Nachdem das Kreisveterinäramt schon Anfang Mai mögliche Fälle von Blaumeisenseuche untersuchen ließ, hat sich der Verdacht nun bestätigt: Die Seuche hat RheinBerg erreicht. Eine entsprechende Untersuchung war positiv. Nach derzeitigen Erkenntnissen ist das Bakterium für den Menschen ungefährlich sie sollten aber einige Hinweise berücksichtigen.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es einen bestätigten Fall des sogenannten Blaumeisensterbens. Dies ergab die Untersuchung im Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt in Krefeld, wohin das Veterinäramt des Kreises eine verendete Blaumeise geschickt hatte. In einem Speziallabor wurde das Bakterium Suttonella ornithocola als Todesursache festgestellt.

Eine Bürgerin aus Odenthal hatte das Tier zuvor in ihrem Garten ohne offensichtliche Krankheits- oder Verletzungsanzeichen tot aufgefunden und die Blaumeise zum Veterinäramt gebracht.

Seit Anfang März werden in ganz Deutschland zunehmend tote Blaumeisen gefunden. Auch erkrankte Tiere, die taumeln, orientierungslos und zum Teil handzahm sind sowie sich aufplustern, werden beobachtet.

Die Tiere leiden unter einer Lungenentzündung und vereinzelt an Erkrankungen des Darms. Hinsichtlich weiterer Einzelheiten zu dem Erreger steht die Forschung aber noch ganz am Anfang.

Die Krankheit tritt nach derzeitigen Erkenntnissen insbesondere im Frühjahr auf. In erster Linie scheinen davon Blaumeisen betroffen zu sein, aber auch andere Meisenarten können wohl erkranken.

Auf Futterstellen und Vogeltränken sollte derzeit im Garten verzichtet werden, dort könnte die Blaumeisenseuche übertragen werden. Foto: NABU

Verendete Blaumeisen zum Veterinäramt

Auch ist unklar, wie das Bakterium übertragen wird. „Es spricht einiges dafür, dass Blaumeisen sich über infektiöse Sekrete gegenseitig anstecken. Die Tiere haben während der Balz und Fortpflanzungsphase im Frühjahr vermehrt Kontakt untereinander.

Auch liegt es nahe, dass gemeinsame Futter- und Tränkestellen hier der Erkrankung Vorschub leisten können“, so Kreisveterinär Dr. Thomas Mönig. „Damit wir unser Wissen über die Erkrankung weiter verbessern können, bin ich für jede zum Veterinäramt gebrachte tot aufgefundene Blaumeise dankbar.“

Das sollten Sie tun

Aufgrund des Ausbruchs der Seuche im RBK rät der Kreisveterinär zu folgenden Verhaltensregeln:

  • Auf Fütterung und Aufstellen von Vogeltränken verzichten
  • Erkrankte und geschwächte Vögel suchen diese Orte öfter auf und übertragen dort das Bakterium an Artgenossen
  • Wer die Tiere dennoch versorgen möchte, sollte alle Futterstellen und Tränken möglichst häufig mit kochendem Wasser gründlich reinigen

Erreger für Menschen ungefährlich

Das Bakterium wurde bereits 1996 in England für ein massives Meisensterben verantwortlich gemacht. Im Jahr 2018 wurde der Erreger zum ersten Mal auch in NRW nachgewiesen.

Bisher wurden dem Veterinäramt fünf Blaumeisen zur Untersuchung überbracht. In den anderen Fällen konnte der Erreger bisher nicht nachgewiesen werden oder das Untersuchungsergebnis steht noch aus.

Es gibt bisher keine Hinweise, dass der Erreger für anderen Vögel, Tiere oder den Menschen gefährlich ist. Dennoch sollten verendet aufgefundene Vögel grundsätzlich nicht mit der bloßen Hand angefasst werden.

Auf den Webseiten des Nabu gibt es ebenfalls Hinweise, was beim Fund verendeter Blaumeisen zu tun ist. Dazu detaillierte Informationen und Kartenmaterial zum Ausbruch und Verlauf der Seuche.

Bild von ray jennings auf Pixabay

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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