das Gebot gewesen. Wer gestern in GL unterwegs war weiß was nun noch auf uns zukommt.

  2. Liechtenstein produziert leider keine, Herr Havermann.

    Um es etwas weniger flapsig zu formulieren: wenn ich Masken in größerer Anzahl beschaffen wollte, würde ich dort nachschauen, wo Masken in größerer Anzahl produziert werden. Und das ist derzeit China (und daran wird sich so schnell auch nichts ändern – völlig egal, ob Ihnen oder mir das gefällt).

  3. Wie kann man auf die Idee kommen, diese Masken ausgerechne in China zu kaufen?

  4. Warum tragen Verkäufer /innen, die hinter Frische Theken (auch Wochenmarkt und Bäckereien) keinen Mundschutz? Bei jedem Sprechvorgang rieseln die ausgestossenen Tröpfchen den ganzen Tag auf die Produkte, die die Kunden dann verzehren. Ich finde das zu normalen Zeiten schon eklig und bedenklich. Jetzt aber kauf ich NUR verpackte Waren.

  5. was ist den wenn die leute .jede einzelne maske .ohne schutz zusamen bauen . und wir nehmen sie vor den mund .dann bau ich mir doch lieber selber eine.