Ein neues Mobilitätsprojekt geht an den Start: An schon bald 20 Standorten im Rheinisch-Bergischen Kreis kann man E-Bikes leihen. In Rösrath und Leichlingen wurden diese ersten Bausteine der geplanten Mobilstationen jetzt eröffnet, noch im Juli geht es auch in Gladbach und Bensberg los.

Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes des Kreises und der Regionale 2025 werden nach und nach 20 Mobilstationen eingerichtet, wie es sie am S-Bahnhof Bergisch Gladbach schon seit fünf Jahren gibt. Die neuen Stationen enthalten – je nach Standort – das E-Bike-Verleihsystem, E-Carsharing-Angebote, Park & Ride-Anlagen, Fahrradabstellanlagen und/oder Fahrradboxen.

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Erster Baustein ist das E-Bike-Verleihsystem der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) unter dem Namen Bergisches e-Bike. „Wir starten an den ersten zehn Standorten mit 81 E-Bikes“, erläutert RVK-Geschäftsführer Eugen Puderbach, „um den Menschen weitere Mobilitätsangebote zu bieten und somit den Umweltverbund aus ÖPNV und Radverkehr zu stärken.“

Die Stationen an den Bahnhöfen in Rösrath und Leichlingen wurden jetzt eröffnet. Noch im Juli und August folgen weiteren Standorte:

  • Bergisch Gladbach, S-Bahnhof
  • Bensberg, U-Bahnhof
  • Odenthal
  • Kürten
  • Overath
  • Wermelskirchen
  • Odenthal-Altenberg
  • Burscheid

In einer zweiten Runde folgen im nächsten Jahr der Busbahnhof Burscheid, Leichlingen-Witzhelden und Rösrath-Hoffnungsthal.

Höchstens 18 Euro pro Tag

Um das Bergische e-Bike auszuleihen, muss man sich beim Betreiber nextbike registrieren. Das geht direkt an den Stationen über einen Terminal-Touchscreens, über die nextbike-App, deren Homepage oder telefonisch.

Wenn man das Kundenkonto mit einer VRS-Abokarte verknüpft, radelt man deutlich günstiger. Bereits ab einem Euro pro 30 Minuten können die E-Bikes entliehen werden. Für Nicht-VRS-Kunden kostet dies 2 Euro.

Die Tageshöchstsätze liegen bei 12 beziehungsweise 18 Euro. Wer das E-Bike in der Zeit zwischen 17 Uhr nachmittags und 8 Uhr des Folgetages entleihen möchte, kann den günstigen Übernachttarif für 2 Euro (VRS-Abonnenten) beziehungsweise 3 Euro nutzen.

Daneben gibt es einen monatlich kündbaren Monatstarif (12 beziehungsweise 15 Euro) sowie einen Jahrestarif (48 beziehungsweise 60 Euro), bei dem jeweils die erste halbe Stunde einer jeder Fahrt kostenfrei ist.

Mit dem Gutscheincode 445344, einzugeben in der nextbike-App, haben alle Nutzerinnen und Nutzer des Systems eine einmalige 30-minütige Freifahrt.

Rückgabe an 30 Orten flexibel möglich

Die geliehenen Räder können nach der Fahrt ganz bequem an einer festen oder virtuellen Station zurückgegeben werden. Eine genaue Bedienungsanleitung ist an jeder Station und an jedem E-Bike vorhanden.

Um das System von Beginn an sinnvoll zu ergänzen, wird es zu den zehn festen Stationen weitere 20 virtuelle Stationen geben. Die Standorte werden in der nextbike-App angezeigt und vor Ort durch ein Schild signalisiert. Das E-Bike muss also nicht zwingend an einer Mobilstation wieder abgegeben werden.

An den folgenden Orten sind virtuelle Stationen vorgesehen:

  • Bergisch Gladbach-Herrenstrunden,
  • Bergisch Gladbach-Refrath,
  • Bergisch Gladbach-Schildgen,
  • Bergisch Gladbach-Technologiepark,
  • Burscheid-Dierath,
  • Burscheid-Rathaus,
  • Kürten-Bechen,
  • Kürten-Biesfeld,
  • Leichlingen-Busbahnhof,
  • Leichlingen-Witzhelden,
  • Odenthal-Blecher,
  • Odenthal-Eikamp,
  • Odenthal-Neschen,
  • Odenthal-Voiswinkel,
  • Overath-Heiligenhaus,
  • Overath-Marialinden,
  • Rösrath-Forsbach,
  • Rösrath-Hoffnungsthal,
  • Wermelskirchen-Dabringhausen,
  • Wermelskirchen-Dhünn.

Über die Regionale 2025 gefördert

Von der Regionale 2025 erhielten die Mobilstationen den A-Stempel wodurch die finanziellen Zuwendungen ermöglicht werden. Als Teil des Förderprogramms KommunalerKlimaschutz.NRW werden die Mobilstationen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Abgerufen werden die Mittel über die Bezirksregierung Köln. 

Bürgermeister Robert Lennerts (Odenthal), Bürgermeister Willi Heider (Kürten), Ratsmitglied Marc Schönberger, Bürgermeister Marcus Mombauer (Rösrath), Kreis-Dezernentin Elke Reichert, Vize-Landrat Friedhelm Weiß, Landrat Stephan Santelmann,Vize-Bürgermeister Josef Willnecker (Bergisch Gladbach), Landtagsabgeordneter Rainer Deppe, Katrin Mehler von nextbike und RVK-Projektleiter Christian Christ. Foto: RBK/Eva Burger

Hintergrund: Mobilitätskonzept des Kreises

Mit der Verabschiedung des Integrierten Mobilitätskonzepts hatte der Kreistag 2019 die Weichen für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung gestellt. Wichtige Bausteine dieses Konzepts sind die bereits erfolgreiche Qualitätsoffensive im ÖPNV, Radschnellwege und die Einrichtung der Mobilstationen.

Damit verfolgt der Kreis verschiedene Ziele: Das innerstädtische Verkehrsaufkommen soll reduziert werden und damit eine Notwendigkeit eines Zweit- oder Drittwagens in manchen Haushalten verringert werden. Ebenfalls ist schon eine Stärkung des ÖPNV durch eine höhere Taktung auf den einzelnen Linien erfolgt.

„Mobilität und Klimaschutz sind entscheidende Aspekte für die Zukunft und Entwicklung des Rheinisch-Bergischen Kreises“, sagt Landrat Stephan Santelmann: „Mit dem E-Bike-Verleihsystem und den Mobilstationen schaffen wir für die Bevölkerung ein hervorragendes sowie umweltfreundliches Mobilitätsangebot. Damit verbessern wir die Attraktivität der Bahnhöfe und Haltestellen durch zusätzliche Verkehrsmittel.“

„Klimaschutz muss erfahrbar und für die Menschen umsetzbar sein. Mit der Nutzung der E-Bikes können sich die Bürgerinnen und Bürger selbst ganz konkret für ein besseres Klima engagieren“, sagte der Landtagsabgeordnete Rainer Deppe.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Definitiv ein Fortschritt in Sachen Mobilität im Kreis GL. Da der Kreis in einer hügeligen Topographie liegt, hat es keine schlechten Chancen, dass es von der Bevölkerung angenommen wird. Trotzdem wäre es nicht verkehrt gewesen, wenn auch Leihräder ohne elektrische Unterstützung an den Stationen zur Verfügung stehen würden (jeweils mit einem günstigeren Tarif – diese hat NextBike ja in anderen Städten im Einsatz). Die Anzahl der virtuellen Stationen wird hoffentlich nach der Probephase noch erweitert. Nur 6x in einer Stadt mit >100.000Einwohnern ist etwas mager.
    Ebenso wäre eine deutliche Aufstockung der Abstellanlagen (auch überdacht) auf dem gesamten Stadtgebiet wünschenswert, wie mein Vorredner es bereits anmerkte.

  2. Schöne Sache, die hoffentlich gut angenommen wird!

    …aber ganz ehrlich: Vernünftige Abstellanlagen sind deutlich billiger und tragen mehr zur Förderung des Radverkehrs bei. So ganz leuchtet mir nicht ein, warum der Kreis viel Geld für e-Bikes ausgibt, solange es z.B. in Bensberg noch nicht einmal Fahrradständer an der Straßenbahn-Endhaltestelle gibt.